China investiert Unsummen in die arabischen Staaten und auch Syrien ist enorm wichtig. Der Einfluss Pekings in der Region wächst, jener der USA schrumpft.

Von Marco Maier

Im Nahen und Mittleren Osten verschiebt sich das geopolitische Gewicht – weg von den Vereinigten Staaten von Amerika und hin zu Russland und noch mehr zu China. Zwei Staaten, die ein großes Interesse daran haben, diese Region friedlich zu halten. Insbesondere Peking will dort keinen Krieg ausbrechen sehen, da dies nicht nur die strategische Sicherheit des eigenen Landes (insbesondere im Nordosten Chinas, bei den muslimischen Uiguren) gefährdet, sondern auch die Pläne für die Neue Seidenstraße.

Die Staaten in der Region profitieren derzeit vom starken chinesischen Engagement: Einerseits kauft das Reich der Mitte Unmengen an Öl und Gas auf, andererseits investieren die Chinesen auch enorme Summen. Alleine im Jahr 2016 waren es 29,5 Milliarden Dollar in der arabischen Welt – womit die Volksrepublik zum größten ausländischen Investor dort avancierte. Gerade für Saudi-Arabien, welches die Wirtschaft komplett umbauen und vom Öl unabhängiger werden will, ist dies ein willkommener Geldfluss.

Auch deshalb ist es für Peking von größter Wichtigkeit, Syrien zu befrieden. Einerseits liegt das Land strategisch günstig und kann für die Neue Seidenstraße eine wichtige Rolle als HUB spielen, andererseits sind die chinesischen Investments in der Region nicht sicher, solange der Krieg dort anhält und auch zu politischen Verwerfungen in der Region führt. Der Wiederaufbau Syriens ist hierbei für Peking keine Frage von Dollar oder Cents.

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Hinzu kommt die Einführung des "Petro-Yuans", also der Kauf von Öl für Yuan statt US-Dollar. Sorgt das Ganze dafür, dass der Handel zwischen dem arabischen Raum und China zunehmend mit Yuan abgewickelt wird, stärkt dies die eigene Währung während die US-Währung sukzessive unter Druck gerät.

Aber: Es gibt auch Schwierigkeiten und Probleme. Denn die wachsenden Spannungen in der Region (insbesondere in Sachen Iran und Katar) machen es Peking nicht leicht, die Rolle des neutralen Händlers und Vermittlers zu spielen, ohne dabei in die multiplen Konflikte in der Region hineingezogen zu werden. Dabei machen es die Chinesen immer wieder deutlich, dass sie sich in die internen politischen Angelegenheiten anderer Länder nicht einmischen wollen.

Nun stellt sich die Frage: Wie weit kann Peking den eigenen Einfluss in der Region ausbauen, wenn man sich dort weigert, klar Stellung zu beziehen wie es beispielsweise die Amerikaner oder auch die Russen tun.

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