Zeigt die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik nur einen Teil der Straftaten? Offenbar schon.

Von Michael Steiner

Wenige Tage bevor Bundesinnenminister Horst Seehofer die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017 vorstellt, gibt es erhebliche Zweifel an der Aussagekraft der Zahlen. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, sagte dem Nachrichtenmagazin Focus: "Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den in 2017 registrierten Straftaten. Die Wissenschaft geht aufgrund von Erkenntnissen aus der Dunkelfeldforschung und Hochrechnungen von jährlich mindestens 20 bis 25 Millionen Straftaten in Deutschland aus."

Vorab war bekannt geworden, dass in der PKS von rund 5,76 Millionen registrierten Straftaten die Rede sein soll. Zudem hieß es, im vergangenen Jahr habe es weniger Straftaten gegeben als noch im Jahr 2016. Dabei ist schon länger bekannt, dass in vielen Städten die Polizei bei sogenannten "Bagatelldelikten" mit kaum Chance auf Aufklärung (wie Fahrraddiebstähle, Taschendiebstähle usw.) die Opfer versucht davon abzuhalten, eine Anzeige zu erstellen, weil es ohnehin "kaum Chancen" gebe, die Täter zu fassen.

Auch seien laut des Berichts die Polizeilichen Kriminalstatistiken unterschiedlicher Jahre kaum miteinander vergleichbar. So habe es laut einer schriftlichen Anfrage des Berliner FDP-Abgeordneten Marcel Luthe allein in den letzten zehn Jahren 245 Änderungen an Begriffen und Definitionen in den "Richtlinien für die Führung der Polizeilichen Kriminalstatistik" des Bundeskriminalamtes gegeben.

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Alles in allem muss man sich fragen, inwieweit man den veröffentlichten Kriminalitätsdaten überhaupt trauen kann. Es kann ja nicht sein, dass offenbar nur ein Viertel oder gar ein Fünftel aller Straftaten überhaupt in die öffentliche Kriminalitätsstatistik aufgenommen werden. Werden die Deutschen hier nach Strich und Faden belogen? Und noch mehr: Soll vor allem die von Asylbewerbern verursachte Kriminalität kleingerechnet werden? Immerhin wurde in der Vergangenheit immer wieder bekannt, dass Polizisten dazu angehalten worden seien, deren Straftaten nicht zu verfolgen, um so das Klima nicht aufzuheizen.

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