Major General Kenneth F. McKenzie, Jr. - Bild: CSIS | Center for Strategic & International Studies / CC BY-NC-SA 2.0

McKenzie glaubt, dass der Iran und seine Proxies jeden Moment angreifen könnten.

Von Jason Ditz / Antikrieg

Der oberste US-Kommandant im Nahen Osten, General Frank McKenzie, sagte Interviewern am Donnerstag, dass er glaubt, dass der Iran eine „unmittelbare“ Bedrohung für die US-Streitkräfte bleibt. Er wies die Vorstellung zurück, dass die militärische Aufrüstung der Vereinigten Staaten von Amerika in diesem Gebiet die wahrgenommene Bedrohung in irgendeiner Weise verringert habe.

„Ich glaube nicht wirklich, dass die Bedrohung abgenommen hat“, sagte McKenzie den Interviewern und fügte hinzu, dass sie sich „wahrscheinlich in gewisser Weise entwickelt“ hat. Diese Kommentare stehen im krassen Gegensatz zu Patrick Shanahan, dem amtierenden Verteidigungsminister, der kürzlich erklärt hatte, dass der Iran durch den Aufmarsch der Vereinigten Staaten von Amerika „abgeschreckt“ sei.

Pentagon-Beamte waren bei der Einschätzung von Bedrohungen nicht sehr transparent, so dass es schwierig ist, die Unterschiede in den Bewertungen oder deren Gültigkeit zu beurteilen. General McKenzie meinte jedoch, der Iran oder seine Vertreter könnten „jeden Moment“ angreifen.

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Diese Behauptungen scheinen unrealistisch angesichts all dessen, was im Nahen Osten im Gange ist und schauen eher aus nach Eigennutz für hochrangige Militärbeamte, die im Auge haben, wie ein weiterer großer Militärhaushalt seinen Weg durch den Kongress findet und wissen, dass das Gerede von einem großen, „bevorstehenden“ Krieg den Durchgang dieses Budgetgesetzes erleichtern würde.

Präsident Trump hat wiederholt betont, dass er keinen Krieg mit dem Iran will, und während er einen nicht völlig ausschließen kann, sagt er, dass es „keinen Hinweis“ darauf gibt, dass überhaupt etwas passieren könnte. Er untergräbt damit stark das Argument, das von den Generälen und den Kriegstreibern der Regierung ins Spiel gebracht wird.

Rätselhaft ist auch, warum General McKenzie sich entschieden hat, die irakische Regierung für Maßnahmen zum Schutz der US-Truppen zu loben, da das Kernstück seines Arguments darin besteht, dass die Bedrohung nicht reduziert wird. Offizielle Verweise auf iranische Proxies beziehen sich fast immer auf Elemente innerhalb der irakischen Volksmobilisierungskräfte, die Teil der Sicherheitskräfte der Regierung sind.

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3 KOMMENTARE

  1. Hier wird doch eine Eskalationsspirale schon seit Jahren aufgebaut, indem die USA nach vorne tritt und den Iran öffentlich und weltweit anklagt und dahinter stecken die Israelis, die berechtigter Weise Angst vor einem Iran mit Atomwaffen haben, denn sie haben schon des öfteren unverblümt über die Vernichtung des Judenstaates philosophiert, wobei man in der gesamten Betrachtungsweise auch das Verhalten aller beteiligten Staaten berücksichtigen sollte, denn hier wurden 1948 die Weichen falsch gestellt und das Ergebnis sind diese gegenseitigen Anfeindungen und wie das noch enden wird, entzieht sich jeder Vorstellung, eines aber ist sicher, mit einer Killery an der Spitze wäre schon längst etwas passiert, da ist Trump direkt noch ein Heiliger in Bezug auf seine Verhaltensweise und das allein ist ja auch schon was wert.

  2. Bitte mal überlegen; die USA bedrohen den Iran und nicht umgekehrt!

    Und wenn wir von Massenvernichtungswaffen reden, dann mal zuerst von diesen zahllosen Waffen die die USA haben und was noch schlimmer ist auch laufend einsetzen !!

    Man muss kein Freund von dem Mulla-System im Iran sein, aber ein Freund der USA, die unentwegt Kriege führt aber ganz bestimmt noch viel weniger.

    Und wenn wir schon mal dabei sind, die Helfer der USA genannt NATO sind mir genau so lieb wie die USA !

  3. Wirklich eine tolle Strategie, für die wahabitischen Islamisten die Drecksarbeit zu erledigen.

    Natürlich versprechen sich die USA entsprechende (Öl-)Vorteile durch den Putsch der iranischen Regierung, aber in erster Linie wird dadurch nur der radikale Islam der Saudis gestärkt.

    Die durch einen Krieg entstehenden Flüchtlingsströme soll dann sicher wieder Dummland aufnehmen.

    Wir übernehmen seit Jahren die Kosten und die dort vertriebenen Menschen, obwohl dies in erster Linie durch die USA, den Iran und Israel verursacht wird.

    Von denen trägt aber keiner die Verantwortung, weder für die Menschen noch für die Wiederaufbaukosten.

    Die illegale Regierung Dummlands hat sich ja bereits als erstes gemeldet, um nach einem Putsch der syrischen Regierung den Aufbau des neuen, dann sicher islamistischen Staates zu finanzieren.

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