Proteste in Venezuela 2017. Bild: Flickr / A.Davey CC BY-NC-ND 2.0

In Venezuela rief Präsident Nicolas Maduro eine verfassungsgebende Nationalversammlung aus. Während die Regierung damit einen Putsch vermeiden will, sagt die Opposition, dass dies selbst einen Putsch bedeuten würde. Doch bei all dem Geschrei von Venezuelas Kommunisten geht die Ähnlichkeit zum Maidan und zur CIA-Verbindung der Opposition völlig unter.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Venezuelas Präsident, Nicolas Maduro, rief Anfang der Woche die „ursprüngliche, verfassungsgebende Macht“ (das Volk) an, damit „die Arbeiterklasse“ eine neue „verfassungsgebende Nationalversammlung“ berufen mag. Ihm zufolge gibt es keine Alternative zu dieser Maßnahme und nur so kann der Frieden wiederhergestellt und „der Staatsstreich“ verhindert werden. Maduro gab dadurch im Laufe einer Zeremonie zum 1. Mai das Wort zurück ans Volk, da es das erklärte Ziel der Nationalversammlung ist, eine juristische Ordnung und eine neue Verfassung auszuarbeiten, die dann zu Neuwahlen führt.

Gleichzeitig wird seitens der Opposition der Vorwurf erhoben, es würde sich bei der ganzen Geschichte um einen Putsch Maduros handeln. Aber wie kann eine gewählte Nationalversammlung ein Putsch sein? Dazu sollte man nochmal auf die Gesamtlage in Venezuela schauen. Nur so kann man vielleicht verstehen, wie sich Regierung und Opposition selbst legitimieren und den jeweiligen Opponenten als Putschisten betiteln.

Caracas – ein Maidan 2.0

Wieder ist der Tod von drei Menschen zu beklagen, die bei Demonstrationen für oder gegen das Regime ums Leben kamen. Angebliche Studenten haben einen Tanklaster entführt und bei den Auseinandersetzungen mit Polizei und Miliz geriet das Fahrzeug in Brand. Einer der Studenten soll bei der anschließenden Explosion gestorben sein, während weitere „Demonstranten“ verletzt wurden. Die Anzahl der Toten, die mit den Protesten in direkter Verbindung stehen sollen, bezifferte sich im letzten Monat auf 29. Doch wie sind diese Menschen gestorben? Wer waren die Todesopfer? Wer hat sie auf dem Gewissen?

Loading...

Es mag weit hergeholt – und rein geographisch ist es das auch – doch um zu verstehen was in Caracas bei den täglichen Demonstrationen geschieht, muss man sich vor Augen führen, was auf dem Maidanplatz in Kiew geschah. Eine Regierung, die sich der Einflussnahme durch Onkel Sam verweigerte, sah sich plötzlich massiver Proteste gegenüber. „Demonstranten“ lieferten sich täglich Straßenschlachten mit der Polizei und mit Milizen. Ihrerseits bildete die Opposition bewaffnete Milizen aus und die Situation wurde immer unerträglicher. Scharfschützen feuerten in die Menge, von denen nie bewiesen wurde, dass sie von der prorussischen Regierung waren und der Rest vom Lied ist die traurige Geschichte eines weiteren US-initiierten Regimechanges.

Genau wie in Venezuela! Mag ja sein, dass Nicolas Maduro geistig nicht ganz unbeschadet über die letzten Jahre kam. Eine gewisse Paranoia ist aber nur natürlich, wenn man es mit „dem Reich des Bösen“ zu tun hat, dessen CIA-Agenten in ganz Lateinamerika linke Präsidenten auf ihrer Abschussliste haben und der US-Wirtschaft wohlgesonnene Regierungschefs auf ihrer Gehaltsliste führen. Doch die USA haben ihren Regimechange in dem Land mit den größten Ölreserven der Welt schon mit ihren Wirtschaftskrieg begonnen. Mit dem Verfall des Ölpreises und mit einem inoffiziellem Embargo wurde die Wirtschaft des Landes zerstört. Maduros Inkompetenz und die seiner gesamten Regierung, gepaart mit Sabotageakten führten das Land in den Ruin.

„Wo kein Brot auf dem Tisch ist, ist auch kein Frieden!“ So lautet ein portugiesisches Sprichwort und in dem Land, in dem etwa 800.000 Portugiesen und Portugiesischstämmige leben, kennt man dieses Zitat sicherlich. Rückwanderer berichten von einem Mangel an allem – Anarchie, Kriminalität, Mord und Totschlag wegen ein paar Rollen Klopapier. Doch sind diese Zustände einfach nur ein Resultat der Mangelwirtschaft? Nein, es sind gut inszenierte Propagandaaktionen, die zeigen sollen, dass Maduro sein Land dem Chaos überlässt. Doch wenn die Polizei oder Miliz ein Bandenmitglied tötet, dann heißt es es sei ein Demonstrant gewesen.

Wie gesagt, es ist wie auf dem Maidan. Gut organisierte, Soros-finanzierte „Demonstranten“ sind auf den Bildern zu sehen, wie sie mit Schilden, Gasmasken und Motoradhelmen, Eisenstangen, Molotowcocktails und Feuerwerkskörpern gegen die Polizei kämpfen. Doch im Hintergrund sind auch Scharfschützen, die sich wahllos ein Opfer aus der Menge suchen, damit CNN oder FOX-News wieder über die Linksdiktatur in Venezuela berichten kann. Henrique Capriles, der Oppositionsführer steht seinerseits bereit, um als designierter Präsidentschaftskandidat die Macht im Land zu übernehmen. Er wäre somit der „Poroschenko“ oder „Michel Temer“ Venezuelas.

Doch wird wohl auch hier ein CIA-Putsch nur zu einem weiteren Krieg führen, bei dem das einfache Volk zwischen den Extremen zerquetscht wird. Ein Wiederauferstehen der FARC und eine Ausbreitung auf die Nachbarländer Venezuelas ist in diesem Szenario auch nicht auszuschließen. Ein Pulverfass auf einem Erdölbrunnen? Auch das ist nicht neu.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende auf folgendes Empfängerkonto: Andreas Keltscha, IBAN: DE96100110012620778424, BIC: NTSBDEB1XXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

14 KOMMENTARE

  1. Venezuela ist schon lange auf der US – Gangsterabschußliste!

    Wer nicht ein US Vasalle ist,ist ein ANTIDEMOKRAT aus sicht von USRAEL!!

  2. Venezuela und die CIA – ein Maidan 2.0?

    ——–

    Na, klar, wollen sich die jüdischen Neo-Cons , die Wallstreet sowie die City of London Zugriff auf  die Erdölreserven Venezuelas verschaffen und dafür ist jedes Mittel recht.

    Nun ist es allerdings so, dass ähäm…'sozialistische' Regimes oder Regierungen, da sie in der Regel keine Ahnung von Wirtschaft und Finanzen haben, den Boden für solche Regime.- Changes vorbereiten.

    Da ist es dann oft schwierig -aufgrund der verworrenen Situation- zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.

    Im Falle Venezuelas denke ich, dass die Menschenfeinde gute Chancen haben, einen 'Umsturz' herbei zu führen.

    Die Leidtragenden werden –  wieder mal-  das einfache Volk sein.

    • @DvB – Guckst du unbedingt auch mal hier "Pulverfass Venezuela: Merkmale einer Farbrevolution" 

      Das Zielland gerät ins Visier der US-amerikanischen Strategen. Laut der US-amerikanischen Rechtsanwältin Eva Golinger sei Venezuela klar im Visier Washingtons, da sich dort eine der größten Erdölreserven der Welt befinde. Die Regierung Maduros lehnt es bis zum heutigen Tag ab, ihr Ölgeschäft zu privatisieren. Denn dies würde einem Ausverkauf an internationale, meist US-amerikanische Firmen gleichkommen. Die Bevölkerung würde dann noch weniger vom Reichtum des Landes profitieren und weiter verarmen.

  3. ich meine dem artikel entnehmen zu können, dass sich des autors meinung zur "besatzung der ostukraine" und der "annexion der krim" durch die RF geändert hat! hm, ja, was soll ich sagen – gut! : 

    • Wenn jemals die Idee rüberkam, dass ich auf dem Maidan um etwas anderes gahandelt hat wie ein US-Putsch, dann wurde ich wohl falsch verstanden. 

      • lol…selbst nach dem 3mal drüber lesen, hab ich es nicht geschafft auch nur ansatzweise eine Zustimmung zum Putsch vom 24.02.2014 zu finden. ^^

        Typen die immer und immer wiederholen, dass die Krim eine Annexion gewesen sei, damit jedoch zeigen das sie bei Begriffsbestimmung eine 0 im Kopf haben, fallen für mich unter Einsteins Worte " Die reinste Form des Wahnsinns ist es, etwas immer und immer zu wiederholen und gleichzeitig auf ein anderes Ergebnis zu hoffen"

        Das sage ich mittlerweile seit 3 Jahren jedem dieser Annexions-Honks, das auch nach der tausendsten Wiederholung der Vorgang vom  16. März 2014 eine Sezession war und dies auch so bleibt. In der Begriffsbetsimmung ist es völlig egal "ob grüne Mänchen oder was auch immer erdichtet wurden", denn es wird der Vorgang bewertet und sonst nichts und dieser Vorgang nennt sich Sezession !

        p.s.: mir ist schon klar weshalb der Westen dies einfach in eine Annexion umgedeutet hat, denn die kann man direkt Sanktionieren aber eine Sezession müsste beeinflußt sein, damit sie Sanktionen rechtfertigen würde…………und wer im Westen würde sich das nach der offiziellen Bekanntgabe der Einflussnahme durch "Miss 5Mrd-fucktheEU-Neuland" beim Putsch vom 24.02.2014 trauen ^^

        und JA es war ein Putsch, denn auch hier werden 73% niemals gleich oder größer 75% werden. Die Mathematik hat sich diesbezüglich laut meiner alten Mathe-Professoren in keinster weise geändert.

        • Eben und in Venezuela geschieht das Gleiche, wie auch in Brasilien – dort erstmal mit „Erfolg“ für die Bandidos,die sich jetzt auch wieder Indianerland (Amazonas) krallen wollen! 

    • Völkerrecht: Ukraine, Krim, Russland – Annexion oder Sezession?

      von Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider

      Kurzfassung:

      Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht.

  4. Die Intrigen der CIA können nicht das Versagen der linken Regierung negieren.

    Die linke Regierung hat es nicht geschafft, die Benzin-Raffinerien wieder in Gang zu bringen oder die Einkommensverhältnisse durchgreifend zu verbessern.

    Ebenso hat sie sie es nicht geschafft die Produktion zur Selbstversorgung hinreichend hoch zu fahren. Die Kriminalität hat sie auch nicht in den Griff bekommen.

    Hugo Chavez hatte eine gute Intention und hat ehrenvoll gegen die USA gekämpft, hat auch ein paar gute soziale Maßnahmen ergriffen, doch das durchschlagende Konzept, das Land zu sanieren fehlte ihm.

    Die Tragik der Linken ist ihre permanente Inkompetenz.

    ——————————————————–

    Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Adolf Hitler machte den Linken vor, wie man als Feind des Wallstreet-Imperiums ein Land in Eigenregie konsequent aufbaut und zum blühenden Vorbild für andere Länder macht.

    Hitler förderte Forschung, um neue Techniken zu entwickeln, um Importe überflüssig zu machen. Er sorgte für hohe Industrieproduktion und Inovationen, Stichwort VW-Werk und Kübelwagen.

    Hitlers Aufbauprogramm war so erfolgreich, dass sich die Wallstreet nur noch mit einer Kriegserklärung zu helfen wußte.

    Beim zweiten Weltkrieg ging es nicht um Polen, sondern um den Erfolg deutscher Industrie auf dem Weltmarkt.

  5. Es wäre ja auch ein Wunder, wenn nicht auch da die CIA und SOROS ihre dreckigen Finger im Spiel hätten.

    SOROS war vorige Woche Donnerstag in Brüssel und diese Woche gab es dann die Nachricht : Brüssel ( EU) hat entschieden das die europäischen  Binnengrenzen offen bleiben.

    Warum wohl ?! 

    BRÜSSEL UND SOROS entscheiden und alle EU Länder ( Völker) haben zu gehorchen !!!!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here