Bild: Lokales Organisationskomitee für die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

Die antirussischen Sanktionsforderungen deutscher Politiker werden immer skurriler. Denn inzwischen unterstützen diverse Unionspolitiker Poroschenkos Vorschlag, Russland als Veranstalter der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zu boykottieren.

Von Marco Maier

Offenbar scheint es in der transatlantisch ausgerichteten CDU/CSU-Fraktion nicht an Unterstützern für alle möglichen Sanktionen gegen Russland zu mangeln. Als der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland ins Gespräch brachte, sprangen gleich einige Politiker auf den Sanktionszug auf.

Der CDU-Obmann im Sportausschuss des Bundestages, Frank Steffel, und der hessische CDU-Innenminister Peter Beuth fordern im Springer-Blatt "Bild" einen WM-Entzug, falls Russland bei seiner bisherigen Ukraine-Politik bleibt. CSU-Politiker Stephan Mayer (innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag) will sich diese Option offen halten, der bayerische CSU-Innenminister Joachim Herrmann hält einen Boykott für möglich.

Die Spitzen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hingegen lehnen einen Boykott ab. Das erklärten IOC-Präsident Thomas Bach und DFB-Boss Wolfgang Niersbach. "Ein Boykott widerspricht dem Sinn des Sports, Brücken zu bauen. Der Sport hält die oftmals letzte Türe zum Dialog offen", sagte Bach. Niersbach ergänzte: "Es ist sinnvoller, die weltweite Strahlkraft großer Turniere zu nutzen, um sich für Menschenrechte einzusetzen und wo nötig auf politische Veränderungen zu drängen."

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hält sich derzeit noch zurück. Sie will sich jetzt erst einmal "auf das Jahr 2015" konzentrieren, wie sie während des gestrigen Besuchs von Petro Poroschenko sagte. Doch im Endeffekt heißt dies – wie die Erfahrung hinsichtlich des "Fähnleins im Wind" zeigt – dass für die Regierungschefin derzeit eh noch alles offen ist. Wenn es ihr opportun erscheint, wird sie auch diese Option aufgreifen.

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5 KOMMENTARE

  1. Diese Assis aus Politik und Lobbywirtschaft gehen mir tierisch auf den Sack. Nicht genug, dass sie überall und immer gegen Russland hetzen, sie entblöden sich auch nicht, jetzt den Sport vorzuschieben. Wir sollten dieses Lumpenpack endlich laternisieren.

  2. Dudel ,

    das Problem liegt aber auch einen Großteil der bevölkerung die auf so einen Blödsinn reinfallen.

    In dem Buch " Jahrhundertluege" Teil 2 gibt es ein Kapitel " Die Umerziehung des deutschen Volkes".Der bringt die Sache auf den Punkt.Nur liest der deutsche Michel so etwas nicht.

    Daher können die Schwarzen Leien und Dummbatzen soetwas verbreiten.Man könnte Sie Alle wegen Völkermord anklagen.

  3. Aha… Aber sobald mal wieder ein Greenpeace-Plakat oder eine antizionistische Message an einem Spiel rumhängt, heisst es gleich, man solle Politik und Sport nicht vermischen. Ja ne, ist klar…

  4. Da sollte der Putin von vorneherein die Fussball Weltmeisterschaft absagen. Dann gebe es nichts zu boykotieren.

     

    Gruss otto aus Kanada

  5. Lächerlich, das Ganze.  Sollen   sie  doch, deshalb  geht  Russland  nicht  unter.

    Aber,  sie  könnten  sich  irgendwann daran  erinnern.  Wir  brauchen   Russland,  Russland  braucht  uns  nicht  unbedingt. 

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