Kann der Nahe Osten ohne Öl überleben?

Die Ölproduzenten am Golf tun sich schwer damit, ihre Volkswirtschaften von ihren wichtigsten Exporteinnahmen weg zu diversifizieren, und es könnte mindestens ein Jahrzehnt dauern, bis sie dabei Fortschritte machen. Dies prognostiziert Moody’s in einem aktuellen Bericht, der von Reuters zitiert wird, und stellt fest, dass diese Abhängigkeit von den Öleinnahmen die “wichtigste Kreditbeschränkung” für die sechs Mitglieder des Golf-Kooperationsrates sein wird: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Prognose kommt für jeden, der die Region beobachtet, kaum überraschend. Die Ölstaaten am Golf versuchten während des Ölpreisabsturzes 2014, ihre Wirtschaft zu diversifizieren, aber gerade wegen des Ölpreisabsturzes fehlten ihnen die Mittel, um viel zu tun. Um die Krise zu bewältigen, mussten die Regierungen dieser Länder Sparmaßnahmen einführen und versuchten einige Reformen, die auf starken öffentlichen Widerstand stießen, was auf die Gefahr einer Destabilisierung hinwies, wenn der Reformschub fortgesetzt würde.

Jetzt ist die Situation noch bedrohlicher, weil die Pandemie im letzten Jahr ein noch nie dagewesenes Ausmaß an Nachfragezerstörung verursacht hat. Diese Nachfragezerstörung führte zu einem Preisverfall, der die Volkswirtschaften der Golfstaaten zu einer immer höheren Kreditaufnahme zwang.

Anfang des Jahres gab der Internationale Währungsfonds eine Prognose heraus, dass die Einnahmen der Ölproduzenten im Nahen Osten und Nordafrika bis Ende 2020 um 270 Milliarden Dollar einbrechen könnten. Allein die Volkswirtschaften der Golfproduzenten, so sagte ein Fondsbeamter damals, könnten bis 2020 um 7,6 Prozent schrumpfen.

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Eine Analyse von Irina Slav

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Ein Kommentar

  1. Überleben schon, die Frage ist nur wie, denn Vermögen ist ja ohne maßgebliche Einnahmen schnell verbraucht und ihr Engagement in der Welt durch Firmenbeteiligungen reicht bei weitem nicht aus um die eigenen Staatshaushalte zu finanzieren und dann fallen sie halt wieder in alte Beduinenzeiten zurück oder sie kommen zu uns, wobei es hier auch bald nichts mehr zu holen gibt und wer daran noch glaubt scheint ja ein sozialistischer Träumer zu sein, weil alles gegen uns spricht und nicht umsonst hat Kissinger schon in den siebziger Jahren davor gewarnt, das Europa aufpassen muß, nicht das Armenhaus der Welt zu werden und um die ganze Entwicklung zu umschreiben, die zum Ende führt, bedarf es langer Ausführungen, wobei sich kurz gesagt alle wie Perlen an der Schnur zusammenreihen wo das Ende bereits zu sehen ist, was keiner glaubt und trotzdem erleben wird.

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