BDI warnt vor deutlicher Rezession

Deutschland rutscht laut BDI wie auch die USA und die EU in die Rezession ab. Der Verband fordert mehr öffentliche Gelder ein.

Von Redaktion

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht bereits deutliche Anzeichen einer starken Rezession in Deutschland. Hauptgeschäftsführer Joachim Lang warnt davor, dass im laufenden Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von drei bis sechs Prozent gerechnet werden“ müsse. Allerdings nur dann, wenn die Unterbrechung der wirtschaftlichen Aktivität nicht länger als sechs Wochen dauere.

„Die weltweite Wirtschaftsleistung wird um bis zu drei Prozent sinken. In den vergangenen 50 Jahren fiel sie überhaupt nur ein einziges Mal – und zwar 2009 um 1,7 Prozent. Für den Welthandel erwarten wir im besten Fall einen Rückgang um drei bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr“, erklärte er.

So sei „eine kräftige Rezession in den Vereinigten Staaten, in Europa und in Japan“ laut Lang „in diesem Jahr nicht mehr zu vermeiden.“ Im Euroraum und der EU wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu fünf Prozent erwartet, in den Vereinigten Staaten sollen es bis zu vier Prozent sein, in Japan um bis zu drei Prozent. „In China ist immerhin noch mit Wachstum von bis zu zwei Prozent zu rechnen“, so Lang.

Allerdings könnte er die Entwicklung in den USA deutlich unterschätzen, zumal bislang kaum eine Eindämmung gelang. Auch in Japan gibt es erneut steigende Infektionszahlen, so dass auch dort der Ausnahmezustand verhängt wird. Das bleibt nicht ohne Folgen.

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„Viele Regierungen und Notenbanken haben Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft auf den Weg gebracht“, so der BDI-Hauptgeschäftsführer, „Mit einsetzendem Erfolg der Quarantänemaßnahmen werden weitere fiskalpolitische Stimuli erforderlich werden. In den USA sind erste Maßnahmen beschlossen worden, China, Japan werden nachlegen.“

Er fordert die Europäer dazua auf, ungeachtet der ohnehin schon hohen öffentlichen Verschuldung deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen. „In der EU reichen die fiskalischen Stützungs- und Belebungspakete noch nicht aus. Deutschland ist mit einem großen Paket vorangeschritten. In vielen Ländern sind weitere kräftige Maßnahmen notwendig“, fordert er. „In Europa kann und muss die supranationale Ebene einen wesentlichen Beitrag leisten. Nach dem Exit aus der Quarantäne muss ein lang angelegtes Wiederaufbauprogramm beginnen.“

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