Biden sagt, dass Amerika zurück ist, aber das könnte eine schlechte Sache sein

Amerika sei zurück, so US-Präsident Joe Biden. Doch für die Welt ist das wahrscheinlich keine so gute Sache.

Von Andrew Korybko

Die Welt sollte Präsident Bidens Erklärung, dass “Amerika zurück ist”, nicht feiern, sondern in Angst zittern. Er meint damit nicht, dass es als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Gemeinschaft zurückkehrt, sondern dass es seine schlechten Gewohnheiten verdoppelt.

“Amerika ist zurück”, donnerte US-Präsident Joe Biden letzte Woche per Videoansprache auf der Münchner Sicherheitskonferenz, doch was er darunter versteht, könnte für den Rest der Welt schlecht sein.

Es gab große Hoffnungen, dass er wieder pragmatisch mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten würde, um die vielen außenpolitischen Fehler seines Vorgängers zu korrigieren, aber es scheint angesichts der restlichen Worten, die er während seiner Rede teilte, dass er andere Motivationen im Sinn hat.

Das Problem ist, dass Präsident Biden offenbarte, wie ideologisch seine geplante Außenpolitik ist, was unweigerlich zu weiterer internationaler Instabilität in der Zukunft beitragen wird.

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Laut dem amerikanischen Staatsoberhaupt befindet sich die Welt derzeit an einem Wendepunkt zwischen Demokratie und dem, was er als “Autokratie” bezeichnete.

Er sagte, dass die “aufrüttelnde Mission” seines Landes daher darin bestehen müsse, “zu zeigen, dass Demokratien in dieser veränderten Welt immer noch etwas für unsere Menschen leisten können”, da er davon überzeugt sei, “dass dies der beste Weg ist, um das Versprechen unserer Zukunft neu zu beleben.”

An und für sich wäre das kein Problem, solange sich die USA nur darauf konzentrieren würden, den Zustand ihrer Demokratie im eigenen Land zu verbessern, aber leider will er seine Interpretation dieses Regierungssystems dem Rest der Welt auf paradoxerweise undemokratische Weise aufzwingen.

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In der Demokratie geht es angeblich darum, Unterschiede zu respektieren, doch Präsident Biden verkündete, dass Amerika “sich dafür einsetzen wird, [seine Werte] in der ganzen Welt zu verteidigen”, die sich von denen anderer Länder unterscheiden.

Jeder Staat sollte das Recht haben, zu Hause seine eigene Form der Demokratie im Einklang mit seinen nationalen Traditionen und seiner Kultur zu praktizieren, ohne für diese Wahl unter Druck aus dem Ausland zu geraten.

So wie jeder Mensch in einer Demokratie tun und lassen kann, was er will, solange es friedlich und verantwortungsbewusst ist und nicht die Rechte anderer verletzt, so sollte dies auch jedes Mitglied der internationalen Gemeinschaft tun können.

Leider spricht Präsident Biden mit seiner ideologisch geprägten Außenpolitik China dieses Recht ab, was Amerikas pro-demokratischen Ansatz in den internationalen Beziehungen diskreditiert.

Er schlug vor, dass “die Vereinigten Staaten, Europa und Asien zusammenarbeiten, um den Frieden zu sichern und unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen und unseren Wohlstand im gesamten Pazifik voranzutreiben”, aufgrund dessen, was er als “langfristigen strategischen Wettbewerb mit China” bezeichnete.

Er sagte auch: “Wir müssen uns gegen die wirtschaftlichen Missbräuche und den Zwang der chinesischen Regierung wehren, die die Grundlagen des internationalen Wirtschaftssystems untergraben. Jeder – jeder – muss nach den gleichen Regeln spielen.”

Diese Aussage ist extrem heuchlerisch, da sie nicht mit der Realität übereinstimmt.

Es sind die USA, die wirtschaftlichen Missbrauch betreiben und eine Politik des Zwangs gegen andere verfolgen, die ihren Unwillen bestätigt, nach den gleichen Regeln zu spielen wie alle anderen.

Das beweist ihr Handelskrieg gegen China und der Rückgriff auf illegale Sanktionen als außenpolitisches Instrument. China hingegen hat sich stets an das Völkerrecht und die Regeln der Welthandelsorganisation gehalten.

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Peking ist nicht der Meinung, dass in dieser Hinsicht mit zweierlei Maß gemessen werden sollte.

Es hat immer wieder dafür plädiert, dass Amerika dazu zurückkehren sollte, internationale Regeln und Normen zu respektieren, anstatt sie zu verletzen.

Präsident Bidens messianischer Glaube an Amerikas Mission, anderen seine nationale Interpretation von Demokratie aufzuzwingen, scheint ihn zu der Ansicht gebracht zu haben, dass es akzeptabel ist, zu diesem Zweck mit zweierlei Maß zu messen.

Das ist die einzige Erklärung dafür, warum er den Rest der Welt so schamlos anlügt, indem er behauptet, China betreibe eine Politik des wirtschaftlichen Missbrauchs und der Nötigung, wenn es doch genau das ist, was sein eigenes Land nachweislich getan hat.

Diese Beobachtung deutet stark darauf hin, dass der grundlegende Trugschluss seiner Außenpolitik in der irrigen Annahme besteht, dass Amerikas Demokratiemodell universell ist und dass dies das Land daher außergewöhnlich macht.

Das ist jedoch nicht wahr. Amerika ist weder besser als alle anderen, wie die Konservativen des Landes behaupten, noch ist es “der Erste unter Gleichen”, wie die Liberalen zu glauben scheinen.

Es ist einfach nur ein weiteres Mitglied der internationalen Gemeinschaft, wenn auch dasjenige, das aufgrund seines gefährlichen Glaubens an seine eigene messianische Mission und seinen Exzeptionalismus wohl am meisten für die Destabilisierung der Welt verantwortlich ist.

In Anbetracht dessen sollte die Welt die Erklärung von Präsident Biden, dass “Amerika zurück ist”, nicht feiern, sondern vor Angst zittern.

Er meint damit nicht, dass es als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Gemeinschaft zurückkehrt, sondern dass es seine schlechten Gewohnheiten verdoppelt.

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Ein Kommentar

  1. Amerika ist wieder zurück, was man ja vor wenigen Tagen in Syrien gesehen hat und vermutlich der Auftakt für neue Schweinereien ist, in alter Tradition der Nachfolger der Angelsachsen und allein schon seine Glaubenszugehörigkeit ist ein Merkmal übelster Verlogenheit, denn deren Taten waren schon immer Programm mit allem was dazu gehört.

    Das ist ein Mix aus Raff und Piefke, Machtmißbrauch, Amtsanmaßung, Unterdrückung, Vernichtung, Gotteslästerung und vielen anderen Bestandteilen in Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten, zum Wohle des eigenen Geldbeutels, aber ganz bestimmt nicht für das Wohlergehen der Menschheit, denn das kann man für ein Gerücht halten.

    Diese Art von Saubermännern sind ja gerade jene, die im Prinzip kein Mensch haben möchte, aber durch ihre Lügen den Leuten etwas vortäuschen um gewählt zu werden um dann mit den eigentlichen Absichten die Welt zu beglücken, was für ein fataler Irrtum der Massen, die sich vielleicht mal eines besseren besinnen sollten.

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