Die Bundeswehr in Mazar-e Sharif, Afghanistan. Bild: Flickr / isafmedia CC-BY 2.0

Während Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer davon träumt, mehr deutsche Soldaten im Ausland zu verheizen, sieht der Wehrbeauftragte des Bundestags keine Kapazitäten dafür.

Von Marco Maier

Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK genannt, träumt davon, möglichst viele deutsche Soldaten ins Ausland zu entsenden, um sie dort für die Interessen des westlichen Establishments zu verheizen. Denn Deutschland wird ja schon seit längerer Zeit nicht mehr nur an den eigenen Grenzen bzw. den EU-Außengrenzen verteidigt, sondern auch am Hindukusch, am Horn von Afrika, in Mali und an der russischen Grenze.

Doch die angehende Kriegsministerin hat ein Problem: die Bundeswehr ist in einem desolaten Zustand und schon jetzt kaum in der Lage, die Bedürfnisse des Establishments und des Militärisch-industriellen Komplexes zu erfüllen. Das hat auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, der Sozialdemokrat Hans-Peter Bartels erkennt.

„Wenn die Verteidigungsministerin in Interviews sagt, die Bundeswehr könne materiell und personell sofort zusätzliche Auslandseinsätze stemmen, ohne bestehende Verpflichtungen zu gefährden, dann kann das allenfalls für neue Kleinmissionen gelten, sicher nicht für eine deutsche Syrien-Brigade mit 5.000 Soldaten, durchhaltefähig über Jahre“, sagte Bartels dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Laut Bartels muss Kramp-Karrenbauer die Voraussetzung für zusätzliche Auslandseinsätze erst noch schaffen. „Verbesserung der Einsatzbereitschaft heißt die Aufgabe. Dazu muss dringend die Beschaffung vollständiger Ausrüstung beschleunigt werden, und auch die organisierte Verantwortungsdiffusion in Ämtern und Truppe ist eine Reformbaustelle.“ Auslandseinsätze könnten im Übrigen kein Selbstzweck sein, fügte Bartels hinzu.

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Nun ja, die Bundeswehr für fremde Interessen in fremde Länder zu schicken (also z.B. für die USA nach Afghanistan oder für Frankreich nach Mali) scheint für die SPD jedoch auch kein Problem zu sein. Denn substanzielle Kritik am Einsatz deutscher Soldaten für die Interessen Anderer kommt nicht. Man bemängelt nur die Ausrüstung und die Organisation der Truppe.

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2 KOMMENTARE

  1. „Denn Deutschland wird ja schon seit längerer Zeit nicht mehr nur an den eigenen Grenzen bzw. den EU-Außengrenzen verteidigt, sondern auch am Hindukusch, am Horn von Afrika, in Mali und an der russischen Grenze.“ Seit wann wird Deutschland wieder an den eigenen Grenzen verteidigt? Jeder, der das Zauberwort Asyl stammeln oder auch nur tanzen kann, darf ins Land. Die echten Pässe werden zuvor entsorgt, und die deutschen Behörden glauben schlichtweg alles, was ihnen die Fremden erzählen. Dass sie dabei evtl. verschweigen, dass sie in der eigenen Heimat gemordet und/oder vergewaltigt haben oder ob sie lediglich kommen, um den aus Syrien vertriebenen IS hier weiter aufzubauen, interessiert die in Deutschland Regierenden nicht im Geringsten. Die Deutschen sind zum Abschuss freigegeben, das ist die Wahrheit.

  2. Deutschland stellte keine Truppen zur Verfügung, um Libyen, Syrien usw. anzugreifen, sondern empfing Migranten voll und ganz für die Kriege in Afrika und der Aricaban-Welt.

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