Recep Tayyip Erdogan. Bild: Flickr / World Humanitarian Summit CC BY-ND 2.0

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, die USA erfülle ihre Zusage, kurdische Militante aus einer syrischen Grenzregion zu entfernen, nicht. Er werde das Problem ansprechen, wenn er nächste Woche US-Präsident Donald Trump trifft.

Von Redaktion

Die Türkei startete am 9. Oktober eine Offensive im Nordosten Syriens, um die kurdischen Militanten der sogenannten Volksschutzeinheiten (YPG) aus den Grenzgebieten zu entfernen. Der Einmarsch erfolgte, nachdem die USA ihre Streitkräfte abrupt aus der Region abgezogen hatten und Ankara den Weg für eine geplante Militäraktion gegen Washingtons langjährige kurdische Verbündete ebnete.

Neun Tage nach Beginn der Operation stimmte die Türkei am 17. Oktober zu, die Offensive für 120 Stunden anzuhalten, während die USA den Rückzug kurdischer Kämpfer aus einer geplanten 120 Kilometer langen Sicherheitszone zwischen den syrischen Grenzstädten Tell Abyad und Ras al-Ayn ermöglichen sollte.

Erdogan: USA lieferten 30.000 Lkw-Ladungen Waffen nach Syrien

Ankara betrachtet die von den USA unterstützte YPG als eine Terrororganisation, die mit der militanten Gruppe der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verbunden ist, die seit 1984 eine autonome kurdische Region in der Türkei sucht.

Loading...

Erdogan wird voraussichtlich am 13. November in Washington die Umsetzung der Vereinbarung mit Trump erörtern. Das Treffen soll nach einem Telefonat zwischen den beiden Staatschefs stattfinden.

„Während wir diese Gespräche führen, haben diejenigen, die uns versprochen haben, dass sich die YPG … innerhalb von 120 Stunden von hier zurückzieht, dies nicht erreicht“, sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Auch an Russland übte er Kritik.

Erdogans Besuch in Washington erfolgt inmitten der zunehmenden Spannungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten nach der Offensive der Türkei in Nordsyrien und der Entscheidung des Kongresses, den Völkermord an den Armeniern vor einem Jahrhundert anzuerkennen.

Die Türkei wurde auch aus dem F-35 US-Kampfflugzeugprogramm ausgeschlossen, nachdem sie trotz zahlreicher US-Warnungen das russische Raketenabwehrsystem S-400 übernommen hatte.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here