Viele Menschen in Deutschland sind mit dem herrschenden System unzufrieden. Braucht es eine tiefgreifende Änderung? Was würden Sie bevorzugen?

Von Marco Maier

Für nicht wenige Menschen in Deutschland ist die repräsentative „parlamentarische Republik“ ein Anachronismus. Ein starkes direktdemokratisches Element scheint eine Lösungsmöglichkeit für viele Probleme zu sein. Andere wünschen sich die Monarchie zurück, einige autoritäre Staatsmodelle, während es auch Stimmen für anarchistische Gesellschaftsformen gibt.

Im Grunde genommen ist das repräsentative parlamentarische System völlig veraltet. Wir leben in einer Parteiendiktatur (siehe mein Buch), in der eine kleine Minderheit der Bevölkerung tatsächlich politisch aktiv ist und diese Minderheit auch noch zumeist von einer noch kleineren Gruppe (Parteiführung, Top-Funktionäre) gelenkt wird. Kritische Geister innerhalb der einzelnen Parteien haben kaum eine Chance auf einen Aufstieg, die Konformität mit dem Zeitgeist siegt.

Hinzu kommt, dass sich eine Selbstbedienungsmentalität breit gemacht hat. Gelder aus den öffentlichen Kassen werden nicht selten missbräuchlich verwendet – wenngleich nicht selten im „legalen Rahmen“ (den man selbst für sich festgelegt hat). Ganz zu schweigen von der „Drehtür“ zwischen Politik und Wirtschaft, wo ehemalige Politiker für eine „günstige“ Politik zugunsten einzelner Branchen und Konzerne immer wieder mit gutbezahlten Versorgungsjobs belohnt werden.

Zu Recht sorgt dies für einen wachsenden Unmut und zur „Demokratieverdrossenheit“ in der Bevölkerung. Wobei dieses Wort eigentlich nicht wirklich korrekt ist. Vielmehr macht sich eine „Systemverdrossenheit“ breit. Da nützen auch Politikerappelle an die Kollegen nichts, mehr auf die Menschen einzugehen. Ohne eine von Grund auf erfolgende Änderung bleiben sämtliche „Reformen“ nur Makulatur.

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Doch das Problem ist: Jeder, der sich für einen tiefgreifenden Umbau des Staates einsetzt, wird zum „Verfassungsfeind“. Denn das System erlaubt die eigene Abschaffung nicht. Selbst dann, wenn es tatsächlich eine brauchbare und sinnvolle Alternative dazu gäbe. Allerdings lässt die Meinungsfreiheit es (zumindest derzeit) noch zu, über mögliche Alternativen zu sprechen und diese zu diskutieren.

Was würden Sie am herrschenden System ändern? Welches System würden Sie bevorzugen – wie sähe dieses aus?

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3 KOMMENTARE

  1. Bei einer Wahlbeteiligung von 75% sagen 3/4 der wahlberechtigten mündigen Menschen, dass sie mit dem bestehenden System zufrieden sind. Sonst bräuchten sie nicht absichtlich und freiwillig in ihrer Freizeit in die nächste Wahlzelle zu pilgern. Es wurde auch von keiner zur Wahl stehenden Partei eine Änderung dieses Systems angepriesen, nur hohle, sinnlose Phrasen. Welche Partei dann angekreuzt wurde, ist nebensächlich.
    Wie das Ganze endet, beschreibt Thorsten Polleit in dem Artikel: https://www.misesde.org/?p=20572
    Somit ist das Schild oben falsch. Die Demokratie ist eine Diktatur. Die der Dummen, die sind immer in der Mehrzahl.

  2. Ich denke es ist die Frage der Fragen.
    Vielleicht entscheidet sie über Gedeih oder Verderb unserer Zivilisation.
    Aus alten Überlieferungen -etwa Sanskrit Texten- geht hervor,dass hoch entwickelte (ausserirdische) Zivilisationen von Königen oder Anführern regiert werden,die allerdings sehr fähig sein sollen.Das deutet auf Monarchien hin.
    Wenn es so ist,dann wäre unsere parlamentarische Diktatur,verkörpert von geldgierigen,geistesschwachen Selbstdarstellern nur eine temporäre unerfreuliche Erscheinung.

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