Eine F16 der türkischen Luftstreitkräfte. Bild: Wikimedia / rusavia CC BY-SA 2.0

Der Einmarsch der Türkei in Nordsyrien aus der geopolitischen Perspektive. Er ist eine Chance für die syrische staatliche Integrität.

Trotz der Tatsache, dass sich die Türkei in letzter Zeit den USA widersetzt hat, was den Kauf des russischen S-400-Raketensystems anbelangt, hat der US-Präsident der langjährigen Forderung seines NATO-Partners nach einem Einmarsch in Nordsyrien und der Vernichtung der kurdischen Milizen endlich zugestimmt.

Dies ist eine kritische Entscheidung, da kurdische Milizen die Hauptverbündeten der USA im Krieg gegen den Islamischen Staat in Syrien waren. Nachdem die USA ihren einzigen Verbündeten in Syrien aufgegeben haben, zeichnet sich ein politischer Wandel ab, der letztendlich für Syrien von Vorteil sein könnte. Auf diesen Punkt werden wir später noch eingehen. Hier geht es um den Faktor, der die USA dazu veranlasste, ihre frühere Position gegenüber Kurden zu ändern.

Es ist kaum zu übersehen, dass die Welt zunehmend multipolar wird, und die Türkei als „Reich der Mitte“ zwischen zwei Polen hat ihre geostrategische Position in der aufstrebenden Weltordnung bestmöglich genutzt. Wie Erdogan kürzlich in seiner UNO-Rede sagte: „Die Welt ist größer als fünf.“ Er bezog sich auf die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates: Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Amerika. Vielleicht möchte er, dass sein Land als Sechstes aufgenommen wird, oder dass sich die Welt bereits zu sehr verändert hat, als dass diese Länder allein zurechtkommen könnten, ohne ein Gespür für die Interessen anderer Mächte zu zeigen.

Wie viele Berichte in den Mainstream-Medien des Westens gezeigt haben, bleibt die Türkei trotz ihrer sehr expliziten strategischen Beziehungen zu Russland für die USA wichtig. Die Tatsache, dass die USA trotz ihrer Gewohnheit, die Welt einseitig zu regieren, ihre Position ändern mussten, spiegelt die notwendigen außenpolitischen und strategischen Anpassungen wider, die sogar die USA in dieser zunehmend multipolaren Welt vornehmen müssen. Eine Welt, in der ein Land relativ viel kleiner als die USA und an der Schnittstelle zwischen Asien und Europa gelegen, ein viel größeres und mächtigeres Land dazu zwingen kann, die Interessen eines kleineren Landes zu priorisieren.

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