Im Syrienkonflikt herrscht wieder einmal Chaos. Eines, das die USA absolut mitverursacht haben.

Von Eric Margolis / Antikrieg

Was für ein Durcheinander! Die imperialistischen Köche in Washington haben das arme Syrien in eine Giftgrube kämpferischer Fraktionen verwandelt, mit verheerenden Folgen für alle.

Henry Kissinger sagte einmal, dass es gefährlicher ist, Amerikas Verbündeter zu sein als sein Feind. Ein gutes Beispiel dafür ist, wie Washington die Kurden in Syrien im Kampf gegen den IS einsetzte und sie dann stehen ließ, um sich alleingelassen dem Zorn des mächtigen türkischen Militärs zu stellen.

In den US-amerikanischen Konzernmedien und im Kongress ist ein grosses Jammern ausgebrochen, dass die Kurden verraten werden. Die evangelikale extreme Rechte und die Unterstützer Israels führen diese Klage an. Israel hat im Verborgenen seit 1975 Kurden im Irak, Iran und in Syrien bewaffnet und unterstützt, um den fragilen arabischen Nahen Osten auf elegante Weise aufzuspalten.

Aber Präsident Trump hatte Recht, als er sagte, dass die Kurden von Washington für ihre Dienste reichlich bezahlt worden seien, und hinzufügte: „Sie sind keine Engel“. Einige Fakten, die von den US-Medien ignoriert wurden:

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Die Kurden, ein nicht-semitisches Volk persischer Herkunft sind wie die Palästinenser ein staatenloses Volk, Sand im Auge des Mittleren Ostens. Sie bewohnen die Gebirgsregionen von Syrien, Irak, Armenien und Iran. Kurden sind ein stattliches, kriegerisches Volk, das für seine Kampfkunst und seinen Mut bekannt ist. Sie haben lange Zeit mit benachbarten arabischen und iranischen Stämmen um Weideland und Wasserressourcen gekämpft.

Die Obama-Administration wurde vom tiefen Staat und Israel zur Bewaffnung und Finanzierung der extremistischen Gruppe des Islamischen Staates überredet, um die säkulare Regierung Syriens, eines Verbündeten des Iran zu stürzen. Die mit US-Ausrüstung ausgestattete irakische Armee, die zur Bekämpfung des IS geschickt wurde, rannte um ihr Leben. Als der islamische Staat Bagdad bedrohte, intervenierte die US-Luftwaffe und zerschlug ihn. Schurkenelemente des islamischen Staates liefen Amok und verursachten alle möglichen Gräueltaten. Einige IS-Einheiten erhalten nach wie vor verdeckte grenzüberschreitende Unterstützung durch Israel.

Die USA hielten es für zweckmäßig, kurdische Milizen, bekannt als YPG, zu bezahlen, um Überreste des bunt zusammengewürfelten IS zu bekämpfen, einen bewaffneten Mob, dessen Gefahr von westlichen Medien wild übertrieben wurde. Der IS war eine perfekte Ausrede, um die US-Streitkräfte im Mittleren Osten zu halten. Die Türkei half, den IS zu bewaffnen.

Die kurdische Minderheit in der Türkei macht 15-20 Prozent der 80 Millionen Kurden aus. Die gefährliche marxistische PKK-Bewegung fordert seit den 1980er Jahren einen unabhängigen kurdischen Staat. Ich habe über den Krieg in der Türkei zwischen der PKK und der türkischen Armee im südlichen Anatolien berichtet, eine blutige Affäre von Bombenanschlägen und Massakern, die über 40.000 Tote forderten. Die bloße Erwähnung eines unabhängigen kurdischen Staates bringt die Türken auf die Palme, die die Kurden als „Bergtürken“ und Marxisten als „Terroristen“ bezeichnen.

Kurden wurden von verschiedenen türkischen Regierungen und ihren Generälen hart unterdrückt. Aber als die osmanischen Türken im Ersten Weltkrieg Zehntausende armenischer Gefangener nach Syrien trieben, vergewaltigten und massakrierten kurdische Stämme sie in großer Zahl. In den 1920er Jahren genehmigte der heilige Winston Churchill den Einsatz von Giftgas gegen „widerspenstige“ kurdische und afghanische Stämme.

Die Versuche der Vereinigten Staaten von Amerika, die syrische Regierung zu stürzen, verursachten ein nationales Chaos. Das unwirtliche östliche Drittel Syriens war von einer aus verschiedenen Stämmen zusammengesetzten Bevölkerung geprägt, aber die kurdische YPG-Miliz erklärte es für unabhängig von Syrien und rief einen neuen kurdischen Staat namens Rojava aus. Kein Wunder, dass sich ein verwirrender Nahkampf zwischen syrischen Streitkräften und arabischen Stammeskämpfern, US-Einheiten, kurdischen Milizen, IS und Stämmen entwickelte, die mit Damaskus verbündet waren. Die Türkei, entsetzt über die Aussichten auf einen unabhängigen kurdischen Staat gleich an der Grenze beschloss, ihre Armee zu entsenden, die bereits Maßnahmen gegen bewaffnete kurdische Gruppen gefordert hatte.

In diesen Wirbelstrom stieß Donald Trump, der keine Ahnung von Syrien hatte. Es gab nur etwa 1.000 US-Soldaten in Syrien, aber diese konnten die im nahen Katar stationierte US-Luftwaffe zu Hilfe rufen. Diese symbolische Truppe wird in den benachbarten Irak abgezogen, nach wie vor ein von den USA besetztes Land mit einer Marionettenregierung, mit einer amerikanischen Garnison von mindestens 5.000 Soldaten und Meeren von Erdöl.

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Kurz gesagt, Syrien wird durch Kriege zermalmt, die keinem guten Zweck dienen. Die Türkei machte einen schweren Fehler, als sie sich den Bemühungen anschloss, die Regierung Assad in Syrien zu stürzen. Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Israel haben dort überhaupt nichts zu suchen. Nur Russland hat ein berechtigtes geopolitisches Interesse an Syrien, das nahe seiner Südgrenze liegt. Bisher hat Wladimir Putin in Syrien sehr geschickt im Schachspiel um die große Macht gespielt, während die USA immer wieder Fehler machten.

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