Insgesamt vier Kinder von deutschen IS-Anhängern wurden vom Auswärtigen Amt von Syrien aus nach Deutschland überführt. Das ist erst der Anfang. Knapp 100 weitere Kinder warten in Camps in Nordsyrien auf die Überstellung in die Bundesrepublik.

Von Michael Steiner

Die Debatte um die Kinder von IS-Anhängern geht bereits einige Zeit. Kürzlich erst wurde angekündigt, dass der Nachwuchs der Terroristen nach Deutschland (zurück-) geholt werden soll. Nun sind laut einem Bericht der „Bild“ die ersten vier Kinder aus Syrien in Deutschland angekommen.

Zwei Schwestern (vier und zwei Jahre) sowie ein siebenjähriger Junge aus Kassel seien von ihren Großeltern in Erbil in Empfang genommen worden, berichtet die „Bild“ unter Berufung auf eigene Informationen.

Ein Baby (zehn Monate) wird demnach vom Auswärtigen Amt direkt nach Deutschland zurückgeführt, da es an einer lebensbedrohlichen Erkrankung – einem sogenannten Wasserkopf – leidet. Die Berliner Mutter des Kindes bleibe mit ihren weiteren Kindern vorerst in einem von der kurdischen YPG-Miliz betriebenen Camp in Nordsyrien in Haft.

Grund für die Rückführung war eine Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, wo Angehörige geklagt hatten. Denn im Gegensatz zum Irak gibt es derzeit keine deutsche Botschaft in Syrien, weshalb das Auswärtige Amt zögerte, Kinder von IS-Terroristen nach Deutschland zurückzuholen. Zusätzlich hegte man in Berlin Bedenken, durch einen Deal mit der YPG-Miliz die Türkei vor den Kopf zu stoßen, da die Miliz als syrischer Ableger der PKK gilt.

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Wie die Zeitung weiter berichtet, haben noch mehr Angehörige Klage auf Rückführung eingereicht. Den Informationen zufolge sollen sich noch fast 100 Kinder in den nordsyrischen Camps der Kurdenmilizen befinden, die aufgrund der Staatsangehörigkeit mindestens eines ihrer Elternteile ein Anrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft hätten oder diese bereits besitzen. Auch diese sollen (wieder) nach Deutschland gebracht werden.

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