Eine Iskander-M. Sie kann auch Raketen des Typs 9M729 abfeuern. Bild: © Sputnik / Stringer

Russland macht den USA ein Angebot. Man werde keine neuen Raketen in Europa oder Asien stationieren, so lange die Amerikaner dies nicht zuerst tun. Moskau will so ein nukleares Wettrüsten verhindern und spielt den Ball in US-Hände.

Von Redaktion

Nach dem endgültigen Zusammenbruch und dem formellen Rückzug des Intermediate Nuclear Forces (INF) -Vertrags zu Beginn dieses Monats, dem monatelange Drohungen und Gegendrohungen zwischen den USA und Russland vorausgingen, wird Moskau von der Stationierung neuer Raketen Abstand nehmen die zuvor vertraglich verboten waren, solange Washington eine ähnliche Zurückhaltung zeigt.

Der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu hat das Versprechen während der Erklärungen am Sonntag abgegeben. „Daran halten wir immer noch fest. Solange es solche Systeme (von Washington stationiert) nicht in Europa gibt, werden wir dort nichts unternehmen“, sagte er gegenüber dem von Reuters zitierten Fernsehsender Rossiya-24.

Obwohl sich beide Seiten gegenseitig beschuldigten, den 1987 zwischen Reagan und Gorbatschow unterzeichneten Meilensteinvertrag verletzt zu haben, sagte Shoigu, Russland habe wiederholt darauf gedrängt, die Tür zum Dialog offen zu halten. „Zwischen dem 2. Februar und dem 2. August haben wir immer wieder Türen geöffnet“, bemerkte er. „Wir halten die Tür offen. Solange die USA solche Systeme nicht für Europa bereitstellen, werden wir nicht dasselbe tun, und solange es in Asien keine US-Raketen gibt, werden sich unsere Raketen nicht in der Region befinden“, sagte der Verteidigungsminister.

Er behauptete auch, das russische Verteidigungsministerium habe US-Vertreter förmlich zu einer Besprechung der 9M729-Rakete nach Moskau eingeladen, die amerikanischer Beamten hätten dies jedoch abgelehnt.

Bei der Novator 9M729 handelt es sich genau um jene Rakete, auf die Washington ihre Anklage wegen Verletzung des INF-Vertrags durch Moskau gerichtet hat, da angenommen wird, dass die Reichweite der landgestützten Marschflugkörper zwischen 500 km und 5.500 km liegt. Dies wäre dem Vertrag entsprechend illegal gewesen.

Das Pentagon hat indessen kürzlich angekündigt, irgendwo in Asien oder im Pazifik neue Mittelstreckenraketen zu stationieren. Anfang August, nur einen Tag nach dem offiziellen Ende des INF-Vertrags, erklärte US-Verteidigungsminister Mark Esper, das Pentagon wolle „innerhalb weniger Monate“ konventionelle Mittelstreckenraketen im Pazifik stationieren.

Dies ist vielleicht der Grund, warum Shoigu in seinen Ausführungen Asien zusätzlich zu Europa ausdrücklich erwähnte. Denn die Russen wissen auch, dass dies den Partner China dazu animieren könnte, diesbezüglich scharf zu reagieren. Doch eine Eskalation in einen nuklearen Rüstungswettlauf liegt nicht im Interesse Moskaus.

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