Julian Assange beim Abtransport aus der ecuadorianischen Botschaft - Bild: Screenshot Youtube.com

Schwedische Staatsanwälte gaben bekannt, dass sie ein Vergewaltigungsverfahren gegen WikiLeaks-Gründer Julian Assange wiedereröffnen und seine Auslieferung nach Schweden anstreben.

Von Redaktion

Der Whistleblower und Held, Julian Assange, der 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft in London suchte, um nicht zur Befragung nach Schweden gebracht zu werden, wurde am 11. April aus der Botschaft Ecuadors von der britischen Polizei gewaltsam entfernt, weil diese sein politisches Asyl widerrufen hatte. Assange befindet sich derzeit im Londoner Belmarsh-Gefängnis, wo er 2012 zu einer 50-wöchigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Eva-Marie Persson, die stellvertretende schwedische Staatsanwaltin, sagte am Montag auf einer Pressekonferenz in Stockholm: „Es gibt immer noch einen Verdacht, dass Assange eine Vergewaltigung begangen hat. Ich bin der Meinung, dass eine neue Befragung von Assange erforderlich ist.“

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte im Jahr 2010 eine Anklage gegen Assange erhoben, nachdem zwei schwedische Frauen sich als Opfer der von Assange angeblich begangenen Sexualverbrechen gemeldet hatten.

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Während ein Fall von mutmaßlichem sexuellem Fehlverhalten im Jahr 2017 eingestellt wurde, weil die Verjährungsfrist abgelaufen war, bleibt ein Vorwurf der Vergewaltigung bestehen. Die schwedischen Behörden schloßen den Fall, weil Assange zu der Zeit in der Botschaft lebte und keine Aussicht darauf bestand, ihn in Schweden zu befragen. Die Verjährungsfrist läuft in diesem Fall im August nächsten Jahres aus.

Assange bestritt immer ein Fehlverhalten und behauptete, die Anschuldigungen seien politisch motiviert, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Der Australier muss sich jetzt in Schweden einer Befragung stellen. Der Auslieferungsantrag der USA wegen angeblicher Verschwörung mit der ehemaligen Geheimdienstanalytikerin der Armee, Chelsea Manning, ist ebenfalls akut. Assange soll Manning angestiftet haben, sich in einen Pentagon-Computer zu hacken.

Die Chance seinen Namen reinzuwaschen

Assanges schwedischer Anwalt Per E. Samuelson sagte am Montag gegenüber AP, die Entscheidung, den Vergewaltigungsfall erneut zu eröffnen, sei „empörend“. „Mr. Assange ist in Großbritannien im Gefängnis und steht vor der Gefahr, in die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden und hier wird die ganze Energie darauf verwendet, eine 10-jährige Geschichte aus Schweden zu untersuchen.“

Assange muss mit maximal vier Jahren Gefängnis in Schweden rechnen. Der britische Auslieferungsprozess ist nicht schnell und Assange könnte mehrmals Berufung einlegen, wenn Entscheidungen gegen ihn fallen. Es wird erwartet, dass es ein Jahr oder länger dauern wird, bis er nach Schweden oder möglicherweise in die USA transferiert wird.

Kristinn Hrafnsson, Chefredakteur von WikiLeaks, sagte, die Entscheidung, das Verfahren gegen Assange wieder aufzunehmen, werde „Julian die Chance geben, seinen Namen wieder reinzuwaschen“.

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1 KOMMENTAR

  1. Vergewaltigungen sind grundsätzlich zu verurteilen, aber dann hat auch das Opfer die verdammte Pflicht, diese Untat zeitnah zur Anzeige zu bringen, vorausgesetzt, sie ist dazu physisch in der Lage und alles was danach kommt ist mehr als zweifelhaft und vergleichbar mit jeder anderen Tat, die man ja auch nicht erst nach 2 Jahren melden kann, mal ganz von dem abgesehen, daß so manche Verbindung, gerade in jüngeren Jahren durchaus zu Fehleinschätzungen und damit verbundenen Irritationen führen kann und zwar ausgehend von beiden Seiten und wenn Gewalt eingesetzt wird, dann müßte das aus der Situation heraus sofort erkennbar sein und dann sollte man auch nicht zögern, diese Straftat zu melden, damit Klarheit und Gerechtigkeit geschaffen werden kann, wenn das überhaupt möglich ist und im Falle Assange sieht es, ohne dabei gewesen zu sein, ganz nach bestellter oder verspäteter Rache aus, das ist ebenfalls eine Straftat, wobei dann beide Beteiligten sich persönlich verstrickt haben und das ist auch eine sehr fragwürdige Angelegenheit.

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