CIA Shadow-Wars Bild: Flickr / AK Rockefeller CC BY-SA 2.0

Die Chefstrategen der USA messen der Ukraine-Krise höchste Bedeutung zu. Sonst hätten sie diese nicht vom Zaun gebrochen und sonst hätte es CIA-Chef John Brennan nicht für nötig gefunden, inkognito zu Geheimgesprächen nach Kiew zu reisen. Vor allem war der Zeitpunkt recht aussagekräftig: Kurz nach Brennans Besuch ordnete der ukrainische Innenminister Awakow den Einsatz gegen prorussische Demonstranten in Slawjansk an.

Von Florian Stumfall

Natürlich gibt es über eine solche Episode immer verschiedene Lesarten. Der russische Parlamentarier Kowaljow glaubt nicht an einen Besuch Brennans. Mag sein, doch Kowaljows Begründung taugt nichts: Er ist der Meinung, es gehöre nicht zu den Aufgaben der CIA, Gewalteinsätze vorzubereiten. Doch ist man in mehr als einem Dutzend Ländern dieser Welt darüber anderer Meinung. Parlamentarier der ukrainischen Rada halten die Nachricht über Brennans Besuch für zutreffend. Einer von ihnen ließ eine russische Presse-Agentur wissen: „Er war hier unter einem anderen Namen. Nach seinem Treffen mit Sicherheitschefs wurde die Operation in Slawjansk beschlossen.“ Ukrainische Sicherheitskreise wiederum bestätigen Brennans Besuch.

„Die bewaffneten Kräfte der Ukraine haben ihren Beschluss über den Sondereinsatz im Osten des Landes nach Begegnungen mit dem CIA-Direktor John Brennen getroffen“, sagte Viktor Janukowitsch, der sich nach wie vor als den legitimen Präsidenten der Ukraine betrachtet, am Sonntag sagte. „Der CIA-Direktor hat Kiew besucht und sich mit Awakow und (Interimspräsident) Turtschinow getroffen“, so Janukowitsch. „Nach diesen Begegnungen wurde der Beschluss über den bewaffneten Einsatz getroffen … Die USA sind für die Situation in der Ukraine mitverantwortlich“, so Janukowitsch bei einer Pressekonferent in der südrussischen Stadt Rostow am Don. „Die USA mischen sich nicht nur grob in die Geschehnisse in der Ukraine, sondern geben auch Anweisungen, was und wie gemacht werden muss“, fügte er hinzu

Obwohl das Unternehmen gegen Slawjansk vom Innenminister befehligt wurde, nahm es ausgesprochen militärische Züge an. Die Zivilisten wurden aufgefordert, den Stadtkern zu meiden, die Wohnungen nicht zu verlassen und sich von den Fenstern fernzuhalten. Die östlichen Zufahrten der Stadt wurden von Schützenpanzern gesperrt, über dem Zentrum kreisten Hubschrauber. „Sicherheitskräfte aus dem ganzen Land wurden zugezogen“, so der Minister. Die Demonstranten hatten wiederholt betont, dass sie unbewaffnet seien.

Die Operation in Slawjansk scheint aber nicht der einzige Punkt auf der Agenda Brennans gewesen zu sein. Im Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU (Sluschba bespeky Ukrajiny) in Kiew haben verschiedene US-Dienste ein ganzes Stockwerk bezogen. Das teilte der ukrainische Präsidentschafts-Kandidat Oleg Zarjow mit. Für ukrainische Offiziere sei dort der Zutritt verboten. „Ich habe von vielen SBU-Offizieren gehört, dass US-Sicherheitsdienste an allen Geschehnissen in der Ukraine aktiv teilnehmen“, sagte Zarjow im TV-Sender Rossija-24.

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