Russische Invasion: Video gefälscht – leider aufgeflogen

Das Video scheint alle Vorwürfe gegen Russland und die russische Bewegung in der Ukraine zu belegen: Ein Mann, der sich als Oberstleutnant der russischen Armee ausgibt, spricht in Gorlowka vor Angehörigen der dortigen Polizei, kurz nachdem die Polizeistation von Selbstverteidigungskräften besetzt worden war. Außerdem erteilt der Mann in Tarn-Uniform Befehle und gibt bekannt, dass eine neue Polizeiführung eingesetzt worden sei. Was will man also noch mehr an Beweisen?

Von Florian Stumfall

Nicht immer gibt der erste Schein die Wirklichkeit wider. In dem vorliegenden Fall war es ein Zeuge der Gegenseite, der den Schwindel auffliegen ließ. Alexej Gontscharenko, Mitglied des Stadtrates von Odessa für die Klitschko-Partei UDAR, hat zugegeben, dass das Video gestellt und von einem Maidan-Aktivisten namens Alexej Krawzow gedreht worden war. Das Video sei gemacht worden, resümiert Wladimir Karassjow, der Koordinator der Bewegung „Russischer Sektor-Ukraine“, Gontscharenkos Aussage, damit die Regierung in Kiew es den Vertretern von EU und NATO als Beweis dafür vorlegen könne, dass Russland bereits begonnen habe, in der Ukraine militärisch zu intervenieren. „Dieses Video sollte eine mögliche Aggression der ukrainischen Armee gegen das eigene Volk rechtfertigen.“

Gontscharenko bestätigte in einem Gespräch mit einer russischen Presse-Agentur, dass jener Krawzow das Video gedreht habe. „Ich stand daneben und sah mit eigenen Augen, wie die Anhänger der Föderation (in Kiew) die Polizeizentrale von Gorlowka unter ihre Kontrolle brachten. Ich war dort.“ Koordinator Karassjow betonte zum wiederholten Male, dass es sich dabei um eine Provokation gehandelt habe. „Im Südosten der Ukraine gibt es keine russischen Truppen. Keinen einzigen russischen Soldaten. Alle Demonstranten sind Bürger der Ukraine mit ukrainischem Paß, ebenso wie die Protestierer mit Schusswaffen. In den südöstlichen Gebieten der Ukraine gibt es keine Sturmeinheiten der russischen Armee.“ Auch im Zusammenhang mit dem Einsatz in Slawjansk war ein gefälschtes Video aufgetaucht, das angeblich Mitarbeiter der russischen Militär-Aufklärung GRU zeigen sollte.

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Bestätigt ist dagegen der geheime Besuch des CIA-Chefs Brennan in Kiew. Regierungssprecher Jay Carney vom Weißen Haus in Washington hat erklärt: „Wir können bestätigen, dass Brennan Kiew besucht hat.“ Auch ein ranghoher Beamter der ukrainischen Sicherheitskräfte hat mitgeteilt, dass sich Brennan „mit Vertretern der ukrainischen Militär- und Sicherheitsstrukturen“ getroffen habe. Wer weiß, vielleicht geht der Video-Schwindel auf seine Anregung zurück, als Griff in die Trick-Kiste der CIA.

Das Video wurde auch von der ARD-Tagesschau verwendet. Nachzusehen unter anderem auf der Facebookseite von Anonymous (Direktlink zum Video).

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