„Schutz der NATO-Ostflanke“: Polen wird 1.000 US-Soldaten aufnehmen

Insgesamt 1.000 US-Soldaten die Deutschland verlassen werden zum „Schutz der NATO-Ostflanke“ in Polen stationiert. Auch ans Schwarze Meer sollen US-Truppen umverteilt werden.

Von Redaktion

Nach jüngsten Äußerungen in russischen Medien zu urteilen, hat der Kreml genau beobachtet, wohin das Pentagon die rund 12.000 Soldaten zu entsenden gedenkt, die Deutschland dauerhaft verlassen sollen, nachdem die Trump-Administration Berlin dafür verbal verprügelt hatte, weil es seinen „gerechten Anteil“ an den Rüstungsausgaben der NATO nicht übernommen hatte.

Während die Trump-Administration davon ausging, dass die Mehrheit der Truppen nach Hause zurückkehren und etwas weniger als die Hälfte der Truppen nach Europa verlegt wird, deutete Polen am Freitag an, dass einige von ihnen direkt vor der Haustür Russlands stationiert werden sollen. Wie die Defense Post berichtete:

Washington wird mindestens 1.000 Soldaten in Polen stationieren und die Truppen an der Ostflanke der NATO beaufsichtigen, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Freitag, nachdem die USA einen massiven Truppenabzug aus Deutschland angekündigt hatten.

Blaszczak erklärte im polnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Mindestens 1.000 neue Soldaten werden in unserem Land eingesetzt werden“.

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„Wir werden ein amerikanisches Kommando in Polen haben. Dieses Kommando wird die an der Ostflanke der NATO stationierten Truppen führen“, sagte er. „Es wird das wichtigste Zentrum für Bodentruppen in unserer Region sein“, erklärte der Verteidigungsminister weiter. „Wir werden bald den endgültigen Pakt mit den Amerikanern unterzeichnen.“

Die Trump-Administration befindet sich seit langem in Verhandlungen im Rahmen eines laufenden Abkommens mit Warschau, das engere Verteidigungsbeziehungen zementiert, was Moskau verärgert hat. Immerhin stellt sich das transatlantische Militärbündnis so gegen die NATO-Russland-Akte, die eine dauerhafte Stationierung von NATO-Soldaten im östlichen Europa untersagt.

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Verteidigungsminister Mark Esper sagte letzte Woche, der Abzug aus Deutschland werde aufgrund der Umverteilung der amerikanischen Streitkräfte die südöstliche NATO-Flanke (also insbesondere in Rumänien) in der Nähe des Schwarzen Meeres stärken. Es wird erwartet, dass viele neben Italien auch in die baltischen Staaten gehen könnten.

Unterdessen wurde im vergangenen Monat berichtet, dass der polnische Vorschlag zur Umbenennung eines Stützpunktes in „Fort Trump“ – der US-Truppen in dem osteuropäischen Land beherbergen würde – wegen Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung und den genauen Standort der Soldaten zerbröckelt ist.

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