Putin will „klare Antwort“ der USA auf Atomwaffenvertrag

Wladimir Putin kann sich eine bedingungslose Verlängerung von New START um ein Jahr vorstellen, damit mehr Zeit für Neuverhandlungen bleibt.

Von Redaktion

Anfang dieser Woche wurde weithin berichtet, dass Präsident Trump in letzter Minute ein Nuklearabkommen mit Russland im Vorfeld der Wahlen anstrebt, da der neue Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen (New START) im kommenden Februar auslaufen soll.

Russland und die USA haben in den vergangenen Wochen in Wien und Helsinki Gespräche über seine Verlängerung um fünf Jahre geführt, aber trotz optimistischer Erklärungen der US-Delegation gibt es kaum substanzielle Fortschritte. Russland hat konsequent auf eine bedingungslose Verlängerung des Vertrags um fünf Jahre gedrängt, aber es scheint, dass Putin nun zu einem gewissen Grad kompromissbereit ist.

Am Freitag informierte Putin den russischen Sicherheitsrat über Pläne, auf eine Verlängerung um mindestens ein Jahr ohne Vorbedingungen zu drängen.

„Ich habe einen Vorschlag, den bestehenden Vertrag ohne Vorbedingungen um mindestens ein Jahr zu verlängern“, sagte er laut TASS. „Damit wir substanzielle Gespräche über alle Parameter der Fragen führen können, die durch solche Verträge geregelt werden, damit wir sowohl unsere Länder als auch alle Staaten der Welt nicht ohne ein so grundlegendes Abkommen wie New START lassen“, unterstrich er.

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Nachdem jedoch die Uhr beim letzten großen Rüstungskontrollabkommen zwischen Moskau und Washington nach dem Stillstand früherer Verträge aus der späten Ära des Kalten Krieges wie dem INF und dem Open Skies abgelaufen ist, hat Washington bisher an seiner Position festgehalten, dass es eine kurzfristige Verlängerung nur dann in Erwägung ziehen wird, wenn ein neues Abkommen alle nuklearen Sprengköpfe, einschließlich der von China besessenen, in den Rahmen einbezieht.

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Der Kreml hat den US-Plan zuvor als „absolut unrealistisch“ bezeichnet, was die Gespräche in eine Sackgasse brachte. Doch Putin drängt nun auf „eine Art klare Antwort“, da es Berichte gibt, dass Trump darauf erpicht ist, dass der Vertrag über die Reduzierung der Atomwaffen fortgesetzt wird.

„Bitte definieren Sie unsere Position gegenüber den amerikanischen Partnern und versuchen Sie in naher Zukunft, von ihnen eine Art klare Antwort zu erhalten“, sagte Putin. „Es wäre äußerst tragisch, wenn der Vertrag aufhören würde zu existieren, ohne durch ein anderes grundlegendes Dokument dieser Art ersetzt zu werden“, fügte er hinzu.

„In all diesen Jahren hat der New START funktioniert, hat perfekt funktioniert, hat seine fundamentale Rolle als Begrenzer erfüllt und das Wettrüsten eingedämmt“, unterstrich Putin.

In die Berechnung Russlands sind natürlich die US-Wahlen einbezogen. Die Russen sind wahrscheinlich ziemlich glücklich, wenn sie die Dinge nur ein paar Wochen hinauszögern und abwarten, ob Biden die Oberhand gewinnt, da der demokratische Kandidat klar zu erkennen gegeben hat, dass er bereit ist, der bedingungslosen Verlängerung des bahnbrechenden Vertrags zur Reduzierung der Atomwaffen um fünf Jahre zuzustimmen.

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Ein Kommentar

  1. Auch RF hat kaum Ideen, was man der Erde und den Lebewesen Gutes antun könnte. Steckt überall eine Souffleusen-Gruppe dahinter, die sagt, wo und wie es lang geht. Glaube auch nicht, daß ein paar Leute alles können und wissen. Wird nur das getan, das auf die Tagesordnung gegeben wird. Muß man dann ganz brav erledigen. Sind alle brav..ja, was denn dann?

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