Iran: Der Ukrainian-Flug wurde nicht abgeschossen

Der Iran weist Behauptungen zurück, die Ukrainian-Maschine sei von Raketen abgeschossen worden. Die Blackboxen werden von Boeing im Iran ausgewertet um Manipulationen zu verhindern.

Von Redaktion

Der iranische Minister für Straßen- und Stadtentwicklung hat als „unwahr“ Gerüchte abgetan, denen zufolge der Mittwochsabsturz eines ukrainischen Verkehrsflugzeugs auf einen Raketenangriff zurückzuführen war, zumal der Vorfall mit dem Start der iranischen Raketen gegen eine US-Basis im Irak zusammenfiel.

Mohammad Eslami sagte, die Boeing 737-800 sei abgestürzt, nachdem sie auf eine technische Störung gestoßen sei.

Der Minister betonte weiters, der Iran werde die von der Absturzstelle geborgenen Blackboxen nicht an Boeing oder ein anderes Land übergeben. Zu groß ist die Gefahr, ähnlich wie im Fall von Flug MH17 in der Ukraine, dass der Westen Daten unterschlägt oder manipuliert, um auf ein gewünschtes Ergebnis (Schuldzuweisung) zu kommen.

Nach Angaben des Ministers werden iranische Techniker und Experten des amerikanischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Boeing Daten aus den Black Boxes im Iran wiederherstellen. So bleibt eine neutrale Auswertung der Daten möglich.

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„Es gibt Gerüchte, dass ein Terroranschlag, eine Explosion oder ein Beschuss des Flugzeugs den Vorfall verursacht haben könnten, aber sie sind nicht wahr. Technisches Versagen war die Ursache des Vorfalls“, sagte Eslami.

„Wären die Gerüchte wahr gewesen, hätte das Flugzeug in der Luft explodieren müssen, aber das ist nicht geschehen, weil das Flugzeug aufgrund eines technischen Defekts Feuer gefangen hat. Dies führte zunächst dazu, dass seine Kommunikations- und Steuerungssysteme nicht mehr funktionierten und anschließend zu seinem Absturz“, fügte er hinzu. Dies sei auch von Augenzeugen bezeugt und bestätigt worden, sagte der Minister.

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Der Flug der Ukraine International Airlines nach Kiew, der hauptsächlich Iraner und Iranisch-Kanadier beförderte, stürzte Stunden nach dem Abschuss von Raketen auf Stützpunkte ab, in denen US-Streitkräfte im Irak stationiert waren, was zu Spekulationen führte, dass das Flugzeug möglicherweise getroffen wurde.

Unterdessen glauben ausländische Geheimdienste auch, dass der Absturz – bei dem alle 179 an Bord ums Leben gekommen sind – wahrscheinlich auf eine technische Störung zurückzuführen war.

Fünf Sicherheitskräfte – drei Amerikaner, ein Europäer und ein Kanadier -, die nicht namentlich genannt werden wollten, teilten Reuters mit, dass das Flugzeug nach anfänglicher Einschätzung westlicher Geheimdienste eine technische Fehlfunktion erlitten habe und nicht von einer Rakete abgeschossen worden sei.

Es gab Hinweise darauf, dass eines der Triebwerke des Jets überhitzt war, teilte die kanadische Quelle mit.

Der Absturz ist eine schwierige Zeit für den Flugzeugbauer Boeing Co, der nach zwei Abstürzen seine 737 MAX-Flotte eingestellt hat.

Der 737-800 ist eines der meistgeflogenen Modelle der Welt mit einer guten Sicherheitsbilanz und verfügt nicht über die Softwarefunktion, die bei Abstürzen des 737 MAX zum Tragen kommt.

„Wir stehen in Kontakt mit unseren Airline-Kunden und stehen ihnen in dieser schwierigen Zeit zur Seite. Wir sind bereit, in jeder erforderlichen Weise zu helfen“, sagte der Hersteller in einer Erklärung am Mittwoch zuvor.

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