Amerikaner beschlagnahmen vier Öltanker mit iranischem Öl

Wegen einer angeblichen Verletzung von US-Sanktionen hat die US-Marine vier Öltanker beschlagnahmt, die iranisches Erdöl transportieren. Diese werden nun nach Houston, Texas, gebracht.

Von Redaktion

US-Beamte sagten dem Wall Street Journal am Donnerstag, dass die USA auf hoher See vier iranische Tanker beschlagnahmt hätten, die angeblich unter Verletzung der US-Sanktionen mit iranischem Erdöl beladen waren. Die vier Schiffe sind nun auf dem Weg nach Houston, Texas, einem wichtigen Erdölhafen.

Dem WSJ-Bericht zufolge wurden die Tanker Luna, Pandi, Bering und Bella in den letzten Tagen alle ohne Anwendung militärischer Gewalt beschlagnahmt. Anlass für die Bemühungen war Berichten zufolge die Ankunft von fünf iranischen Treibstofftankern Anfang dieses Jahres in Venezuela, die 1,5 Millionen Barrel Benzin in das Land lieferten, das von den Vereinigten Staaten ebenfalls unter restriktive Wirtschaftssanktionen gestellt wird.

Zwei der soeben beschlagnahmten Schiffe, die Bering und die Bella, waren zuvor eingeschüchtert worden, ihre Lieferungen nach Venezuela im Gefolge der Flottille zu stornieren. Beide Schiffe sind in Liberia registriert, gehören aber griechischen Reedereien.

Die Beschlagnahme wurde durch eine im Juli von der US-Staatsanwaltschaft eingereichte Zivilklage ermöglicht, die ursprünglich darauf abzielte, iranische Tanker auf dem Weg nach Venezuela zu beschlagnahmen, sich aber auch auf künftige Lieferungen an andere Orte erstreckte.

Loading...

Am 10. August beschlagnahmte Pakistan auf Geheiß der US-Regierung einen iranischen Tanker im Hafen von Karatschi, aber da der Name des Tankers nie gemeldet wurde, ist es unklar, ob es sich um einen der vier Tanker handelt, die jetzt auf dem Weg nach Houston sind.

Die Trump-Administration begann ab August 2018 mit der Verhängung strangulierender Wirtschaftssanktionen gegen Teheran, mit dem Ziel, die iranischen Ölexporte auf Null zu reduzieren, aber auch andere iranische Industrien zu schädigen. US-Präsident Donald Trump behauptete, der Iran habe gegen den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA, der Atomdeal) 2015 verstoßen, ein Acht-Parteien-Abkommen, in dem sich der Iran im Tausch gegen die Senkung langjähriger Wirtschaftssanktionen mit restriktiven Regeln für die Nutzung der Kernkraft und die Lagerung von raffiniertem Uran einverstanden erklärte.

Lesen Sie auch:  Das Bündnis von Donald Trump und Benjamin Netanjahu: Einfach schlechte Nachrichten

Kein anderes Land, das an dem Abkommen beteiligt war, bemängelte jedoch das Verhalten des Iran, und einige verpflichteten sich zunächst, den Handel mit dem Iran fortzusetzen, aber die Androhung von US-Sanktionen auch gegen sie hat Teheran langsam die Kunden für Erdöl, seinen größten Einzelexport, entzogen.

Diese Art der US-Außenpolitik, die auf Erpressungen und Drohungen basiert, stößt weltweit zunehmend auf scharfe Kritik. Darunter auch in Deutschland, welches sich wegen angedrohten Sanktionen wegen der russischen Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 gegen diese Art der Politik des transatlantischen Partners wehrt.

Neu im Download-Bereich: Geopolitik 01/2020 – Kampf um die Weltmeere – Schauplatz Südchinesisches Meer (kostenloses ePaper)

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.