Die Amerikaner horten immer mehr Waffen und Munition

Nicht nur die US-Armee rüstet immer weiter auf, auch die Zivilbevölkerung tut dies. Eine explosive Lage, die sich in den Vereinigten Staaten von Amerika zusammenbraut.

Von Marco Maier

In den letzten Wochen berichteten US-Medien immer wieder darüber, dass es zu Lieferengpässen bei der Munition für Schusswaffen kam. Gleichzeitig vermeldete man des öfteren neue Verkaufsanstiege bei den Waffen. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Illegale Waffen werden da gar nicht hinzugerechnet – und man kann davon ausgehen, dass es dort in etwa gleich aussieht.

Die Financial Times berichtet nun darüber, wie die Produzenten von den aktuellen Umständen profitieren und teilweise sogar kaum mehr damit nachkommen, entsprechende Mengen zu produzieren.

Der in Arizona ansässige Munitionshersteller Ammo Inc. meldete für das zweite Quartal des 20. Quartals einen Umsatzsprung um 125 Prozent auf 9,7 Millionen US-Dollar. Fred Wagenhals, Chief Executive von Ammo, sagte, es habe eine „außerordentliche“ Nachfrage nach seinen Einzelhandelsprodukten für Jagd, Sportschießen und Selbstverteidigung gegeben. Er sagte, das Unternehmen arbeite einen Rekordauftragsbestand von 45 Millionen Dollar ab.

Mark Hanish, Präsident von Ammos globalem Verkauf und Marketing, beschrieb die Nachfrage nach halbautomatischen Handfeuerwaffen und der AR-15 als „intensiv“. Früher hätten in Vorwahlzeiten vor allem jene Menschen Waffen und Munition gekauft, die ohnehin schon welche besessen haben. Dies habe sich nun geändert und man habe viele Neukunden.

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Er führte den Zustrom neuer Käufer auf den Zusammenfluss von Covid-Pandemie, Wahlen und der Besorgnis über „zivile Unruhen und Unsicherheit“ zurück.

Hanish sagte, der Anstieg der Nachfrage nach Waffen und Munition diene eher dem Selbstschutz als der Angst vor dem Verlust von Waffenrechten. Infolgedessen sagte er: „Ich erwarte nicht, dass die Menschen wieder selbstgefällig werden“, sollte Präsident Trump im November gewinnen.

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Die Waffenbestände stiegen in diesem Sommer in die Höhe, als die Amerikaner in Panik Gewehre und Munition horteten. Hintergrundüberprüfungen von Waffen erreichten Rekordhöhen und stiegen im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 79 Prozent inmitten von Pandemie-Ängsten und gewalttätigen sozialen Unruhen, die die großen Städte erfassten.

Background-Checks des FBI vor dem Kauf von Schusswaffen.

Ein weiteres Unternehmen, die Munitionsmarke Sierra der Clarus Corporation, meldete einen Umsatzanstieg von 36 Prozent im 2. Das Unternehmen erklärte, der Anstieg der Munitionsnachfrage sei auf „soziale und zivile Unsicherheiten und die bevorstehenden US-Wahlen“ zurückzuführen.

Im Juli teilte Sturm, Ruger & Co. den Investoren mit, dass die Waffenverkäufe gestiegen seien, da der Personenschutz nach sozialen Unruhen bei den Amerikanern populär wurde. Das Unternehmen berichtete über einen 47-prozentigen Anstieg der Waffen- und Munitionsverkäufe im ersten Halbjahr 2020.

Olin Corp, der Eigentümer der Marke Winchester, sagte, dass die Munitionsverkäufe im zweiten Quartal 2020 die stärksten seit 2016 waren.

Vista Outdoor, der Eigentümer von Marken wie Bushnell-Zielfernrohre und Bundesmunition, sagte: „Wir sehen, dass bis zu einem gewissen Grad Vorräte angelegt werden, aber die freie Zeit hat den Menschen mehr Möglichkeiten gegeben, sich in Echtzeit zu erholen“, sagte Christopher Metz, CEO von Vista Outdoor, gegenüber Investoren.

Falls Sie es bis jetzt noch nicht begriffen haben: Amerika wird immer gefährlicher, die Gesellschaft implodiert unter der Last der deprimierenden Arbeitslosigkeit – ehe Sie sich versehen, wird es einen Run auf kugelsichere Westen geben.

Es stellt sich die Frage, wie lange es noch dauern wird, bis das amerikanische Pulverfass explodiert. Und wenn man bedenkt, dass ein knapper Sieg einer der beiden Kandidaten um die US-Präsidentschaft – Donald Trump und Joe Biden – die ohnehin schon angespannte innenpolitische Lage eskalieren lassen könnte…

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3 Kommentare

  1. Die Angst liegt meiner Meinung nicht an den bevorstehenden Wahlen, sondern am Black Lives Matter Terrorrismus samt Antifa. Wenn Trump alles gesundheitlich übersteht ist er, entgegen der Mainstreampresse im November in der 2. Runde. Der Großteil der Bevölkerung weiß das, dann wird der soziale Frieden einkehren und alle „Linken“ Menschenhasser zur Rechenschaft gezogen.

  2. Die Amerikaner horten Schußwaffen und wir horten Klopapier.

    Sagen wir mal so: Vielleicht ist es angenehmer, abgeknallt zu werden als mit der Plastiktüte über dem Kopf erstickt, mit Beton an den Füssen in den Hudson River geworfen, oder einem stumpfen Messer in kleine Stücke filetiert?

    Gäbe es Maskenkontrollen, wenn wir Schusswaffen hätten? Ist die Schusswaffe das Problem, oder die Politik?

    Angesichts der Situation, mit der wir derzeit konfrontiert sind – Bevölkerungsexplosion, Völkerwanderungen, Raubbau, Umweltzerstörung, Kriege und Krisen – antwortete der Laborassistent von Stephen Emmott auf die Frage, was man tun könne: „Ich würde meinem Sohn beibringen, wie man mit einem Gewehr umgeht.“

    Nein, ich bin gegen eine Freigabe von Springmessern, Schusswaffen usw. Ich bin aber auch gegen die Sanitär-Diktatur.

    Im Übrigen ist Schießen mit Pistolen und Gewehren langweilig. Pfeil und Bogen sind unterhaltsamer.

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