Drei UN-Reden von Trump, Xi und Putin enthüllen starke Gegensätze

In den letzten Tagen hielten die Präsidenten der drei wohl wichtigsten Nationen der modernen Welt Ansprachen zur 70. jährlichen Eröffnung der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Stil und Inhalt der drei Ansprachen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Sie sind sehr lehrreich für die Art und Weise, wie die Führer der drei Nationen sowohl ihre eigenen Länder als auch die Rolle ihrer jeweiligen Probleme bei der Bewältigung der großen geopolitischen Fragen, mit denen die Welt heute konfrontiert ist, wahrnehmen.

Die erste der drei Ansprachen war in chronologischer Reihenfolge die Rede des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Sie war auch die kürzeste der drei Reden und umfasste insgesamt kaum zwei Seiten gedrucktes Material. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Trump in etwas mehr als einem Monat vor einer Wahl steht und eindeutig ein einheimisches Publikum im Auge hatte, war die Rede bemerkenswert, weil sie sich auf spezifisch amerikanische Anliegen konzentrierte.

Dies ist kein Thema, das nur Trump betrifft, sondern spiegelt das primär amerikanische Bestreben wider, internationale Fragen ausschließlich danach zu definieren, wie sie amerikanische Interessen widerspiegeln und fördern.

Trumps Rede spiegelte jedoch ein überwältigendes zeitgenössisches amerikanisches Anliegen wider, und zwar die angebliche Rolle Chinas, das Trump als die Ursache für die Übel der Welt ansieht. Den ersten seiner 10 Auftritte in Trumps kurzer Rede macht China im zweiten substantiellen Satz seiner Rede, in dem er sich auf den „unsichtbaren Feind – den China-Virus“ bezog.

Dies spiegelte eine zeitgenössische amerikanische Fixierung wider, die China für den Ursprung der Pandemie verantwortlich machte, die derzeit die Welt heimsucht. Als solches stand es in perfektem Einklang mit Trumps Antipathie gegenüber China, seinem Sündenbock für dieses Land und seiner nicht zum ersten Mal zu beobachtenden völligen Missachtung von Wahrheit und Beweisen.

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Die Weltgesundheitsorganisation wird „praktisch von China kontrolliert“; China ist der größte Umweltverschmutzer der Welt; zerstört „weite Teile der Küstenriffe“; emittiert „mehr giftiges Quecksilber in die Atmosphäre als jedes andere Land“, und seine Kohlenstoffemissionen sind „fast doppelt so hoch wie die der USA, und sie steigen schnell an“. Nichts von all dem ist wahr.

Der Wohlstand der Vereinigten Staaten, behauptete er, sei „das Fundament der Freiheit in der Sicherheit auf der ganzen Welt“. „Die Vereinigten Staaten haben in den letzten vier Jahren 2,5 Billionen Dollar für unser Militär ausgegeben. Wir haben das mächtigste Militär der Welt – und das ist nicht einmal annähernd so viel“ (womit er sich vermutlich auf die militärischen Hauptkonkurrenten der Vereinigten Staaten, Russland und China, bezog).

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Eine Analyse von James O’Neill

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Ein Kommentar

  1. Die Yankees bleiben mit ihrer militärischen Größe unbestritten noch die Nummer Eins. Sie übersehen aber dabei, dass sich das wirtschaftliche Machtzentrum permanent von dort nach China verlagert.

    Die Corona Blase fungiert dabei insgesamt nur als gewaltloser, aber effizienter Katalysator.
    China befindet sich bereits im Bereich der Herdenimmunität, und die Weltbank attestiert China sogar für 2020 ein Wachstum von 2%.
    Wohingegen die USA sich auch wieder im nächsten Jahr mit roten Zahlen werden plagen müssen.

    Der ganze Prozess wurde bereits schon vor Jahren von den Top-Oligarchen der City of London so beschlossen, weil die USA mit ihren Kriegsabenteuern keine nennenswerte Profite mehr einbringen.

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