Der derzeitige Mindestlohn schütze nicht vor Armut, so der DGB. Er müsse deutlich steigen – am liebsten auf 12,35 Euro.

Von Redaktion

Vor dem Start neuer Verhandlungen in der Mindestlohnkommission hat DGB-Vorstand Stefan Körzell eine deutliche Anhebung der Lohnuntergrenze gefordert. „Wir brauchen jetzt einen außerordentlichen Sprung, sonst wird die Lücke zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung und dem Mindestlohn immer größer“, sagte Körzell der „Saarbrücker Zeitung“.

In den Verhandlungen würden die Gewerkschaften klar machen, dass man den Mindestlohn hin zu einem armutsfesten Lohn entwickeln wolle. „Das wären nach jetzigem Stand sogar 12,35 Euro“, sagte Körzell. Gegenwärtig liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro pro Stunde.

„Ich kann den Arbeitgebern nur raten, dass wir allein schon wegen der Wahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts außerordentliche Schritte beim Mindestlohn gehen müssen“, betonte der Gewerkschafter.

Nach seinen Worten strebt die Gewerkschaftsseite dafür auch eine Änderung der Geschäftsordnung der Kommission an, um von der nachlaufenden Tarifentwicklung abzuweichen zu können, die bislang für die Festlegung des Mindestlohns maßgebend war. „Wir wollen eine Geschäftsordnung, die dem Auftrag des Gesetzgebers nicht im Wege steht“, sagte Körzell.

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Jetzt sei vorgesehen, dass die Kommission von der nachlaufenden Tarifentwicklung nur abweichen könne, wenn es dafür eine Zwei-Drittel-Mehrheit gebe. „Wir wollen, dass bei diesem Punkt die Stimme des Kommissionsvorsitzenden ausschlaggebend ist, wenn die jeweils drei Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter darüber nicht einig werden“, sagte Körzell.

Die neu berufene Mindestlohnkommission aus Spitzenvertretern von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Wissenschaftlern kommt an diesem Dienstag erstmals zusammen, um über eine weitere Erhöhung der Lohnuntergrenze ab dem Jahr 2021 zu beraten. Körzell ist Mitglied der Kommission.

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2 thoughts on “DGB will deutlich höheren Mindestlohn durchsetzen”

  1. Ich finde das lustig, dass die Gewerkschaft mehr Arbeitslosigkeit fordert. Oder müssen die Zwangsbeglückten Schmarotzer mästen, die von Wirtschaft keinen blassen Schimmer haben?
    Ein Unternehmer kann nur einen Lohn für eine Arbeit bezahlen, der sich rechnet. Sonst geht er selbst pleite. Verbietet der Staat, dem Arbeiter weniger Lohn zu bezahlen, wird eben kein Arbeiter eingestellt. Der stellt sich dann bei den Arbeitslosen an.
    Auf die revolutionäre Idee, dass der Lohn deshalb nicht ausreicht, weil der Arbeitgeber und der Arbeiter mehr als 50% Steuern und Sozialabgaben vom Lohn bezahlen müssen, kommen die Schmarotzer, die davon gut leben, nicht. Stattdessen pilgern alle FREIWILLIG zu jeder Wahlzelle und verlangen dadurch nach noch mehr Steuerlast und Gängelung der Wirtschaft.

  2. Die Gewerkschaften haben doch hier den Salat mit angerichtet!
    Sie sollten sich mal darüber aufregen, warum der fleißige arbeitende Mensch nur 50% seines Geldes ausgezahlt bekommt? Der größte Lump ist hier der Staat!

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