Die italienische Regierung will die Zentralbank den Privatbanken abnehmen und sie sozusagen dem Volk übertragen. Goldreserven inklusive. Doch die EZB sagt nein.

Von Marco Maier

Am Dienstag forderte die EZB die Lega, die dominierende Partei in der Regierungskoalition Italiens, auf, einen Verweis auf die italienische Zentralbank, die laut Bloomberg als „exklusiver Titel der Einlage“ über Gold verfügte, zu streichen.

Die Übersetzung? Wenn Italien keinen Titel für italienisches Gold haben darf, gehört Italiens Gold jetzt der EZB. Diese wehrt sich gegen die Pläne Roms, die Banca d’Italia zu verstaatlichen. Und noch mehr: man will den möglichen Zugriff auf die Goldreserven behalten.

Verstaatlichung der Zentralbank

Die jetzige Eskalation über Italiens Gold-„Titel“ kommt zwei Monate, nachdem das WSJ berichtet hat, dass die regierenden Populisten Italiens ihre Bemühungen, die Kontrolle über die Zentralbank und ihre Goldreserven zu übernehmen, vorangetrieben haben. Die derzeitige italienische Regierung beklagte, dass Hunderttausende von Kleinanlegern nach dem Scheitern mehrerer italienischer Banken Milliarden von Euro verloren hatten. Man stellte die Zentralbank als Symbol einer technokratischen Elite dar, die sich von den Bedürfnissen der normalen Italiener distanzierte.

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„Wir brauchen eine Kursänderung bei der Banca d’Italia, wenn wir uns überlegen, was in den letzten Jahren passiert ist“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Luigi Di Maio, Vorsitzender der 5-Sterne-Bewegung.

Kurz darauf forderten 5-Sterne-Abgeordnete das Parlament auf, zwei Gesetzesentwürfe zu verabschieden:

Ein Gesetz würde die Eigentümer der Zentralbank, die meisten von ihnen Privatbanken, anweisen, ihre Aktien zu Preisen aus den 1930er Jahren an das italienische Finanzministerium zu verkaufen. Das andere Gesetz würde das italienische Volk zu Eigentümern der Goldreserven von 2451,8 Tonnen erklären. Diese haben zu aktuellen Preisen einen Wert von rund 102 Milliarden US-Dollar.

Die EZB will ans Eingemachte

„Das Gold gehört den Italienern, nicht den Bankern“, sagte Giorgia Meloni, Führerin der Brüder von Italien, einer rechtsextremen Oppositionspartei, die beide Gesetze unterstützt. „Wir sind bereit, überall in Italien zu kämpfen und die Italiener wenn nötig auf die Straßen zu bringen.“

Bisher gab es keine Kämpfe, aber wenn Draghi Italien nun sagte, dass sein Gold jetzt der Frankfurter Zentralbank gehört, kann man erwarten, dass sich das ändert. Und man muss bedenken, dass Italien zu jenen Ländern mit den größten Goldreserven der Welt gehört. Nicht zu vergessen: auch die Goldreserven Deutschlands und Österreichs sind Dank der Eurozone nun quasi Gemeinschaftseigentum unter der Führung der EZB.

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4 KOMMENTARE

  1. Die Italiener denken anders als die Deutschen.
    Gold weg? Die Gegenlieferung ist gleich Sprengstoff für ein Aufheizen der Stimmung gegen die Eu.
    Glaube kaum dass das die Italiener diesen Bissen runterwürgen.

  2. Da wäre es interessant, wo die Goldreserven der Italiener gelagert sind? Vielleicht waren sie ja nicht so dumm wie die Deutschen, dass sie ihre goldenen Staatsreserven in weit entfernten Staaten deponiert haben..

  3. Nach 1945 hat man das Gold von über 6000 Jahren Menschheitsgeschichte unter die Fittiche des Black Eagle Trust gebracht. Der Black Eagle Trust, der auch von der übergeordneten Zentralbank FED aufgebaut wurde. Übergeordnete Zentralbank aller westlich dominierten Zentralbanken. Und hier wieder übergeordnet die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel. Da bleibt nun abzuwarten, wer das Tauziehen um das italienische Gold gewinnt.

  4. Italien hat Recht Der EZB und den privaten Banken gehört gar ncihts, Das Gold gehört den Bürgern, genau wie in allen anderen Ländern. Es ist den Bürgern durch das verbrecherische Finanzsystem mit Schuldzinsen illegal weggenomen worden.
    Das Grundproblem ist das marode, betrügerische Finanzsystem, was ausgehend von den USA in einer unseligen Allianz aus verbrecherischer Hochfinanz mittels gesteuerter Politiker in der ganzen Welt installiert worden ist, um weltweit eine feudalistische Diktatur zu schaffen. Wieso muss sich eine Regierung bei Privaten Banken das Geld für den Staatshaushalt erbetteln und es dann mit Zins und Zinseszins zurückzahlen? Bis heute hat mir noch keiner erklären können, warum der Staat als Souverän sich bei Privaten Banken das Geld für den Staatshaushalt erbetteln muss und es dann mit Zins und Zinseszins zurückzahlen muss. Das geht im Endeffekt nur über Enteignung , da das Geld für die Zinsen nie geschaffen wird und so haben die Privaten Banken illegal Vermögen und Gold angehäuft. Wir müssen Volksabstimmungen einführen, damit sich das ändert; denn die Banken haben diesen illegalen Zustand nur mit den Politikern als Erfüllungsgehilfen erreicht.
    In der Demokratie gehört die Kontrolle des öffentlichen Zahlungsmittels in
    die Hand einer demokratisch legitimierten öffentlichen Institution und nicht in die hand privater Banken:Es geht nicht an, dass Banken aus dem Nichts Geld schöpfen, die Finanzwelt so spekulativ riesige Gewinne macht, ihre Macht die Demokratie aushebelt, die Realwirtschaft und die hart arbeitenden Bürger schlussendlich die rasante Verschuldung tragen müssen.

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