So teuer wird ein Iran-Krieg

Sollten die USA tatsächlich einen Krieg gegen den Iran vom Zaun brechen, wären die Kosten enorm. Nicht nur für die Kriegskoalition.

Von Marco Maier

Ein Krieg gegen den Iran steht bereits an der Schwelle. US-Präsident Donald Trump mag zwar behaupten, er wolle diesen nicht, doch das interessiert die neokonservativen Hardliner in seiner Administration und dem „deep state“ absolut nicht. Doch sollte ein solcher Krieg beginnen, wären die finanziellen Kosten enorm.

Zum Einen müssten die Amerikaner und deren Verbündeten in der Kriegskoalition gegen den Iran eine umfangreiche Materialschlacht führen. Der Iran ist stark bewaffnet und nicht mit Ländern wie dem Irak, Afghanistan oder Syrien zu vergleichen. Das heißt, die Kriegskoalition müsste nicht nur Unmengen an Raketen verschießen und Bomben abwerfen. Vielmehr stünde auch die ganze militärische Hardware in der Region unter Beschuss.

Ob nun Flugzeugträger, Fregatten oder auch Kampfjets – nicht wenige würden versenkt bzw. vom Himmel geholt. Das sind Unsummen, die innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten bereits vernichtet werden. Wenn man bedenkt, dass die umfangreichen Luftangriffe auf den Irak (Desert Storm 1991) 38 Tage andauerten, jene im selben Jahr auf Jugoslavien 78 Tage, kann man sich ausrechnen, wie lange die Bombardements auf den Iran dauern müssten: mindestens 3 bis 4 Monate.

Luftangriffe & Bodentruppen

So lange müssten die Kriegsfalken ihre Angriffe angesichts der starken Verteidigung des Irans aus der Luft durchführen um die Wirtschaft und die Infrastruktur des großen Landes sukzessive zu vernichten. Und dann? Dann müsste eine umfangreiche Bodenoperation durchgeführt werden. Nur so könnte man die die iranische Armee und die Revolutionsgarden effektiv bekämpfen. Aber nicht nur das. In jeder größeren Stadt müsste es eine militärische Präsenz der Amerikaner und dere Verbündeten geben – und das für mindestens 10-15 Jahre. Eine Besatzung wie z.B. in Deutschland.

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Doch wenn man bedenkt, dass die Amerikaner im ungleich kleineren Afghanistan selbst nach fast 18 Jahren so gut wie gar nichts erreichten, wie soll das dann im Iran ablaufen? Man bräuchte für das stolze persische Volk mindestens eine Million Mann an Besatzungstruppen – und nicht einmal das hätte wahrscheinlich Erfolg.

Ölpreise explodieren

Die zig Milliarden Dollar an direkten Kriegskosten sind jedoch nicht alles. Im Kriegsfall wäre auch die Straße von Hormuz dicht. Der Ölpreis stiege innerhalb kürzester Zeit auf mindestens 250 Dollar pro Barrel. Das wäre in etwa eine Verfünffachung des aktuellen Preises. Die stockende Ölversorgung samt starken Preissteigerungen würden die Welt in eine Rezession und wohl auch in eine neue Finanzkrise stürzen.

Hier geht es um umfangreiche Folgekosten, die nicht nur die Kriegstreiber in Washington, Jerusalem und Riadh tragen müssten, sondern faktisch die ganze Welt. Ein Szenario, welches nicht gerade positiv ist.

Alleine in Afghanistan haben die USA bereits eine Billion (!) Dollar versenkt. Ein Iran-Krieg wäre noch kostspieliger und würde wohl mindestens das Doppelte kosten. Und das sind nur die direkten US-Kriegs- und Besatzungskosten. Da fragt man sich schon: ist es das wert?

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2 Kommentare

  1. Das ist alles richtig und die Amerikaner wissen es auch und darum könnte man vermuten, daß hier ein Erstschlag der anderen Art zum Einsatz kommt und deswegen ziehrt man sich noch, weil man ja die Folgen kennt und es ist eine psychologische Abwägung nach allen Seiten, aber wenn es kommt, dann vermutlich kurz, präzise und so vernichtend, daß sie die nächsten 50 Jahre ganz bestimmt in Sack und Asche gehen, denn hier handelt es sich nicht um eine Auseinandersetzung im klassischen Sinne, sondern es geht um Sein oder nicht sein eines kleinen Staates und den werden die Amerikaner nicht im Stich lassen, dazu ist deren Lobby zu gewaltig und wird auch nicht zulassen, wie das Land ihrer Väter vernichtet wird.

  2. Achim, das ist mit verlaub Bullsh….
    Diesen kleinen Staat bedroht aus dem Iran niemand. Ganz im Gegenteil. Dieser kleine Staat will expandieren. Und wenn sie die Geschichte kennen würden, dann wüsten sie was z. B. die Nationalfahne dieses kleinen Staates bedutet.

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