Noch spielt der US-Dollar bei den Devisenreserven die Hauptrolle. Das beginnt sich sukzessive zu ändern.

Von Marco Maier

Mit 64 Prozent machen US-Dollar-Papiere knappe zwei Drittel der globalen Währungsreserven aus. Doch der Anteil beginnt zu sinken und dürfte in den kommenden Jahren signifikant abnehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie ein Blick auf die globalen Gegebenheiten zeigen.

Einerseits steigen viele Zentralbanken schrittweise aus dem Dollar aus und erhöhen gleichzeitig ihre Euro-Bestände, zumal quer über den Globus auch viele Länder ihre Geschäfte mit Europa ausbauen. Das US-Finanzportal "Bloomberg" merkt dazu an, dass die zunehmend protektionistische Wirtschaftspolitik der Trump-Administration ebenfalls ein gewichtiger Grund dafür ist.

Jens Nordvig, ein Top-Währungsstratege der Wall Street sagte dem Portal, dass er von einer Umschichtung in der Höhe von rund 500 Milliarden Dollar in Richtung Euro während der nächsten zwei Jahre ausgeht. Das wäre ein Plus der Euro-Reserven um etwa ein Viertel. Zum Vergleich: Die weltweiten Währungsreserven der Zentralbanken in US-Dollar belaufen sich derzeit auf 11,3 Billionen Dollar.

Nicht nur Euro – auch Yuan und Rubel gefragt

Der US-Dollar gerät nicht nur seitens der Euro-Verschiebung unter Druck. Auch die Bemühungen Moskaus und Pekings, ihre eigenen Währungen im bilateralen Handel verstärkt einzusetzen führen dazu, dass immer mehr Länder entsprechende Währungsreserven aufbauen, was sie auch von den Dollarkursen und den Entscheidungen der Federal Reserve unabhängiger macht.

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Chinas Versuch der Etablierung eines "Petro-Yuan" verstärkt diese Entwicklung genauso wie die "Neue Seidenstraße", für die die Chinesen US-Dollar auf den Markt werfen und diesen so unter Druck setzen. Für die Länder Asiens wird der chinesische Yuan deutlich interessanter und das wird sich ebenso auf die Währungsreserven dieser Region auswirken.

Da der Yuan bereits Teil des Währungskorbes des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist, was das internationale Gewicht der chinesischen Währung weiter aufwertet, wird auch in anderen Weltregionen der Yuan eine wachsende Rolle spielen. Natürlich trägt die expansive Handelspolitik der Chinesen auch dazu bei – es gibt kaum ein Land der Welt, welches nicht umfangreiche Handelsbeziehungen mit dem Reich der Mitte unterhält.

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