Warum Amerika Japan nicht mit Atombomben hätte angreifen sollen

Die Überzeugung der USA, dass Atombombenangriffe notwendig waren, um eine noch tödlichere Invasion Japans zu verhindern, ist 75 Jahre später genauso falsch wie damals.

Heute vor fünfundsiebzig Jahren haben die Vereinigten Staaten den einzigen Atomkrieg der Geschichte entfesselt.

Zu den Wahrheiten, die für Millionen Amerikaner selbstverständlich sind, gehört die Vorstellung, dass die atomare Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki Leben gerettet hat, sowohl amerikanische als auch japanische.

Die Amerikaner lernten, dass sie die Wahl zwischen Atombomben und einer noch blutigeren Invasion Japans hatten, dessen fanatische Bürger bei der Verteidigung ihrer Heimat und ihres Kaisers bis zum Tod gekämpft hätten.

Diese Erzählung ist zutiefst falsch.

‚Zu Ängstlich zu beenden‘

In der Tat hatte Japan seit Monaten versucht, einen Weg zur Kapitulation zu finden, und die US-Führer wussten das. Japan konnte sich nicht länger gegen die unerbittlichen Luftangriffe der USA verteidigen; die heftigen Brandbombenangriffe hatten die meisten japanischen Städte, darunter auch Tokio, in Schutt und Asche gelegt.

General Curtis LeMay, Kommandeur der strategischen Bombardierung, beklagte sich sogar, dass es nichts mehr zu bombardieren gäbe als „Mülltonnenziele“.

Die Alliierten hatten im Rahmen eines geheimen Kryptoanalyseprojekts mit dem Codenamen Magic geheime Übertragungen des japanischen Außenministers Shigenori Togo an den Botschafter in Moskau, Naotaki Sato, abgefangen und entschlüsselt, in denen der Wunsch zum Ausdruck gebracht wurde, den Krieg zu beenden.

Für die Japaner war es jedoch unerlässlich, ihr Gesicht zu wahren, was bedeutete, ihren Kaiser zu halten. Eine bedingungslose Kapitulation kam bis auf weiteres nicht in Frage.

In einem geheimen Memo vom 28. Juni (1945) schrieb der Unterstaatssekretär der Marine, Ralph A. Bard, dass „die japanische Regierung möglicherweise nach einer Gelegenheit sucht, die sie als Medium der Kapitulation nutzen könnte“. In einem Interview aus dem Jahr 1960 wiederholte Bard, dass „die Japaner für den Frieden bereit gewesen seien und sich bereits an die Russen gewandt hätten“, um zu kapitulieren.

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Am 26. Juli gaben die Führer der USA, Großbritanniens und Chinas die Potsdamer Erklärung heraus, in der sie die bedingungslose Kapitulation der Japaner forderten und „sofortige und völlige Zerstörung“ versprachen, falls Japan sich weigern sollte. Die USA hatten zehn Tage zuvor die erste Atombombe in New Mexico erfolgreich getestet.

Die Erklärung war ursprünglich so verfasst worden, dass Kaiser Hirohito nicht vom Chrysanthementhron entfernt werden sollte, da Japan nach dem Krieg als konstitutionelle Monarchie regiert werden sollte.

Staatssekretär James Byrnes entfernte jedoch diese Sprache aus der Abschlusserklärung. Es würde eine bedingungslose Kapitulation oder die totale Vernichtung bedeuten.

Präsident Harry S. Truman, der erst am 12. April von dem Manhattan-Projekt erfuhr, nachdem er am 12. April vereidigt worden war, genehmigte einen Plan zum Abwurf von zwei Atombomben auf Japan. Die Planer suchten nach unbeschädigten Städten.

Tokio, das Anfang März einen Brandbombenangriff erlitt, bei dem mehr Menschen getötet wurden als durch beide Atombomben, war vom Tisch. Kyoto wurde aufgrund seiner kulturellen Bedeutung verschont. Hiroshima, das größte unberührte Ziel Japans, würde zuerst sterben, dann Nagasaki.

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Eine Analyse von Brett Wilkins.

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6 Kommentare

  1. Es wird sogar vermutet, dass die Atombombe eigentlich für Dresden gedacht war. Aber dann kam den Amis die Kapitulation der Wehrmacht dazwischen . Ausprobieren wollte man sie trotzdem, dann musste das böse Japan herhalten.

  2. Hier wurden deutsche A- Bomben abgeworfen weil das Manhatten Project zur Farce wurde. Wer Spezialisten zur Beobachtung und Auswertung der Schäden nach Hiroshima schickt hat null Ahnung vom wissentschaftlichen Stand. Der wahre Grund des Abwurfs war um Rußland abzuschrecken und den Einmarsch derer in Japan zu verhindern.

  3. Eine zwar offensichtliche und doch versteckte Frage wird nie gestellt: „Warum haben die Japaner nichts unternommen, die Bomber vom Himmel zu holen?“
    Sollte am einem bösen Gerücht, man würde nur Städte mit zu vielen Christen (also Verrätern) drin austradieren, etwas dran sein? Oder gab’s da bereits andere geheime Vereinbarungen???

    1. @ Fbu Kreuzweis , Du sehnst dich offenbar noch immer nach Ammenmärchen, wie du es aus der Kindheit gewohnt bist?
      Japan hatte zum Zeitpunkt des Geschehens schon lange keine einsatzbereite Luftwaffe mehr.

      Die Yankees wollten ein für lange Zeit wirksames Zeichen setzen, dass sie zukünftig die Größten sind.
      Und das sind sie ja auch, wenn man es richtig betrachtet.

  4. Der Krieg war längst entschieden und brauchte diese Straftat nicht mehr!
    Wenn ein Land seine eigenen Ureinwohner fast ausgerottet hat, kann man sich vorstellen, was für Schweine es sind!

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