Was man uns über das Südchinesische Meer sagt und nicht sagt

Wenn ein Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten ausbricht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der auslösende Faktor das Südchinesische Meer sein wird. Die Vereinigten Staaten führen derzeit eine weitere ihrer so genannten „Freedom of Navigation“-Übungen in der Region durch, bei denen nicht weniger als zwei Flugzeugträger zusammen mit ihrer unterstützenden Armada von Kriegsschiffen zum Einsatz kommen. Die westlichen Medien berichten regelmäßig über diese Marineübungen, aber selten, wenn überhaupt, wird die historische Situation in irgendeinen Zusammenhang gestellt.

In der Tat gibt es eine Reihe wichtiger Merkmale dieser Konfrontation zwischen China und den Vereinigten Staaten, die selten, wenn überhaupt, diskutiert werden. Eine Beschwerde der Philippinen an den Ständigen Schiedsgerichtshof erhielt am 12. Juli 2016 ein Urteil. Das Gericht entschied, dass es keine Beweise dafür gebe, dass China zu irgendeinem Zeitpunkt die ausschließliche Kontrolle über das Meer oder seine Ressourcen ausgeübt habe. Daher, so entschied das Gericht, gebe es keine rechtliche Grundlage für die so genannte „9-Strich-Linie“, von der China behauptete, sie falle in seine ausschließliche Zuständigkeit.

China wies die Feststellungen des Gerichts zurück. Dies war aus rein historischer Sicht kaum überraschend, da China in der Lage ist, eine weitreichende Kontrolle über die Region seit Hunderten von Jahren nachzuweisen, wie Jianming Shen bereits 2002 in einer ausführlichen wissenschaftlichen Analyse ausführte.

Doch historische Situationen sind in der Welt der modernen Geopolitik oft von zweifelhafter Relevanz. Für das Verständnis der Haltung und des Verhaltens der gegenwärtigen Regierung in Peking sind sie sicherlich nicht relevant. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Historische Präzedenzfälle sind sicherlich nicht von Interesse für die Vereinigten Staaten und Australien, wenn sie in Gewässern, die Tausende von Kilometern von ihren jeweiligen Grenzen entfernt sind, das ausüben, was sie gerne als „Freiheit der Navigation“ bezeichnen.

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Eine Analyse von James O’Neill.

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Ein Kommentar

  1. Wir werden auch über Nordkorea falsch infomiert. Eine Dokumenation von Arte klärt sehr gut auf, wie es in Norkorea wirklich ausschaust. „Have Fun in Pjöngjang“ sollte man sich anschauen.

    Man fragt sich, wo das düstere Tyrannenreich geblieben ist, denn Kim Jong un wird verehrt wie ein Gott.

    Über die Raketentests kann man verschiedener Meinung sein. Von außen wirken sie martialisch, aber von innen wie Abschreckung, denn Nordkorea weckt Begehrlichkeiten.

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