Amerikas Kriege seit 9/11 haben 37 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 haben die USA mit ihren Militäreinsätzen und Kriegen für die Vertreibung von mindestens 37 Millionen Menschen gesorgt.

Von Redaktion

Amerikas Kriege seit dem 11. September 2001 haben mindestens 37 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Gerade vor dem 19. Jahrestag des Gedenkens an die tragischen Ereignisse des 11. September 2001, als Amerika angegriffen wurde, hat der antiinterventionistische Thinktank The Quincy Institute for Responsible Statecraft eine Studie vorgelegt, in der die Millionen von Menschen detailliert beschrieben werden, die nach dem 11. September durch die ausländischen Kampfeinsätze der USA weltweit vertrieben wurden.

„Die Kriege, die die US-Regierung seit den Angriffen vom 11. September 2001 geführt hat, haben 37 Millionen Menschen – und vielleicht sogar 59 Millionen – aus ihren Häusern vertrieben, so ein neu veröffentlichter Bericht der American University und des „Costs of War Project“ der Brown University“, den der Bericht einleitet.

Er wird als „die erste Berechnung dieser Art“ bezeichnet, da weder das Pentagon, noch das Außenministerium oder irgendeine andere Bundesbehörde die Massenvertreibungen verfolgt hat.

Die Studie stellt fest, dass von den insgesamt 39 Millionen Menschen acht der gewaltsamsten Kriege und „Aufstandsbekämpfungskampagnen“ für die überwiegende Mehrheit der Vertreibungen verantwortlich sind. Dabei handelt es sich um Afghanistan, Irak, Libyen, Pakistan, die Philippinen, Somalia, Syrien und den Jemen.

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Diese Kriege wurden entweder von Bush, Obama oder bis in die Trump-Administration hinein durchgeführt oder beaufsichtigt.

Um das Ausmaß dieser Kriege zu verdeutlichen, betont das Quincy Institute, dass „die Vertreibung von 37 Millionen Menschen der Vertreibung fast aller Einwohner des Staates Kalifornien oder aller Menschen in Texas und Virginia zusammen gleichkommt“.

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Und weiter: „Die Zahl ist fast so groß wie die Bevölkerung Kanadas“.

Wesley Clarks berühmte Rede zum „Außenpolitischen Coup“ von 2007: „Wir werden sieben Länder in fünf Jahren auslöschen“ nach 9/11:

Auch die amerikanischen Militärstützpunkte haben sich nach 9/11 weltweit rasch ausgeweitet, vor allem in Afrika und im Nahen Osten, wie die folgende, vom Investigative Reporting Workshop (IRW) erstellte Karte zeigt.

„Bis jetzt wusste niemand, wie viele Menschen durch die Kriege vertrieben wurden“, betont der Bericht. „Tatsächlich dürften sich die meisten Amerikaner nicht bewusst sein, dass die US-Kampfeinsätze nicht nur in Afghanistan, Irak und Syrien, sondern auch in 21 anderen Nationen stattgefunden haben, seit Präsident George W. Bush einen globalen Krieg gegen den Terror angekündigt hat.“

Hier ist die Aufschlüsselung der Massenvertreibungen nach 9/11 nach Ländern gemäß der Public Anthropology Clinic:

  • 5,3 Millionen Afghanen (das sind 26 Prozentr der Vorkriegsbevölkerung) seit Beginn des US-Krieges in Afghanistan im Jahr 2001;
  • 3,7 Millionen Pakistaner (3 Prozent der Vorkriegsbevölkerung) seit dem Beginn des US-Krieges in Afghanistan im Jahr 2001 wurden schnell zu einem einzigen Krieg, der die Grenze in den Nordwesten Pakistans überschritt;
  • 1,7 Millionen Filipinos (2 Prozent) seit das US-Militär der philippinischen Regierung in ihrem jahrzehntelangen Krieg mit Abu Sayyaf und anderen aufständischen Gruppen im Jahr 2002 half;
  • 4,2 Millionen Somalier (46 Prozent), seit die US-Streitkräfte 2002 begannen, eine von den Vereinten Nationen anerkannte somalische Regierung zu unterstützen, die gegen die Islamic Courts Union (ICU) und, nach 2006, gegen den abtrünnigen Milizflügel der ICU, Al Shabaab, kämpfte;
  • 4,4 Millionen Jemeniten (24 Prozent), seit die US-Regierung 2002 mit Drohnen-Attentaten auf mutmaßliche Terroristen begann und seit 2015 einen von Saudi-Arabien geführten Krieg gegen die Houthi-Bewegung unterstützte;
  • 9,2 Millionen Iraker (37 Prozent) seit der von den USA geführten Invasion und Besetzung im Jahr 2003 und dem Krieg gegen die Gruppe Islamischer Staat nach 2014;
  • 1,2 Millionen Libyer (19 Prozent) seit dem Eingreifen der US-amerikanischen und europäischen Regierungen beim Aufstand gegen Muammar Gaddafi im Jahr 2011, der den anhaltenden Bürgerkrieg anheizte;
  • 7,1 Millionen Syrer (37 Prozent), seit die US-Regierung 2014 den Krieg gegen den Islamischen Staat begann.
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Und noch immer ist kein Ende der Kriege und „Interventionen“ zu sehen. Insbesondere in Afrika vergrößert sich der militärische Fußabdruck der USA immer weiter. Auch hier im Namen der „Terrorbekämpfung“.

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