Im vergangenen Jahr wurden im Einzelhandel laut einer Studie Waren im Wert von 2,24 Milliarden Euro gestohlen. Ein neuer Rekord. Viele Verfahren werden jedoch wegen "Geringfügigkeit" eingestellt.

Von Marco Maier

Das Kölner Wirtschaftsforschungsinstitut EHI ermittelte in einer Studie, dass im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,24 Milliarden Euro im Einzelhandel gestohlen wurden. Dies entspricht einem Anstieg von rund 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Mit ein Grund dafür sei die Zunahme von organisierten Banden, die sich darauf spezialisiert hätten. Die Gewerkschaft der Polizei spricht angesichts dessen schon von einem Staatsversagen.

Insgesamt läge der Schwund im Vergangenen Jahr bei rund 4 Milliarden Euro, wovon 2,24 Milliarden auf Ladendiebstähle von Kunden zurückzuführen sei. Mitarbeiter der Geschäfte seien für 810 Millionen Euro verantwortlich, für weitere 340 Millionen Euro Lieferanten und Servicekräfte. Der Ret von 640 Millionen Euro bei der Inventurdifferenz sei auf "organisatorische Mängel" zurückzuführen.

Organisierte Banden seien für rund ein Viertel der Ladendiebstähle verantwortlich. Diese hätten es vor allem auf Parfüms und Kosmetika, Rasierklingen, Tabakwaren, Alkohol, aber auch Kaffee und Babynahrung abgesehen. Beim Textilhandel seien es vor allem Accessoires wie Gürtel und Tücher von teuren Marken und Funktionsbekleidung. Im Elektronikbereich hingegen vorwiegend Tonträger, Smartphones inkl. Zubehör, Speicherkarten und Druckerpatronen. Akkuschrauber, Werkzeuge und LED-Leuchtmittel verschwinden vor allem in Baumärkten.

Inwieweit sich die massiv gestiegene Zahl an Zuwanderern auf die Zahl der Ladendiebstähle auswirkt, lässt sich anhand folgender Zahlen festmachen: Laut Polizeilicher Kriminalstatistik habe sich die Zahl der Tatverdächtigen Zuwanderer von etwa 60.000 im Jahr 2014 auf rund 114.000 im Jahr 2015 knapp verdoppelt. Und das bei rund einer Million Zuwanderern im vergangenen Jahr. Problematisch erweist sich hierbei jedoch der Umstand, dass die Justiz zu viele Ladendiebe laufen lässt – wegen Geringfügigkeit. Rund vier Millionen Verfahren hate die Justiz wegen diverser Diebstähle im Jahr 2012 erledigt, davon wurden rund 60 Prozent eingestellt. In etwa die Hälfte davon eben wegen Geringfügigkeit der Straftaten. Dies führt dazu, dass manche Kleinkriminelle Dutzende Male zwar auf der Anklagebank landen, jedoch nie verurteilt werden.

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5 thoughts on “Ladendiebstähle: Milliardenschaden in Deutschland”

  1. Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt und gehört hart bestraft. Hohe Bußgeldsummen oder Haft, wobei Bußgelder bei Nichteintreibung durch Arbeitseinsatz auszugleichen wären. Wer dem nicht Folge leistet oder durch vorgetäuschte Krankheit sich entziehen will, sollte ins Gefängnis, egal wie hoch der Schaden war. Das Problem mit dem Diebstahl ist die zu niedrige Hürde des Strafmaßes. Dadurch entsteht der Eindruck, man könne ja etwas mitnehmen, bei relativ kleinem Risiko für den Einzelnen. Hier macht es aber die Menge, die den volkswirtschaftlichen Schaden erzielt und noch höher zu bewerten ist die Einstiegskriminalität junger Menschen, die ohne größere Nachteile in einen Strudel geraten, aus dem sie sich selbst nicht mehr befreien können. Wer sich am Eigentum anderer Menschen vergreift handelt auch asozial und scheint nicht zu begreifen, daß  Besitz mit Arbeit verbunden ist und erst durch Arbeit Besitztum erworben werden kann. Das betrifft auch das geringwertigste Gut, denn auch das wurde durch Arbeit erwirtschaftet.

  2. Es gibt viele Asoziale in der BRD Diktatur, die nehmen und nehmen, ohne das geringste dem Volk zurück zu geben,oder es für seinen unermütlichen Fleiß zu danken, im Gegenteil, tja wer und was ist das wohl……………

  3. Und was ist mit dem Diebstahl durch Gez-Zwangsabgaben?

    Der Deutsche löhnt im Jahr 210€ an Rundfunkbeiträgen.

    In 60 Jahren sind das "nur" 12600€ !

    In Arbeitszeit umgerechnet (bei einem netto-Stundenlohn von 10€) = 1260 Stunden

    geteilt durch acht = 157,5 Arbeitstage die jeder für Herrn Kleber und Co. arbeiten geht, damit dieser 50000€ im Monat abkassieren kann. Dies braucht er auch bei so schönen Maßanzügen und feinen Schühchen.

    DAS ist Diebstahl. Man nimmt uns die Butter und gibt uns dafür Halbfettmargarine!

    1. Auf´s Jahr sind das mehr als 117 Packungen Kerrygoldbutter (je 250g) = 29KG Butter im Jahr!

      Oder 235 Flaschen Bier (a 0,89€) pro Jahr.

      20 Kinokarten im Jahr, oder 30 Schwimmbadbesuche.

      Oder 16,8KG Rindersteaks. usw… usw.. 

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