Drohnenmorde und Syrienkrieg – Sanders, der pseudolinke Präsidentschaftskandidat

Bernie Sanders, der angebliche linke Bürgerschreck, ist auch nur ein US-Politiker. In Sachen Drohnenmorde, Syrienkrieg und einiger weiterer Punkte ist er ganz auf Linie des Establishments. Als linke Ikone taugt der Senator ganz gewiss nicht.

Von Marco Maier

Viele Linke hoffen (wenngleich auch vergebens) darauf, dass Bernie Sanders als Kandidat der Demokratischen Partei ins Rennen um die US-Präsidentschaft geht. Nicht nur deshalb, weil er zumindest im Vergleich mit der europäischen Politlandschaft am ehesten noch als Sozialdemokrat durchgehen würde (also nach US-Verständis schon nahe am Kommunismus), sondern auch weil man sich von ihm eine moderatere Außenpolitik erhofft. Doch da täuscht man sich gewaltig.

In einem Gespräch mit Chris Hayes vom Sender MSNBC sagte Sanders: "Schauen Sie. Terrorismus ist eine sehr ernste Sache. Es gibt Menschen da draußen die Amerikaner töten wollen, die dieses Land attackieren wollen und ich denke, wir haben gewaltig recht damit, uns selbst zu verteidigen." Allerdings, so ergänzte der Senator: "muss es in einem verfassungsgemäßen, legalen Weg getan werden." Hayes fragte Sanders daraufhin unter Bezugnahme auf die Todesliste der US-Regierung: "Denken Sie, das was jetzt getan wird, ist verfassungsgemäß und legal?" Sanders antwortete darauf: "Im Generellen tue ich das, ja."

Weiters unterstützt der Senator die Entsendung von US-Truppen nach Syrien um dort die muslimischen Truppen für den Kampf gegen den "Islamischen Staat" auszubilden und mit Waffen zu versorgen. "Ich denke, das was der Präsident sagen will ist dort amerikanische Soldaten zu haben die muslimische Truppen ausbilden und diese mit jener militärischer Ausrüstung zu versorgen, die sie brauchen – und ich unterstütze diese Bemühungen", so Sanders zu Hayes.

Lesen Sie auch:  Das israelisch-arabische Komplott

Neben dem völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg im Nahen Osten und der Entsendung von Truppen nach Syrien, sowie der Bewaffnung von muslimischen Milizen (die oftmals selbst radikalislamisch sind), will Sanders zudem noch die Stationierung der cirka 10.000 US-Soldaten in Afghanistan verlängern und die Luftangriffe im Irak und in Syrien, welche für den Tod von über 1.000 Zivilisten verantwortlich sind, fortführen.

Loading...

Bernie Sanders mag zwar innenpolitisch in so manchen Bereichen der am weitesten links stehende Kandidat für die Präsidentschaft sein, doch als linke Ikone eignet er sich ganz gewiss nicht. Dafür ist der Senator doch zu sehr ein typischer US-Politiker mit einem Hang zur Dominanz über die ganze Welt.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

  1. Schade. Ich dachte tatsächlich, dass hier mal ein frischer Wind durch die USA weht. Das ganze ist dann wohl doch nur Obama reloaded. Gut…wenn man ehrlich sein soll, selbst wenn Sanders alles radikal umbauen und den Eliten ans Bein pinkeln wollte und wahltechnisch dem Sieg nahe wäre dann wissen wir ja, was passieren würde. Flugzeug-Absturz, Herzattacke, Angriff eines Geisteskranken usw. Ich denke die Eliten lassen es gar nicht mehr so weit kommen sondern es wird schon vorher genau ausgewählt, wer darf und wer nicht und alle – egal wer Präsident wird – würden so weiter machen wie bisher. Von daher….alles wie gehabt…leider.

  2. Jeder der US-Präsidentschaftskandidaten ist selbstverständlich von der herrschenden Plutokratie zum Show-Kampf freigegeben. Um mehr handelt es sich bei der "Wahl" schließlich nicht. Egal wer das Rennen gewinnt, er oder sie wird in jedem Fall die Interessen der Mächtigen bedienen, wozu natürlich auch der Erhalt der weltweiten US-Hegemonie mit allen Mitteln gehört. Nuancen mag es allenfalls in der Art der Durchsetzung dieser Interessen geben, entweder etwas martialischer oder ein wenig verdeckter mittels Bestechung oder "Verträge".

  3. Danke. Endlich sagt es mal jemand. Der Mann ist ein "linker" Papiertiger, der am Ende nicht mal zum Bettvorleger taugen wird. Es ist immer wieder erstaunlich, wie pseudo-fortschrittliche Phrasendrescher im US-Wahlkampf (und nicht nur dort) für viele Noch-Illusionierte zu Hoffnungsträgern werden. Es ist wohl ein eingebautes Ventil für die Enttäuschten des jeweiligen Vorgängers, die dann aus dem wohlkalkulierten Prinzip Hoffnung für einige Monate Entlastung finden dürfen – um dann einmal mehr hart zu landen.

    Jüngstes Beispiel in Europa ist der ehrenwerte Herr Tsipras. Der nächste Wiedergänger dieser Art wird wohl Corbyn sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.