Vor 55 Jahren haben die USA den Plan zum Sturz der kubanischen Regierung ausgearbeitet. Diese Kampagne war der Beginn der heutigen Hybridkriege. Jedoch war sich damals wie auch heute Washington der Niederlage bewusst. Rostislaw Ischtschenko beschäftigt sich mit einem überaus aktuellen Thema.

Von Rostislaw Ischtschenko, Übersetzung: Thomas Roth

Am 4. April 1961 bestätigte der Präsident der USA, John F. Kennedy, den Plan der Operation zum Sturz der kubanischen Regierung unter Fidel Castro. Diese Operation gegen Kuba wurde tatsächlich zur ersten Probe eines Hybridkrieges aus der Feder der USA. Der Form des Krieges, die jetzt durch die "glückliche" Hand Washingtons eine der Grundlagen der internationalen Beziehungen wurde. Heute ist es unmöglich genau zu sagen, mit wem sich die USA in diesen Moment im Zustand des Hybridkrieges befinden.

Die kubanische Operation unterschied sich von der Teilnahme der USA am Korea-Krieg 1950-1953 in einem entscheidenden Punkt: die Amerikaner hatten dort ein Mandat der UNO. Die Operation unterschied sich auch vom Vietnam-Krieg, bei dem die USA aufgrund von bilateralen Vereinbarungen Verbündete der Südvietnamesen waren.

Die Landung der Interventen

Für den Sturz der Regierung Castros hatte die CIA aus der großen Zahl kubanischer Emigranten und Tagelöhner Personal ausgesucht, es dann ausgebildet, ausgerüstet und dann aus ihnen vier Infanterie-, ein Panzer-, ein Luftlandebataillon und eine Artillerieabteilung gebildet. Sie sollten die Flieger-Emigranten auf den Flugzeugen der Luftwaffe der USA unterstützen, die von den Erkennungszeichen her gefärbt waren. Auf einigen Flugzeugen trugen sie die Erkennungszeichen der kubanischen Luftwaffe auf – ihre Mannschaften versuchten, wie Fahnenflüchtige aus der kubanischen Armee auszusehen.

Im übrigen brannten die Piloten-Kubaner nicht unbedingt vor Begierde, zu der Mission abzufliegen und nannten solche Flüge gern auch Selbstmordkommando, so dass die meisten Soldaten hinter den Handrädern der Kuba bombardierenden Flugzeuge dann doch amerikanische Bürger waren.

Insgesamt zählten die Überfalltruppen so gegen 2.000 Mann. Die Armee Kubas zu jener Zeit war nicht mehr als eine mit veralteten Waffen ausgestattete Volkslandwehr. Die Interventen stützten sich auf die Zusammenarbeit mit der Luftwaffe und der Kriegsmarine der USA (zur Küste Kubas waren die Flugzeugträger "Essex", "Boxer" und "Shangri-La", mit ihren Begleitschiffen abkommandiert worden, die Bombenluftflotte starteten von den Basen in Florida). Insgesamt waren die Kräfte nicht vergleichbar. Dazu kommt, dass die nächsten Verbände des kubanischen Militärs, die fähig waren, Widerstand zu leisten, sich in 120 Kilometern Entfernung von der Anlandungsbucht befanden.

Eine kurze Zwischenbemerkung: Behalten wir im Hinterkopf, dass nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal eine scheinbare oder reale zahlenmäßige Überlegenheit keine Garantie für einen Sieg im Gefecht ist. Das hat sich auch auf dem Donbass gezeigt wie auch heute wieder bei der Auseinandersetzung zwischen Aserbaidschan und Nagorny-Karabach.

Der aktive Kampf begann am 15. April 1961 mit dem misslungenen Versuch der Luftflotte der USA, die Luftwaffe Kubas zu zerstören. Am 17. April ist die Landung der Hauptkräfte der Interventen in der Schweinebucht realisiert worden. Noch in den nächsten zwei Tagen ergab sich ein großer Teil der gelandeten Emigranten und Tagelöhner den kubanischen Behörden.

Washington hatte diese Operation sehr sorgfältig geplant, man begann vor mehr als einem Jahr (noch unter Präsident Eisenhower) mit den Vorbereitungen. So das natürlich die katastrophale Zerschlagung der Bataillone für die USA ein riesiger politisch-moralischer Verlust war. Der Hauptfehler bestand darin, dass man voraussetzte, dass nach der Landung der Emigranten und der Tagelöhner auf Kuba ein Volksaufstand gegen Fidel Castro losbrechen würde. Aber das Volk Kubas hat lieber – anstatt im Interesse der USA den eigenen Staat vor die Hunde gehen zu lassen – eine Safari auf die Interventen veranstaltet.

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3 COMMENTS

  1. So wird man beim Personaleinsatz der fünften Kolonnen immer erfindungsreicher. Nach den schlechten Erfahrungen in der Schweinebucht setzt man nun gleich den Präsidenten und die Rolling Stones zur Vorbereitung der Invasion in Cuba in Marsch, was in Rußland mit den Pussy Riots ziemlich schief lief. So können wir nur gespannt sein, welches Theater als nächstes auf dem Roten Platz stattfinden wird?

  2. Wieder so ein Kreig des Weltpolizisten, der nicht auf seinem Territorium stattgefunden hat wie alle vergangenen 235 der letzten Jahre seit 1871.

    Ja das mit den Angriffskriegen ist schon so eine Sache, oder?

  3. Selbst türkische Grenzräuberbanden werden mit TOW-Raketensystemen ausgestattet, womit dann zivile Strassentransporte abgeschossen werden, u  somit in den Besitz der Wirtschaftsgüter zu kommen, welche dann am Schwarzen Markt in der Türkei versilbert werden.

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