Hinrichtungsrekord in Saudi-Arabien

Während die Zahl der offiziellen Hinrichtungen weltweit abnimmt, verzeichnet der “Partner” des Westens, Saudi-Arabien, einen neuen Rekord.

Von Michael Steiner

Man kann zur Todesstrafe stehen wie man will, doch während man in Europa der Hinrichtung von Straftätern weitestgehend ablehnend gegenübersteht, sieht man bei den sogenannten “Partnern” über solche “Kleinigkeiten” hinweg. Der westliche Kulturimperialismus gilt eben nicht für alle Staaten, wie das Beispiel Saudi-Arabien zeigt.

So berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International darüber, dass die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen im letzten Jahr im vierten Jahr in Folge gesunken sei. Demnach lag im vergangenen Jahr die Zahl bei mindestens 657 Exekutionen – die niedrigste Zahl seit zehn Jahren. Dennoch blieben rund 20 Staaten weiterhin für Hinrichtungen verantwortlich.

Die fünf Länder mit den meisten Hinrichtungen 2019 waren nach dem Amnesty-Bericht zufolge China (Tausende), Iran (mindestens 251), Saudi-Arabien (184), Irak (mindestens 100) und Ägypten (mindestens 32). Zudem habe man im Laufe des Jahres 2019 mindestens 2.307 neue Todesurteile in 56 Ländern registriert, im Vergleich zu 2.531 in 54 Ländern in 2018 (China jeweils ausgenommen), heißt es in dem Bericht weiter. Im Ländervergleich bleibe China unberücksichtigt, da die Zahl der Hinrichtungen, die Amnesty auf Tausende schätzt, dort nach wie vor als Staatsgeheimnis behandelt werde.

Gegen den allgemeinen Trend stellen sich die westlichen Partner Saudi-Arabien (mit einem neuen Rekord) und Irak, sowie der Jemen und der neue Staat Südsudan. Bis auf den letzteren Staat sind alles muslimische Länder.

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Es gibt jedoch bei einigen Staaten – neben China – Probleme, das tatsächliche Ausmaß der vollstreckten Todesurteile nachzuvollziehen. Nordkorea und Vietnam sind beispielsweise nicht sehr transparent, genauso wie der Iran.

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