Europa: Autoverkäufe brechen extrem ein

Die Lockdown-Maßnahmen in Europa zur Eindämmung des Coronavirus treffen die Autoproduzenten und -händler stark.

Von Redaktion

Da im März in weiten Teilen Europas Sperren verhängt wurden, stand die Unterbringung zu Hause auf der Tagesordnung aller und nicht der Kauf eines neuen Fahrzeugs. Die neuesten Daten der European Auto Industry Association (ACEA) bestätigten dies, nachdem die Neuwagenzulassungen im Jahresvergleich um 51,8 Prozent auf 853.077 Fahrzeuge gesunken waren. Dies war der größte Rückgang und die niedrigste Anzahl an Verkäufen seit Bestehen.

„Da in den meisten Märkten ab Mitte des Monats Maßnahmen zur Eindämmung oder Sperrung ergriffen wurden, wurde die überwiegende Mehrheit der europäischen Händler in der zweiten Märzhälfte geschlossen“, sagte die ACEA.

Die Verkäufe in allen wichtigen EU-Märkten gingen zurück, wobei Italien, welches am stärksten von der Pandemie betroffen war, den stärksten Rückgang der Neuzulassungen von 85,4 Prozent verzeichnete, gefolgt von -72,2 Prozent in Frankreich, -69,3 Prozent in Spanien und -37,2 Prozent in Deutschland.

Die FCA Group und die Groupe PSA verzeichneten mit einem Rückgang der Zulassungen um 74,4 bzw. 66,9 Prozent den größten Rückgang der Fahrzeugverkäufe im Monat.

Loading...

Den stärksten Rückgang verzeichnete demnach die FCA Group mit -74,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die PSA Group (mit Peugeot) musste einen Rückgang um 66,9 Prozent verzeichnen, gefolgt von der Renault Group mit 63,7 Prozent. Auch Nissan musste mit -51,5 Prozent mehr als die Hälfte des Umsatzes einbüßen, während die VW Group mit -43,6 Prozent noch etwas glimpflicher davonkam.

Die Hyundai Group musste ein Minus von 41,8 Prozent verkraften, Daimler verkaufte im 40,6 Prozent weniger, BMW um 39,7 Prozent weniger und Toyota um 36,2 Prozent weniger.

Neuwagen-Zulassungen EU.

Es ist zu erwarten, dass im April ein weiteres Minus hinzu kommt, zumal die meisten Länder ihre Lockdown-Maßnahmen aufrecht erhalten – manche verschärft, manche gelockert.

Angesichts der sich abzeichnenden Rezession – wenn nicht gar Depression – ist es fraglich, ob es in diesem Jahr überhaupt noch eine wirkliche Erholung der Zahlen geben wird.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. Solange nicht klar ist, wie es den nächsten Monate weitergeht, wird sich an der Situation nichts ändern. Hinzu kommt die politische Verunsicherung. Darf ich mein neues Fahrzeug auch in zwei oder drei Jahren noch uneingeschränkt nutzen ?
    Nach der Krise ist vor der Krise.-

  2. Mein Mitgefühl ist äußerst minimalistisch ausgeprägt.

    Es waren in Deutschland doch gerade die Autobosse die, besonders auffällig seit dem rotgrünen Schröderregime, der Politik permanent in den Hintern krochen.

    Es war schon geradezu widerlich, wie sie um Schröder und später um Merkel herumschleimten und für den größten Mist frenetisch applaudierten. Und die Belegschaften, mit ihrer Metaller-Gewerkschaft, hielten schön still.

    Jetzt haben sie den Schlamassel und sollen sehen, wie sie da wieder herauskommen.

  3. Ganze Gewerke sind doch in den letzten Jahrzehnten verlagert worden, ob aus Dummheit oder Geldgier ist eine andere Frage und ob wir hierzulande noch mit dabei sind ist eine andere Frage, denn wir stellen zwei Prozent der Weltbevölkerung dar und somit werden wir immer unbedeutender.
    Durch die Verlagerung nach außen und die Veräußerungen nach innen haben wir uns ja schon lange abhängig gemacht und obwohl wir im Wissen nicht unbedingt schlechter geworden sind, wurden die anderen aber dafür besser und somit machen wir uns überflüssiger. Wer seine geistigen Schätze nicht schützt, der muß sich auch nicht wundern, wenn da Begehrlichkeiten geweckt werden und der Globalismus gilt nicht nur für die westliche Expansion, er gilt auch umgedreht und das wird unser Problem, weil wir es versäumt haben unsere Wirtschaft durch Automatik gegen Preisdumping zu schützen und nun sitzen wir in der Falle.
    Es gibt genügend Beispiele, wie wir zusätzlich noch erobert wurden, weil wir einfach geschlafen haben, Nehmen wir einfach mal das Versandangebot als Beispiel. Da kam einfach einer auf die Idee, vom Katalog auf digitale Angebote umzusetzen und wurde dabei zum Milliadär, während sie bei uns vor sich hingeschnarcht haben und allenfalls aus der Not heraus Kopisten wurden um überhaupt überleben zu können. Wenn dann noch die Politik mitmischt um vieles falsche zu fördern oder richtiges zu verhindern, dann ist das Chaos perfekt und wer noch von der Zukunft Europas träumt, der ist ein Phantast, denn die haben nahezu alles falsch gemacht und die Im- und Exportzahlen täuschen auch über das ware Ergebnis hinweg, weil da auch Halbfertiges mit eingerechnet wird und zum Teil ein Nullsummenspiel darstellt. Das nennen sie dann erfolgreiches wirtschaften und ist nichts anderes als ein großes Blendwerk, zum Segen der anderen und zum Schaden der eigenen Wirtschaft.

  4. Die Weltwirtschaft werde 2020 deutlich im negativen Bereich landen. Vor exakt drei Monaten hatte der IWF für dieses Jahr noch ein Wachstum beim Pro-Kopf-Einkommen in über 160 Ländern prognostiziert. Jetzt, im April 2020, wird mit einem Rückgang der Einkommen in mehr als 170 Staaten gerechnet. Das spricht wahrlich für sich.

    Was sagen den die Klimaretter dazu ?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.