Covid-19 versetzt der Tourismuswirtschaft einen Todesstoß

Weltweit sind 96 Prozent aller Tourismusdestinationen wegen Covid-19 geschlossen. So etwas gab es bislang noch nie.

Von Marco Maier

Covid-19 ist für viele Wirtschaftssektoren schlimmer als ein neuer Weltkrieg. Ein Blick auf aktuelle Daten zeigt, dass global 96 Prozent aller Tourismusdestinationen geschlossen sind. Das sorgt für einen enormen Kahlschlag, zumal viele Hoteliers und Ressortbetreiber hoch verschuldet sind.

Niemals in der Geschichte der modernen Welt – auch nicht während des Zweiten Weltkriegs – ist dies jemals passiert.

Die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der zeigt, wie verheerend die Auswirkungen der globalen Coronavirus-Pandemie auf Weltreisen waren, berichtete Rich Thomaselli von Travel Pulse.

Der Bericht stellt fest, dass fast alle globalen Ziele seit Januar 2020, als erstmals Berichte über Covid-19 veröffentlicht wurden, Beschränkungen oder vollständige Reiseverbote auferlegt haben.

Loading...

Nach Angaben der UNWTO haben 96 Prozent aller weltweiten Reiseziele ihre Grenzen für Touristen ganz oder teilweise geschlossen – 90 verschiedene Reiseziele sind für Touristen vollständig geschlossen, während 44 weitere je nach Herkunftsland für bestimmte Touristen geschlossen sind, heißt es in dem Bericht.

„Covid-19 hat wie kein anderes Ereignis in der Geschichte das Reisen und den Tourismus beeinflusst. Die Regierungen haben die öffentliche Gesundheit in den Vordergrund gestellt und das Reisen ganz oder teilweise eingeschränkt“, sagte UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili in einer Erklärung.

„Wenn der Tourismus ausgesetzt wird, sind die Vorteile des Sektors bedroht: Millionen von Arbeitsplätzen könnten verloren gehen, und Fortschritte in den Bereichen Gleichstellung und nachhaltiges Wirtschaftswachstum könnten rückgängig gemacht werden. Die UNWTO fordert die Regierungen daher auf, die Reisebeschränkungen kontinuierlich zu überprüfen und sie zu lockern oder aufzuheben, sobald dies sicher ist.“

Lesen Sie auch:  WHO-Covid-Politik: Vorwärts und zurück

In Afrika, Asien und im Pazifik sowie im Nahen Osten haben 100% der Reiseziele seit Januar 2020 Beschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19 eingeführt, heißt es in dem Bericht.

In Amerika haben 92 Prozent der Reiseziele ähnliche Schritte unternommen, während in Europa der Anteil 93 Prozent beträgt.

Das Ausmaß der Beschränkungen reichte von der vollständigen oder teilweisen Schließung der Grenzen für Touristen bis hin zu zielspezifische Reisebeschränkungen, sowie zur vollständigen oder teilweisen Aussetzung von Flügen, heißt es in dem Bericht.

Je länger diese Restriktionen andauern, umso nachhaltiger ist der wirtschaftliche und finanzielle Schaden für den Sektor. Und nicht nur dort: gerade in vielen armen Staaten und den Schwellenländern gilt der Tourismus als wichtige Einnahmequelle für unzählige Menschen. Viele von ihnen können so die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren und sich einen bescheidenen Wohlstand schaffen. Doch das fällt jetzt weg.

Da die Corona-Krise weltweit schwere wirtschaftliche und finanzielle Verwerfungen verursacht, wird sich die Tourismuswirtschaft auch länger nicht mehr wirklich erholen können. Für die auf Devisen angewiesenen ärmeren Länder ist dies auf Dauer eine finanzielle Katastrophe, zumal sie aufgrund der internen Lockdowns ohnehin schon mit höheren Ausgaben und geringeren Steuereinnahmen zu kämpfen haben.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

  1. Dabei sind die Betroffenen immer noch relativ ruhig und lassen jeden Blödsinn über sich ergehen. Das ist die eigentliche Einmaligkeit im Gegensatz zu früheren Zeiten, mitten aus der Fülle heraus und ohne Not und dennoch so vernichtend, wie es schlimmer nicht sein kann.
    Im Prinzip ist das alles Ausdruck größter Unwissenheit und Hoffnungslosigkeit der gewählten Verantwortlichen, deren Versagen ist somit offenkundig und ihr Abgang wäre das mindeste, was man fordern müßte.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.