Europas Zukunft – Sklaven der Banker oder leuchtendes Beispiel der Freiheit

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs – wieder einmal. Auf unserem Kontinent fanden im Laufe der Geschichte immer wieder technische und soziale Revolutionen statt. Nicht selten galten Europas Philosophen als Vordenker. Am Ende haben Europas Ideen von Freiheit und Selbstbestimmung ihre eigene Herrschaft wieder beendet und selbst die Freiheit bleibt für uns ein Traum.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Irgendwann wird unsere Zeit in den Geschichtsbüchern als „Zeitalter der Banker“ geführt werden. Wie immer in vergangenen Zeiten wird auch dieses zu Ende gehen und die Menschheit macht einen weiteren Schritt in einer Evolution, die unsere Spezies seit Jahrtausenden intellektuell und emotional immer weiter entwickelt. Barak Obama sagte bei seinem historischem Besuch auf Kuba: „Wenn ein politisches System in einem Land nach fünf Jahrzehnten noch immer nicht funktioniert, dann wird es Zeit zu Wechseln.“ Tatsache! Aber Obama hat jetzt  fast zwei Amtszeiten lang versucht das korrupte Lobbysystem der USA zu ändern, ohne einen nennenswert Fortschritt zu erzielen. Denn wenn ein System nicht – zumindest im Sinne des Nutzens für die Allgemeinheit – funktioniert, dann ist es der Kapitalismus. Es wird also Zeit, wie Obama schon sagte, zu wechseln.

Ja, der Kapitalismus hat wieder einmal seine hässliche Fratze gezeigt. Nur mit dem Erstarken von Ideologien, die eine soziale Gleichheit verteidigen, wie die Sozialdemokratie, der Sozialismus und die vielen Versionen des Kommunismus, konnten die Finanzeliten dazu gebracht werden, einen moderaten Kapitalismus und eine abgeschwächte Form der Sozialdemokratie „zu dulden“. Schon Bismarck, in seinem Amt als Kanzler Preußens und später des Kaiserreichs, führte eine Sozialversicherung an, die weit ihrer Zeit voraus war und nahm damit den Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln. Natürlich war dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch immer noch besser als die Hexenjagd, die auf alle Gegner des Ancien Régime sonst gemacht wurde.

Lesen Sie auch:  Iranischer Botschafter: Nord-Süd-Korridor sicherere und billigere Alternative zum Suez-Kanal

Ganz ähnlich war es in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Die Menschen waren auf der Suche nach einer gerechten, sicheren und vor allem friedlichen Welt. Die Oktoberrevolution hat die Welt der durch den ersten Weltkrieg geschwächten Imperien aus dem Tritt gebracht. Die Angst der Mächtigen, der Kapitalisten und Imperialisten vor dem Kommunismus nahm Ausmaße an, von denen wir Gott sei Dank noch weit entfernt sind. Die unterdrückten Völker der Imperien und der Verlierer des Krieges suchten teilweise die Lösung im Zusammenhalt des Volkes und in der Nation. Aus Nationalismus gingen Extremformen wie der Faschismus und der Nationalsozialismus hervor. Beide, Rechts- und Linksextremismus, duldeten keine anderen Ideologien oder gar Parteien. Die durch Finanzierung des Krieges fett gewordene US-amerikanische Hochfinanz hatte Angst vor beiden ideologischen Richtungen. Was lag näher als beide aufeinander zu Hetzen?

Wie auch immer man die Geschichte des vorherigen Jahrhunderts interpretieren mag, der Zweite Weltkrieg war eine humanitäre Katastrophe die sich niemals wiederholen darf. In der Zeit des Kalten Krieges, mit dem erneuten Erstarken des Kommunismus in der Sowjetunion, brach eine regelrechte Panik unter den Großkapitalisten aus. In den USA hatten wir die McCarthy-Ära und in Europa… In Europa ging man einen anderen Weg. Der Marshallplan nahm die „Bedrohung“ wie Bismarck in Angriff: Die soziale Marktwirtschaft, der Wohlfahrtsstaat, das Wirtschaftswunder.

Loading...

Die Welt stand einige Male vor dem Atomkrieg und daher war Gorbatschows Glasnost und Perestroika so ziemlich allen willkommen und der Mauerfall wurde bejubelt. Wer hätte damals gedacht, dass diese Situation von gierigen Unternehmern, den Bossen der internationalen Hochfinanz und Spekulanten schamlos ausgenutzt werden würde? Wer konnte sich vorstellen, dass die Politik sich dermaßen in die Abhängigkeit der Banken begeben würde? Der Raubtierkapitalismus ist zurück und Europas Staaten, vor allem die der EU, sind der Finanzmafia völlig hilflos ausgeliefert.

Lesen Sie auch:  Lohnt es sich noch, Bitcoin zu kaufen?

Banker, vertreten durch ihre Werkzeuge IWF, Eurogruppe, EU-Kommission, EZB – oder einfacher ausgedrückt durch die Troika – bestimmen über die Staatshaushalte, über Arbeitnehmerrechte, Steuern und Sozialabgaben, Umwelt- oder Sozialgesetzgebung. Wenn ihre Interessen in Drittländern gefährdet sind, dann bringen sie die Regierungen dazu militärisch einzugreifen, führen Kriege, unterstützen Revolutionen und Putsche. Davon sehen wir immer mehr in der letzten Zeit. Kurz gesagt, wir sind Sklaven der Banker. Unsere Demokratie ist leider, wenn nicht ganz zum Schein, dann doch zumindest stark limitiert. Die hochverschuldeten Staaten müssen in der Praxis tun, was ihre Gläubiger ihnen Vorschreiben. Die Abhängigkeiten der Staaten dehnt sich aber auch auf die Bürger aus. Steuern, Preise und Lebenskosten generell steigen, während Löhne, Renten und soziale Unterstützung sinken. Auch wer von den Zinsen seiner Geldanlagen lebt hat Pech, da Draghi den Leitzins der EZB auf Null gesenkt hat.

Die Finanzkrise von 2008 begann im Epizentrum des Kapitalismus – den USA – und hatte eigentlich das Versagen eines System gezeigt, das die Reichtümer der Welt bei einer kleinen aber extrem mächtigen Elite konzentriert. Doch als die Menschen die ersten Sparmaßnahmen aufgedrückt bekamen, gaben sie – auch auf Grund einer gezielten Propaganda – in erster Linie ihren jeweiligen Regierungen die Schuld. In vielen Ländern ersetzten sie mehr oder weniger schlechte Regierungen mit den Vertretern der Troika. Spanier, Iren, Griechen und Portugiesen haben zu beginn der Krise konservativ-neoliberale Regierungen gewählt und somit den Bock zum Gärtner gemacht. Der portugiesische Ex-Premierminister Pedro Passos Coelho sagte kurz nach seiner Wahl: „Wir werden noch weiter gehen wie die Troika. Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt und müssen uns daher einschränken.“

So sind wir Europäer – vor allem, aber nicht nur im Süden – Sklaven der Banker, Abhängige der Finanzmafia und scheinbar dem Willen der Hand voll Mächtigen, die in der westlichen Welt das Sagen haben, ausgeliefert. Aber es regt sich Widerstand. Egal wie wenig die neuen Regierungen Portugals oder Italiens auch umsetzen können. Egal ob die neugewählten Machthaber der Iren jetzt was ausrichten können oder wie schwer es zu sein scheint, eine stabile Koalition in Spanien zu bilden. Auch Griechenlands angebliches Versagen gegenüber der schamlosen Erpressung der Troika zum Trotz, sieht man, wie sich das Volk zaghaft erhebt und sich diese Ausbeutung nicht mehr länger gefallen lässt.

Lesen Sie auch:  Europas Militärausgaben nehmen deutlich zu

In ganz Europa entstehen neue Bewegungen, Parteien, Bürgerplattformen. Alte Parteien besinnen sich wieder auf ihre einstigen Werte und frisches Blut erneuert die Politik mit der Absicht sich für den Bürger einzusetzen und nicht für die Wirtschaftsbosse, die Lobbyisten und auch nicht um die eigene Taschen zu füllen. Natürlich gibt es viel Populismus und Menschen, die sich der Wut der enttäuschten Bürger bedienen um selbst viel Geld zu verdienen, an die Macht zu kommen oder um ihre radikalen Weltanschauungen durchzusetzen. Dabei sollten wir, die wir uns eine echte Demokratie wünschen, an die Geschehnisse der 30er-Jahre zurück denken, wo eine Weltwirtschaftskrise die Europäer in extreme Lager unterteilte und die Welt am Ende wieder in einen brutalen Krieg rissen. Da wir diese Gefahr aber kennen, ist es möglich ein neues Europa zu konstruieren. Ein Europa der Bürger, die in Demokratie, Freiheit, Frieden und mit sozialer Gerechtigkeit Leben. Die direkte Beteiligung der Wähler an der Gestaltung des öffentlichen Lebens ist dabei der Schlüssel um Europa zu einem wahren Vorbild zu machen. Statt Sklaven der Banken zu bleiben, zu einem „leuchtendem Beispiel“ menschlichen Zusammenlebens werden.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

9 Kommentare

  1. "Die direkte Beteiligung der Wähler an der Gestaltung des öffentlichen Lebens ist dabei der Schlüssel um Europa zu einem wahren Vorbild zu machen." Die Wähler sind an der Gestaltung des öffentlichen Lebens lediglich am Wahltag "direkt beteiligt", die Lobbyisten – incl. der Banker –  jeweils während der Legislaturperiode. Das ist der feine, aber ausschlaggebende Unterschied!

  2. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.
    Kritische Volksparteien sind auf den Vormarsch.
    Wenn Front National, FPÖ, AfD oder andere an die Macht kommen würden, wäre es mit der EU wahrscheinlich aus.
    Es sei denn, ein perfider Wahlbetrug wäre möglich.
    Daher beeilen sich die Banker jetzt und versuchen die Nationalstaaten zu unterwandern, destabilisieren und zu zerstören, um ihr Ziel der globalen Weltordnung zu erreichen.

    1. Daumen hoch dafür. Ohne Extremismus und ohne populistische Auswüchse. Vor ein ordentliches, nicht instrumentalisiertes Gericht gestellt und verurteilt. Ein kleines Land? ~Ein grosses Beispiel!

  3. @ Meggie: "Es sei denn, ein perfider Wahlbetrug wäre möglich." Wie nennen Sie das, was in Frankreich vor dem zweiten Wahlgang der vergangenen Regionalwahlen ablief?

  4. Wenn ich das lese, bin ich von der Vision durchaus angetan. Nur wie kommt man ans beschriebene Ziel?

    Wir befinden uns politisch in einer Bananenrepublik. Die Regierungschefin bricht Gesetze, Kabinett und Parlament setzen sich mit wenigen Ausnahmen aus Speichelleckern und Jasagern zusammen, Lügenpresse und Staatsrundfunk seien erwähnt, von der Justiz erwarte ich nur noch Urteile, die der vorgegebenen Linie entsprechen, die Polizeien werden verschlissen um Integrationsunwillige Wirtschaftsimmigranten zu schützen, die im Bundestag und den Ländern vertretenen Parteien sind nur noch am Machterhalt interessiert und mit allen möglichen Lobbyisten, Verbänden und Interessenvertretern verbandelt. Unliebsame Medien werden zensiert und Bertelsmann löscht im Auftrag staatlicher Stellen angebliche Hasskommentare. Unser Staatsoberhaupt unternimmt nichts, um den Gesetzesbruch zu stoppen und als moralische Instanz aufzutreten, um die Bürger und Steuerzahler gegen das Regime zu schützen. Im Gegenteil, es hat tatkräftig an der Beschimpfung und Verunglimpfung unbescholtener Bürger teilgenommen, die nichts anderes getan haben, als eine andere, als die von der Regierung vorgegebene Meinung zu äussern.

    Ich bin nicht der Meinung, dass man diese ganzen Missstände mit 1 oder 2 Wahlen abstellen kann. Also, wo ist Ihr geeignetes Rezept?

    1. @ bergsteiger 8848: Das geeignete, allein wirkungsvolle Rezept hier darzustellen, beinhaltete einen Straftatbestand. Außerdem ist es reichlich dämlich, dem Gegner, hier: Politikern, Lobbyisten etc. auf die Nase zu binden, was exakt auf sie zukommen wird – oder?

    2. Also, wo ist Ihr geeignetes Rezept?

      Seien wir realistisch : Der gesamte Staatapparat hat es sich auf unsere Kosten gemütlich gemacht .

      Dazu gehören Politik,also Legislative, die nicht mehr gefragt wird, Exekutive, die weisungsgebunden ist, Judikative, die weisungsgebunden scheint, der gesamte Behördenapparat, sämtliche Staatsangestellten, Militär, die meisten Medien und die Terrorbrigaden derAntifa und des IS.

      Die werden ihr Besitztum, nämlich uns, die produktive Minderhet, freiwillig NIEMALS aufgeben – sind wir doch die Garanten für deren Luxusleben.

      Eher bringen sie uns um.

      Der einzige Weg, diese verbrecherischen Ursupatoren unseres Gemeinwesens loszuwerden, ist ein langer und blutiger, und der Ausgang ist ungewiss..

      Die Demokratie in Deutschland ist suspendiert, und es ist gewiss kein Zufall, dass sich unsere Kanzlerin zum Zwecke eines Selfies ausgerechnet an einen Terroristen schmiegt.

      Finden wir uns damit ab und überlegen uns jeder für sich, inwieweit wir diesem neuen Adel weiterdienen wollen.

  5. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs – wieder einmal. Auf unserem Kontinent fanden im Laufe der Geschichte immer wieder technische und soziale Revolutionen statt.

    Nun ja, es ist an der Zeit für einen Systemwechsel.

    Nur ist ein Systemwechsel mit den Marionetten des Kapitalismus in der Regierung nicht zu machen. Zuerst muss dieses perfide Schattenregierungssystem durch den Bürger beendet werden. Ausstieg aus dieser EU, der Nato und sonstigen US-kontrollierten Fesseln.

    Friedensvertrag, Verfassung und Erlangung der vollen Souveränität. Dann können wir uns Gedanken über einen Systemwechsel machen.

    Die Zeit dafür ist reif. Und wir müssen jetzt handeln, sonst landen wir in einer EU-Diktatur.

    Die Vorbereitung für die Diktatur laufen bereits auf Hochtouren.

     

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.