Iranischer Botschafter: Nord-Süd-Korridor sicherere und billigere Alternative zum Suez-Kanal

Es gebe eine Alternative zum Suez-Kanal, die deutlich sicherer und billiger sei, so der iranische Botschafter in Moskau: der Nord-Süd-Korridor.

Von Redaktion

Ein iranischer Diplomat sagt, der Internationale Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC) könne als sicherere und billigere Alternative zum Suezkanal dienen, der im März fast eine Woche lang blockiert war und täglich Schäden in Milliardenhöhe verursachte.

In einem Interview mit der russischsprachigen Wirtschaftstageszeitung Vedomosti sagte der iranische Botschafter in Moskau Kazem Jalali, dass der Korridor für den Warentransfer zwischen dem Fernen Osten und Europa genutzt werden kann.

Er fügte hinzu, dass Unternehmen und Länder schon immer großen Wert auf die Einrichtung von billigeren und profitableren Routen in wirtschaftlicher, sicherheitstechnischer und sogar politischer Hinsicht gelegt haben, da es notwendig ist, den Transport und den Transfer von Waren zwischen Ländern in verschiedenen Teilen der Welt zu erleichtern und zu beschleunigen.

Es wird erwartet, dass Logistikunternehmen ihre Bereitschaft für eine aktive Präsenz auf der neuen Route im Hinblick auf ihre tatsächlichen und potenziellen Kapazitäten für Handel und Austausch zeigen, sagte der iranische Diplomat.

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Der Iran treibt zusammen mit Indien und Russland den See- und Schienenkorridor voran, der die Zeit und die Kosten für den Transport von Waren von Indien nach Europa erheblich reduzieren könnte.

Die 7.200 km lange Multimodus-Route wurde im Jahr 2000 von den drei Ländern vorgeschlagen, bevor sich 10 zentralasiatische Länder anschlossen. Sie sieht ein Netzwerk aus Schiff, Schiene und Straße für den Gütertransport vor, das die Transportkosten um etwa 30-60 Prozent und die Transitzeit von 40 Tagen auf etwa 20 Tage reduzieren wird.

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Die iranische Hafenstadt Chabahar soll eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Abhängigkeit vom Suezkanal für den Transport von Gütern nach Europa zu verringern.

Indien hat bereits mindestens 21 Milliarden Dollar für den Korridor zugesagt, der Chabahar mit Hajigak in Zentralafghanistan verbindet.

Der Korridor könnte die Vormachtstellung des Suezkanals herausfordern und dem Iran einen erheblichen Vorteil verschaffen.

An anderer Stelle in seinem Interview sagte Jalali, dass der Iran in den letzten Jahrzehnten seine Infrastrukturen in einem ernsthaften, zielgerichteten Rahmen entwickelt hat und in dieser Hinsicht große Erfolge erzielen konnte.

Er drängte auf die Bildung von technischen Komitees und die Ausarbeitung von notwendigen Plänen sowie die Erstellung von gemeinsamen Berichten über die Beseitigung aller Hindernisse im alternativen Transitprojekt.

Die internationalen Versorgungsketten wurden durcheinander geworfen, als das 400 Meter lange Containerschiff Ever Given am 23. März im Kanal auf Grund lief. Spezialisierte Rettungsteams benötigten fast eine Woche, um das Schiff nach umfangreichen Baggerarbeiten und wiederholten Schleppvorgängen zu befreien.

Insgesamt 206 große Containerschiffe, Tanker, die Öl und Gas transportieren, und Massengutfrachter, die Getreide transportieren, haben sich laut Tracking-Daten an beiden Enden des Kanals gestaut und damit einen der schlimmsten Schiffsstaus seit Jahren verursacht.

Die Blockade kommt zu den Störungen des Welthandels hinzu, die bereits im vergangenen Jahr durch Covid-19 verursacht wurden, wobei das Handelsvolumen durch eine hohe Anzahl von Schiffsausfällen, einen Mangel an Containern und langsamere Abfertigungsgeschwindigkeiten in den Häfen beeinträchtigt wurde.

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Ein Kommentar

  1. Diese Art der Reaktion war doch schon lange zu erwarten, denn wer die andere Seite immer in die Defensive drängt, macht den Gegner zugleich erfinderisch und hat noch den Vorteil, daß es über eigene Territorien geht, die man dann selbst unter Kontrolle hat.

    Die Ägypter werden auf Dauer die Leidtragenden sein und wenn dann noch die Seidenstraße konsequent ausgebaut wird in Form von Autobahnen und Schienenverkehr wird die Welt im eurasischen Raum völlig neu definiert und der Westen kann zusehen oder sich arrangieren und die Insellage der US-Amerikaner wird sie noch weiter vom Geschehen abschneiden und das ist dann das Ergebnis einer völlig unüberlegten und auf Krawall ausgelegten Politik, die noch nie förderlich war, wenn man andere sieht wie die zwischenzeitlich handeln.

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