Foto: Senioren und Jugendliche, über dts Nachrichtenagentur

Rente: Das erwartet Sie in den kommenden Jahren

Die Renten werden nach einem starken Plus im Jahr 2016 in den darauffolgenden Jahren nur noch marginal steigen. Die geplante Angleichung der Renten in allen Bundesländern bis 2020 wird nicht erreicht. Der Rentenbeitrag soll stabil bleiben.

Von Redaktion/dts

Nach dem Rekordanstieg der gesetzlichen Altersgelder im kommenden Sommer müssen sich die 20 Millionen Ruheständler für den Rest des Jahrzehnts wieder mit etwas schwächeren Zuwächsen begnügen. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht 2015 hervor, über den der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Demnach erwartet die Bundesregierung für das kommende Jahr eine Anhebung um 4,3 Prozent im Westen und 5,0 Prozent im Osten.

In den Folgejahren liegen die Steigerungen dann zwischen zwei und drei Prozent. Im Rentenversicherungsbericht gibt die Bundesregierung jährlich einen Ausblick auf die Entwicklung des gesetzlichen Altersvorsorgesystems. Diese Vorausberechnung kommt am nächsten Mittwoch ins Kabinett.

Der Bericht geht für die kommenden Jahre von folgenden Rentenanpassungen (jeweils West/Ost) aus. 2017: 2,2 / 2,3 Prozent, 2018: 2,5 / 2,6 Prozent, 2019: 2,8 / 2,9 Prozent. Das wäre immer noch mehr als in der Vergangenheit. Die tatsächliche Rentenerhöhung wird immer erst im Frühjahr des jeweiligen Jahres entsprechend der Lohnentwicklung festgelegt. Dementsprechend läge das Rentenniveau 2019 bei 112,3 (West) bzw. 113,4 (Ost) Prozent des aktuellen Niveaus.

Für politischen Zündstoff dürfte die Relation zwischen dem Rentenwert in den alten und neuen Ländern sorgen, der Basis für die Berechnung des individuellen Ruhegelds ist. Laut Koalitionsvertrag soll nämlich bis 2020 die Renteneinheit erreicht werden. Die offizielle Prognose zeigt nun, dass sich der Ost-Rentenwert von derzeit 92,6 Prozent zwar bis zum Ende des Jahrzehnts dem West-Wert auf 93,5 Prozent annähern wird. Die komplette Angleichung bis 2020 scheint ohne gesetzgeberische Eingriffe aber ausgeschlossen.

Der von Arbeitgebern und Beschäftigten zu entrichtende Rentenbeitrag wird nach Einschätzung der Ministeriums-Experten bis 2020 bei 18,7 Prozent stabil bleiben. Dann steigt er in der mittleren Prognose über 20,0 Prozent (2023) auf 21,5 Prozent im Jahr 2029. Zumindest dann, wenn die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ungefähr auf jenem Niveau bleibt, wie bisher.

Längerfristige Prognosen sind jedoch angesichts der Unwägbarkeiten hinsichtlich der möglichen Entwicklungen kaum realistisch durchführbar. Frühere Prognosen (aus dem Jahr 1999) gingen davon aus, der Rentenbeitrag im Jahr 2029 auf 23,5 bis 28,5 Prozent ansteigen werde. Im Hinblick auf die zwischenzeitlichen Veränderungen wurden diese jedoch nun deutlich nach unten korrigiert.

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