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Syrische Flüchtlinge. Bild: Flickr / EU-Kommission CC-BY-ND 2.0

Syrische Flüchtlinge: Der Brain-Drain wird sich bemerkbar machen

Syrien gilt als Land mit recht gutem Bildungsniveau. Der Krieg vertrieb auch viele Fachkräfte, die das Land jedoch zum Wiederaufbau benötigen wird. Bei Deutschlands "Eliten" macht sich jedoch purer Egoismus bemerkbar.

Von Marco Maier

Die Erfolge der Zusammenarbeit zwischen Russlands Luftwaffe und der syrischen Armee bei der Bekämpfung terroristischer Gruppen veranlassen Berichten zufolge schon wieder viele Flüchtlinge aus den Lagern in den Nachbarländern zur Rückkehr in die Heimat. Doch bis das zersprlitterte Land endlich wieder zur Ruhe kommt, wird noch viel Wasser den Jordan runterfließen. Dennoch ist dies schon ein erster Schritt hin zur Normaliät.

Der von vielen Politikern und so manchen Wirtschaftsfunktionären beschworene Ruf nach den syrischen Fachkräften, welche den partiell vorhandenen Fachkräftemangel ausgleichen sollen, ist jedoch nichts weiter als purer nationaler Egoismus. Schon durch die Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 wanderten viele gut ausgebildete Südeuropäer in Richtung Deutschland um dort zu arbeiten, nun sollen auch unter den Syrern Fachkräfte gesucht werden. Doch was für die deutsche Wirtschaft gut ist, hat auch negative Folgen für die syrische Wirtschaft.

Denn das was hier im Gange ist, wird sich auch auf die zukünftige Entwicklung Syriens auswirken, welches durchaus eine Friedensperspektive hat, zumal sich diverse oppositionelle Gruppen Dank der russischen diplomatischen Offensive mit Präsident Assad an einen Tisch setzen und über politische Reformen verhandeln wollen. So wäre eine politische Lösung durchaus möglich und Syrien nach dem Sieg über den "Islamischen Staat" und andere islamistische Gruppen wieder ein Hort der Hoffnung.

Wenn jedoch die intellektuelle Schicht nicht zurückkehrt weil die Abwerbeversuche ausländischer (inkl. deutscher) Unternehmen erfolgreich verlaufen, wirft dies das Land noch weiter zurück als es infolge des Krieges ohnehin schon der Fall ist. Das (Aus-)Bildungsniveau wird noch weiter fallen und das "einfache Volk" von Arbeitern und Bauern weitestgehend sich selbst überlassen. Als eine gute Idee kann man das nicht wirklich bezeichnen.

Der ständig wiederholte Ruf nach einer Requirierung von Fachkräften aus der großen Masse an Flüchtlingen ist nichts weiter als ein Brain-Drain und schlussendlich - im weiteren Sinne - auch ein Raub der geistigen Kapazitäten Syriens. Insbesondere dann, wenn dies im großen Stil durchgeführt wird. Doch darüber schweigt man sich bei den deutschen "Eliten" aus - muss man doch aus populistischer Manier heraus dem eigenen Volk verklickern, dass Deutschland von den Flüchtlingen auch profitieren könne. Dass dieser Profit auf Kosten jenes Landes geht, in welches die restlichen Flüchtlinge dann zurückgeschickt werden sollen, spielt keine Rolle.

11 comments

  1. Seit Beginn der russischen Luftunterstützung sind nach Auskunft des syrischen Großmuftis schon wieder mehr als 800.000 Flüchtlinge zurückgekehrt. Gerade gestern hat der 1.Mufti von Aleppo seine Landsleute zur Rückkehr aufgefordert. In der dortigen Gesellschaft macht sich die Überzeugung breit, dass mit der russischen Hilfe eine Wende im Bürgerkrieg eingetreten ist. Es werden in den nächsten Monaten viele Menschen versuchen in ihre Heimat zurückzukehren.
    Zum Abwerben von Fachkräften: Das ist nichts neues. Aber daran wird der Wiederaufbau nicht scheitern. Zum ersten sind Syrer heimatverbundene Familienmenschen. Zum zweiten wird gerade in der russischen Presse darauf hingewiesen, dass die Industrie nicht wieder den Einsatz (wie im Iran) verpassen sollte. Mit Assad ist der Einsatz der russ. Bauindustrie, Energiewirtschaft und Erdölindustrie abgesprochen. Chinesische, iranische und auch diverse westliche Industrielle sind in der Planung schon längst da tätig. Dieses Land wieder aufzubauen bedeutet mindestens 20 Jahre Arbeit.
    p.s. Zum Leidwesen der Irren (Gutmenschen) wird den Syrern zunehmend bewußt, dass sie hier durchaus nicht immer und überall willkommen sind. Auch das wird sich bemerkbar machen.
    p.p.s. Die entscheidenden Störmöglichkeiten haben die Amerikaner in der Hand. Die sind sich nur noch nicht über ihr weiteres Vorgehen im Klaren. Aber wenn sie über die grundsätzlich nur beobachtende, alles ablehnende Rolle hinweg kommen, können sie durch massive Ausrüstung der Gegner noch richtig Ärger machen.

  2. Guter Beitrag. Leider ist es zur Normalität geworden, daß Politiker ihre Völker, als Handelsware betrachten, anstatt ihnen, wie geschworen, zu dienen. Wenn man bedenkt, daß es die Armen und Mittelständler, und nicht die Reichen sind, die den Staatshaushalt vornehmlich erstellen, ist das doppelt fragwürdig. Der Kleine Mann pflegt die Geißel, die ihn geißelt.

    Die Verteilung von Arm zu Reich geht also weiter, und Politik hat sich, wie sollte es auch anders sein, zum Fürsprecher der sogenannten Reichen gemacht. Man braucht also keine Angst vor externen Lobbyisten zu haben, die Ganze politische Bande, sind selbst die größten Lobbyisten geworden. Die Lobbyisten die dort ein und ausgehen, sind lediglich die Boten.

    Gruß aus Bremen

  3. Der durchschnittliche IQ „dort unten“ liegt gut eine Standardabweichung unter dem von Deutschen.
    Das heißt, die Anzahl von sehr Intelligenten, die es zum Aufbau einer funktionierenden modernen Gesellschaft braucht, ist wesentlich geringer als unter Deutschen.

    Außerdem haben Staaten der Dritten Welt ein starkes Interesse an vielen im höher entwickelten Ausland lebenden Bürgern.
    Findet sich im Netz unter „Ländername remittances“.
    Ein gewöhnlich nicht unbedeutender Teil des Budgets unfähiger, kleptokratischer Machthaber.
    Und die „youth bulge“ nicht vergessen.
    Besser, die nutzlosen jungen Männer sind weit weg.

    Einen Nutzen für die Deutschen stellen die Syrer kaum dar.
    Höchstens im Sinne von steuerfinanzierten Aktivitäten a la Wohnungsbau, Betreuungsindustrie, mehr Lehrer, mehr Polizei u.s.w..
    Kann man natürlich auch als „Boom“ sehen.

    • Dietrich von Bern

      @ Rüdiger

      Der durchschnittliche IQ „dort unten“ liegt gut eine Standardabweichung unter dem von Deutschen.
      Das heißt, die Anzahl von sehr Intelligenten, die es zum Aufbau einer funktionierenden modernen Gesellschaft braucht, ist wesentlich geringer als unter Deutschen.

      ————-

      Das ist ein entscheidender Faktor, der hierzulande wg. der 'political correctness' - wonach der IQ ein 'sozialer Faktor' ist und nicht etwa zu großen Teilen genmäßig vererbt wird.. Unstrittig ist -zumindest unter seriösen Wissenschaftlern -  dass min. 50 Prozent des IQ genmäßig bedingt sind. Konservative Wissenschaftler gehen hingegen von 80 Prozent aus. Der Rest ist 'sozial bedingt'. Kultur, Bildung, soziales Umfeld Ernährung etc.

      Die kannst zwar  den IQ (das haben Reihen-Tests der US-Army von armen Schwarzen und armen Weißen einwandfrei erwiesen) durch gute Ernährung, Bildung, soziales Umfeld um 10-15 Punkte erhöhen , Die IQ-Gap zwischen Weißen und Schwarzen bleibt jedoch bestehen.

      Deshalb finde ich das Gefasel von den 'dringend benötigten Fachkräften aus Syrien' für ein schönfärberisches Märchen. Da mögen vielleicht allenfalls 5-10 Prozent unter den Massen der Flüchtlinge sein, die den Anforderungen in unserer hochtechnisierten Welt genügen. Die schnappen sich dann Daimler, Bosch, Siemens & Co.

      Den Rest kannst Du vergessen.

      Und dieser Rest fällt dann als 'Hartz IV-Facharbeiter' dem Steuerzahler zur Last.

       

    • Klar, dass ist DER Wirtschaftsfaktor überhaupt -

      mit sowas Geld zu verdienen und dazu noch sehr viel Geld

      ist an sich schon vollkommen unethisch und gehört verboten.

      IKEA oder XXL-Möbel verdienen Unsummen, Kölner Hotelabsteigen erhalten 28,- € pro Tag/Asylant, bei 6 Menschen in 20m² geht das ins Unvorstellbare.

      In der Düsseldorfer Rheinischen Post wurde angekündigt, dass jetzt Holzhäuser gebaut werden zu einem Preis von 1300 (vor ein paar Tagen) - 1600 (heute) Euro pro m² -

      DAS IST ABARTIG!!!

  4. Sicherlich werden einige Syrer in Deutschland blieben. Zumindst für Gebildete könnte es hier manch bessere berufliche Perspektive geben. Und bis wirklich Frieden in Syrien herrscht, kann noch viel Zeit vergehen. Aber sicherlich werden auch einige zurückkehren. Vor allem die, die ihre Familien noch in Syrien haben oder merken, dass sie hierzulande auch nichts zu gewinnen haben. Tendentiell kann das tatsächlich so sein, dass die in Deutschland beschäftigten Syrier dann ihre Verwandten in Syrien finanziell unterstützen und die Rückkehrer diese Unterstützung auch gebrauchen können. Kurzum: für Syrien wird es noch für Jahre sehr schwer sein.

  5. Mit den Forderungen der deutschen Wirtschaft nach Arbeitskräften hat es auch so seine Bewandtnis.
    Die folgende Abschrift (aus den Unterlagen des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses) gibt darüber Auskunft :
    Fernschreiben

    SS-Brigadeführer Glücks
    Oranienburg

    Nachdem russische Kriegsgefangene in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sind, werde ich von den Juden und Jüdinnen, die aus Deutschland ausgewandert werden, eine große Anzahl in die Lager schicken. Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten Wochen 100 000 männliche Juden und bis zu 50 000 Jüdinnen in die KL. aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufträge und Aufgaben werden in den nächsten Wochen an die Konzentrationslager herantreten. SS-Gruppenführer Pohl wird Sie im einzelnen unterrichten.

    25.1.1942 gez. H. Himmler

    Ende Abschrift!

    Man kann durchaus Parallelen zu heute sehen!

  6. Ergänzung !

    Welche Riesensummen allein an der Arbeit der Häftlinge Buchenwalds verdient wurden, ergibt folgende Aufstellung:

    ****Juni 1943 : 47762 Facharbeiter/ 242916 Hilfsarbeiter = 1.003.537,80 RM

    ****Juni 1944 : 215721 Facharbeiter/ 907194 Hilfsarbeiter = 4.773.135,95 RM

    ****Januar 1945 : 200 300 Facharbeiter/ 1217501 Hilfsarbeiter = 6.066.963,66 RM „

    Das dürfte auch die heutige deutsche Wirtschaft reizen! Kommt daher die Gier nach unbedingt benötigten Fachkräften aus aller WELT?

     

    • Wer da immer noch glaubt es gäbe keine Parallelen zu heute, der sollte sich die folgenden Zahlen und Organisationsformen genau anschauen !

      Das Wirtschaftsverwaltungshauptamt  der SS in Berlin richtete, der erhöhten Bedeutung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge entsprechend, ein eigenes Amt mit größeren Vollmachten ein. Dieses Amt wurde unter der Bezeichnung Amt DII geführt. Gab es vorher im wesentlichen nur eine statistische Erfassung  der Arbeitsleistungen der Häftlinge, so wurde durch den Arbeitseinsatz von Häftlingen in größerem Umfang bei Privatfirmen (keine SS-eigenen Betriebe) die zentrale Erledigung der sich daraus ergebenden Probleme  notwendig. Dieses Amt regelte nach einheitlichen Gesichtspunkten . Die Verwendung von Häftlingen im Arbeitsprozess war abhängig von der Zustimmung dieses Amtes. Dieses Amt war in enger Zusammenarbeit mit der Gestapo mitverantwortlich für die notwendigen Massenverhaftungen in den von den Deutschen besetzten Ländern. Immer wenn ein neues Bau- oder Industrievorhaben  durchgeführt wurde, lieferten die Gestapo die vom Amt angeforderten Zwangsarbeiter.

      Während Privatfirmen für einen Häftlingsarbeiter 4,-RM und für einen Facharbeiter 6,-RM pro Tag bezahlen mußten, bestanden für die SS-eigenen Betrieb Sondersätze. Die Deutschen Ausrüstungswerke GmbH, die Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH zahlten nur 0,35,-RM  für einen Hilfsarbeiter und 1,5,-RM für einen Facharbeiter.

      Damit waren sie extrem konkurrenzfähig   und warfen einen hohen Überschuß ab. Um die Arbeitsleistungen der Häftlinge zu steigern, erhielten sie Prämien von 0,5,-RM…..8,-RM pro Woche.

       

    • Wer immer noch nicht Zusammenhänge zu heute sieht, der sollte die nachfolgenden Zahlen und Organisationsformen aus dieser Zeit genau betrachten.

      „Das Wirtschaftsverwaltungshauptamt  der SS in Berlin richtete, der erhöhten Bedeutung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge entsprechend, ein eigenes Amt mit größeren Vollmachten ein. Dieses Amt wurde unter der Bezeichnung Amt DII geführt. Gab es vorher im wesentlichen nur eine statistische Erfassung  der Arbeitsleistungen der Häftlinge, so wurde durch den Arbeitseinsatz von Häftlingen in größerem Umfang bei Privatfirmen (keine SS-eigenen Betriebe) die zentrale Erledigung der sich daraus ergebenden Probleme  notwendig. Dieses Amt regelte nach einheitlichen Gesichtspunkten . Die Verwendung von Häftlingen im Arbeitsprozess war abhängig von der Zustimmung dieses Amtes.

      Dieses Amt war in enger Zusammenarbeit mit der Gestapo mitverantwortlich für die notwendigen Massenverhaftungen in den von den Deutschen besetzten Ländern. Immer wenn ein neues Bau- oder Industrievorhaben  durchgeführt wurde, lieferten die Gestapo die vom Amt angeforderten Zwangsarbeiter.

      Während Privatfirmen für einen Häftlingsarbeiter 4,-RM und für einen Facharbeiter 6,-RM pro Tag bezahlen mußten, bestanden für die SS-eigenen Betrieb Sondersätze.

      Die Deutschen Ausrüstungswerke GmbH, die Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH zahlten nur 0,35,-RM  für einen Hilfsarbeiter und 1,5,-RM für einen Facharbeiter. Damit waren sie extrem konkurrenzfähig   und warfen einen hohen Überschuß ab.

      Um die Arbeitsleistungen der Häftlinge zu steigern, erhielten sie Prämien von 0,5,-…..8,-RM pro Woche.

       

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