Obwohl seit 2015 der flächendeckende Mindestlohn in Deutschland gilt, arbeiten Millionen Menschen für weniger Geld. Insgesamt dürften es rund zehn Prozent der Beschäftigten sein.

Von Marco Maier

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) arbeiteten noch im ersten Halbjahr 2016 1,8 Millionen Menschen für weniger als 8,50 Euro die Stunde. Das heißt: Sie verdienten trotz der bestehenden Gesetzeslage weniger als ihnen zustünde. Anfang 2015, kurz nach der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns, seien es noch 2,1 Millionen Menschen gewesen, die weniger Geld mit ihrer Arbeit verdienten.

Die Mindestlohnkommission der Bundesregierung teilte hingegen in ihrem Bericht 2015 mit, dass lediglich 1,4 Millionen Menschen in Deutschland unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro die Stunde arbeiteten. Die Differenz kommt jedoch deshalb zusammen, weil die Kommission nicht auf die Arbeitszeit achtete, sondern lediglich eine Verdienststrukturerhebung machte. Die DIW-Forscher hingegen befragten in ihrem sozio-ökonomischen Panel Arbeitnehmer aus 11.000 Haushalten darüber, wie viel sie arbeiten und wie viel sie damit überhaupt verdienen.

Laut dem DIW seien im Jahr 2016 unter der breiteren Fassung sogar 3,3 Millionen Menschen (also rund zehn Prozent der Beschäftigten) so beschäftigt, dass sie - inklusive der branchenspezifischen Mindestlöhne - weniger Geld verdienten als ihnen laut Gesetz zustünde. Viele der Befragten gaben zudem an mitbekommen zu haben, wie in ihrem Unternehmen die Mindestlohnbestimmungen untergraben wurden.

Es zeigt sich damit deutlich, dass offenbar nicht wenige Unternehmen versuchen, ihre Geschäft auf Kosten der Arbeitnehmer zu machen. Immerhin sorgt dies auch - je nach Branche - für enorme Kostenvorteile, gerade in den abeitsintensiven Sparten. Faktisch ist dies dasselbe wie bei den Unternehmen die sich mittels internationaler Geldverschiebungen massive Steuervorteile herausholen und sich so gegenüber ihren Mitbewerbern Vorteile verschaffen.

8 KOMMENTARE

  1. Eine der wesentlichen Motive der EU-Osterweiterung war ja auch die Lohnzerstörung.

    Deshalb karrt man jetzt Milionenheere von Osteuropäern via Zeitarbeitsfirmen nach Deutschland, die hier Mindest- und Tariflohn unterlaufen, die Deutschen arbeitslos machen, damit die Rentenkasse ruinieren und selber ausgebeutet werden.

    Das Gegenmodel funktioniert über Protektionismus und eine gesetzlich geregelte Kopplung der Einkommen an die Wertschöpfung.

    Alles andere sind Betrugsmodelle.

    • """Das Gegenmodel funktioniert über Protektionismus und eine gesetzlich geregelte Kopplung der Einkommen an die Wertschöpfung.

      Alles andere sind Betrugsmodelle."""

      JEIN !! :s  Es ist zu 100% möglich OHNE Protektionismus , das Einkommen an die Handlungskraft des Menschen zu binden.

      Das geht in dem man Geld als MAßSTAB nutzt. Das wiederum heißt ,Geld wird nicht mehr getauscht ..denn durch den Tausch vom Geld; wird Geld als Ressource angesehen, eine Ressource die keine ist ,aber eine sein will. Außerdem können auf RessourcenSteuern, Mieten , Abgaben und Beiträge erhoben werden, und davon wird  reichlich gebrauch gemacht , eben weil man Geld als Ressource ansieht. 

      Geld muss den Gegenpol zu Ressourcen bilden ..das heißt das Geld reine Messwerte darstellen müssen. Messwerte lassen sich verändern ,aber Messwerte lassen sich NIEMALS mit anderen Messwerten tauschen.  Ich kann nicht die Maßwerte eines meiner Holzbretter (in cm) mit den Maßwerten meines Flachbildschirms tauschen, 
      ebensowenig kann ich einen Streckenwert von 10 km zwischen zwei Ortschaften mit den Maßwerten meiner Stube tauschen 

      ebenso wenig lassen sich auf Maß oder Messwerte .. Steuern ,Mieten , Abgaben und Beiträge erheben .. Messwerte sind immer an "etwas" (fest, flüssig ,halbflüssig, gasförmig , Wellenartig , Teilchenartig oder Geisterhaft)  gebunden. 

      Da es für Ressourcen bereits viele Wertmaßstäbe gibt , um Ressourcen zu wiegen ,zu vermessen , zu zählen oder zu schätzen , oder anderweig zu vermessen. 
      wird es einen Maßstab für die Handlungen des Menschen geben .. dieser kann variabel gestaltet werden .. richtet sich aber wie jeder Maßstab daran das die Messwerte an die Handlungen eines jeden Menschen gebunden sind. 

      Da haben wir, wie  ich ihn selbst nenne, mit dem "Handlungsmeter"  einen verdammt mächtigen Maßstab der nun mal das Potzenzial hat ,dieses irrwitzige Finanzsystem abzulösen ,.. der nun mal das Potenzial hat das Finanz & Geldsystem des 3. Jahrtausends zu sein und zu werden.  🙂 

  2. Hinzu kommt:

    Man kann es nicht oft genug sagen:

    Nach den ECHTEN Prämissen der Berechnung von derzeitigen Arbeitslosen kommt man ungeschönt auf eine Zahl von 7,3 Millionen.

  3. Das produktivste und potentiell reichste Land der Welt zahlt hart arbeitenden Menschen einen Sklavenlohn von 8,50 Euro brutto! Netto ist das gerade mal die Hälfte! In den USA werden 12 Dollar in Franreich 10 Euro bezahlt. Immer noch sehr wenig! Aber wir sind mal wieder Schlusslicht, obwohl wir ja angeblich Exportweltmeister sind! Sind wir ja auch, der ganze Reichtum wird nach drüben USA und City of London transferiert, damit die faulen Spekulanten nicht arbeiten und ihre eigene Wirtschaft auf Vordermann bringen müssen. Denn mißt dem d-mmen Deutschen verdient es sich prächtig…

    • keine ahnung, wie das in den USA ist aber paris ist teurer, als berlin - so, dass man für die 8 deutschen euro möglicherweise mehr als für die 10 französischen bekommt. 

    • Bemerkenswerterweise läuft in den USA das gleiche Spiel wie in Europa ab.

      Dort gibt es zwar offiziell einen Mindestlohn, doch auch da werden mit rechtlichen Tricks, welche die Regierung gezielt ermöglicht hat, Mexikaner auf den Plantagen von Nappa Valley mit Dumpinglöhnen und ohne Krankenversicherung ausgebeutet.

      Die EU-Osterweiterung kam also wahrscheinlich auf Anweisung von Washington.

      Und um diese Mexikaner erpressbar zu machen wird der Rechtsstatus so ausgestaltet, dass diese Sklaven, sobald sie aufmüpfig werden umgehend ausgewiesen werden können.

      Zusätzlich sorgt man dafür, dass sie im eigenen Land sich nichts aufbauen können und möglichst arm bleiben. Dafür schickte Obama via CIA vollautomatische Waffen an das mexikanische Drogenkartell, damit dies gegenüber der Polizei militärisch überlegen ist und die dortigen Verhältnisse zerstören kann. Und die von den USA unterstützte mexikanische Regierung zieht den Mexikanern mit radikal neoliberaler Politik das Fell über die Ohren, so dass in der breiten Bevölkerung kein Wohlstand entstehen kann.

      Überall das gleiche Spiel:

      Das Kapital versucht die Bevölkerung gezielt zu verarmen, damit sie mittellos, rechtlos und erpressbar bleibt.

      Moderne Sklaverei.

  4. Die organisierte Massenzuwanderung erfüllt mehrere Zwecke . Sie liefert u.a. Fremdarbeiter (die nach der Niederlage Zwangsarbeiter hießen) , um den Faschismus - diesmal den Globalisierungsfaschismus - mit einem Heer von billigsten Arbeitskräften die Basis für seine Machtentfaltung  zu schaffen .

  5. Ja, hat denn wirklich jemand geglaubt das alle den Mindestlohn bekommen !?

    Vertrauen ist gut, aber Kontrollen sind besser !!!!!

    Besonders bei den osteuropäischen Migranten, von denen hier viele weit unterm Mindestlohn bezahlt werden .  

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