Grundsätzlich erwarten Auswanderer in ihrem Zielland bessere Bedingungen als in der Heimat, denn jedes Land bietet andere Anreize für Immigranten. Statistische Daten der OECD zeigen diese Differenzen deutlich auf. Deutschland liegt in Sachen Beschäftigung bei den Einwanderern weit hinten, während Immigranten in den USA auf eine ähnliche Beschäftigungsquote kommen wie die US-Amerikaner selbst.

Die Volksabstimmung über eine Begrenzung der Zuwanderung führt zu einem Aufflammen der Debatten über die Einwanderungspolitik. Während die politische Linke grundsätzlich möglichst lockere Einwanderungsbestimmungen verlangt, fordern insbesondere die Konservativen und die Wirtschaftsliberalen die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften, um damit die wirtschaftliche Entwicklung zu forcieren. Dass es gewisse Grenzen geben muss, gebietet die Vernunft. Neben ökonomischen Kriterien darf die humanitäre Frage nicht vergessen werden. Die Frage lautet jedoch, wie viel Humanität kann sich ein Staat dauerhaft leisten, ohne dass die Sozialsysteme zu leiden beginnen?

Beschäftigung USAIm OECD-Durchschnitt weisen sowohl die einheimische Bevölkerung, als auch die Zuwanderer eine ähnlich hohe Beschäftigungsquote auf, wenngleich die Arbeitslosenrate unter den Migranten über dem Durchschnitt liegt. Restriktive Einwanderungskriterien und ein schwaches soziales Netz sorgen zum Beispiel in den USA, Neuseeland, Kanada oder Australien dafür, dass die Beschäftigungsquoten der Ausländer mit jenen der Inländer recht gleich ziehen. In Luxemburg, welches als Kleinstaat mehr Arbeitsplätze bietet als es mit der eigenen Bevölkerung Arbeitskräfte anbieten kann, liegt die Beschäftigungsquote der Ausländer sogar deutlich über jener der Luxemburger.

Beschäftigung DeutschlandAnders sieht es jedoch in den Staaten mit vergleichsweise hohen Sozialleistungen aus. Deutschland, Schweden, die Niederlande und Belgien weisen eine äußerst niedrige Beschäftigungsquote bei den Zuwanderern aus, was auf eine stärkere Immigration in den Sozialstaat hindeutet. Ein weiterer Faktor sind jedoch auch die unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Erlaubnis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für Ausländer, welche in diese Statistiken leider nicht einfließen konnten.

Nettobeitrag Ausländer OECDAnders sieht es hingegen beim Nettobeitrag zum Staatshaushalt aus. So kann eine intelligente Einwanderungspolitik durchaus positive Effekte auf die öffentlichen Kassen haben, wie es die Beispiele Schweiz und Luxemburg (siehe Grafik links) zeigen. Beide Länder profitieren stark von der Arbeitsmigration, während der OECD-Durchschnitt weitestgehend vernachlässigbar ist. Bezieht man die Rentenkassen mit ein, ist Deutschland der absolute Verlierer in Sachen Migration: Die Gesamtgesellschaft subventioniert hierbei – wie zum Beispiel in Frankreich und Polen – die Zuwanderung, was sich über mittelfristig auch auf die Sozialversicherungsbeiträge auswirken wird.

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Gerade Deutschland und Frankreich werden ihre Einwanderungspolitik über kurz oder lang überdenken müssen, wenn sie die Immigration zumindest fiskalisch kostenneutral gestalten wollen. Das heißt: Entweder wird der Fokus verstärkt auf qualifizierte Arbeitskräfte gelegt, oder man beginnt mit einer umfangreichen Ausbildungsinitiative für Migranten. Die Zuwanderungsbeschränkungen komplett abzuschaffen, wie es viele Vertreter von Grünen und Linken gerne hätten, wäre katastrophal und würde die Kosten für die Gesamtbevölkerung massiv in die Höhe treiben. Eine liberale Immigrationspolitik in allen humanistischen Ehren, doch wenn dies dazu führt, dass ein immer kleiner werdender Kuchen auf immer mehr Menschen aufgeteilt werden muss, wird niemand mehr satt – damit ist dann niemandem geholfen.

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2 KOMMENTARE

  1. Man sollte beachten, dass Asylbewerber in Deutschland nicht arbeiten dürfen.

    Vielleicht könnte man damit den geringen Prozentsatz der Beschäftigten Migranten erklären.

    • Asylwerber dürfen in den meisten Staaten aufgrund des unsicheren Aufenthaltsstatus nicht arbeiten. Zudem machen die Asylwerber nur einen sehr geringen Prozentsatz der gesamten Nichtstaatsangehörigen aus, so dass die Auswirkungen vernachlässigbar sind.

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