Zu den neuen türkischen Plänen für Syrien

Dass die Türkei gezwungen war, ein weiteres Abkommen mit Russland zu schließen, um eine militärische Demütigung in Syrien zu vermeiden, zeigte unmissverständlich die Grenzen des Einsatzes militärischer Mittel zur Erreichung ihrer Hauptziele. Während die Verbreitung von Covid-19 die militärische Gleichung ändern und die Möglichkeiten der Durchführung direkter Operationen beeinträchtigen kann, ist es nicht zu übersehen, dass die Pläne der Türkei für Syrien weitgehend interventionistisch bleiben und drei verschiedene, jedoch miteinander verbundene Ziele erreichen wollen.

Durch ihre direkten und direkten Interventionen will die Türkei in einem politischen Prozess nebenan relevant bleiben. Durch die Positionierung als „unvermeidlicher Partner im Frieden“ will sich die Türkei zu einem regionalen Hegemon entwickeln. Zweitens will die Türkei, indem sie einem interventionistischen Plan folgt und weiterhin in Syrien engagiert ist, die „Kurdenfrage“ sowohl in der Region als auch innerhalb der Türkei selbst dauerhaft lösen. Drittens möchte Erdogan, indem er die Syrien- und Kurdenfragen am Leben erhält, seine politische Position zu Hause stärken und die zunehmende Kritik an seiner Syrienpolitik zum Schweigen bringen.

Die ständigen Manöver der Türkei zwischen den USA/der NATO und Russland veranschaulichen die Komplexität ihrer Außenpolitik, die darauf abzielt, komplexe Ziele zu erreichen. Sein Ziel, sich als regionaler Hegemon zu etablieren, kommt bei Syrien, Iran und sogar Russland nicht gut an. Schließlich bleibt die Türkei ein NATO-Mitgliedstaat, und die Umwandlung in einen Hegemon könnte auf lange Sicht zu einem Sprungbrett für die dauerhafte Präsenz der NATO in der Region werden – eine Situation, die sowohl der Iran als auch Russland verhindern wollen.

Der vollständige Premium-Artikel ist nur für Abonnenten sichtbar.

Bitte hier klicken und ein Abo (Werbefreiheit, Extras) 

bereits ab € 4,95/Monat abschließen!

Liebe Leser, wenn sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen sie per email: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für ihre Hilfe!

Eine Analyse von Salman Rafi Sheikh.

3 Kommentare

  1. Putin hat diesem Verbrecher die Grenzen gezeigt. Er wollte es ignorieren, was danach passiert ist, wissen wir alle ja, über hundert türkische Soldaten auf Seite der Terroristen wurden eliminiert. Wer hat es getan bzw. genehmigt? Putin, nur Putin. Die Botschaft hat Erdogan verstanden

  2. Die Kurdenfrage stellt sich nicht allein für die Türkei, sondern diese Etnie ist verstreut über drei Länder und hat im Gegensatz zu diesen keinen eigenen Staat, obwohl sie aufgrund ihrer eigenen Entwicklung im dortigen Raum die gleichen Ansprüche stellen dürfen, was ihnen bis heute verwehrt ist. Die Kurdenfrage ist somit ein ewiger Zankapfel, auch verursacht durch viele Akteure der vergangenen Jahrhunderte und ihre Interessen wurden von niemand vertreten, nicht einmal von der UN, die sich sonst gerne in solchen Fällen einmischt, aber hier auf wundersame Weise ihrer gestellten Aufgabe nicht gerecht wird. Die Türkei nützt mit ihrer Intervention zur Zeit lediglich eigene Interessen und weil frühere Potentaten der Nachbarländer entweder geschwächt oder vernichtet wurden fühlt sie sich berufen, auf syrischem Hoheitsgebiet völkerrechtswidrig Fakten zu schaffen und nur die Anwesenheit der Russen hat bislang schlimmeres verhindert. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß hier ein Zustand geschaffen wurde, der allen Regeln der UN widerspricht und man muß sich die Frage stellen, was eigentlich noch Vereinbarungen wert sind, wenn sich ehedem niemand daran hält. Das gilt nicht nur für die Osmanen, sondern auch für andere, die sich gerne auch mal an die Nase fassen könnten und wenn jemand erkannt hat, daß es so nicht weitergehen kann dann ist es Trump und deshalb alle Achtung, selbst wenn noch kein Idealzustand erreicht wurde.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.