Der Euro erreicht neue Tiefststände

Angesichts wachsender wirtschaftlicher und politischer Sorgen steht der Euro unter starkem Druck. Der Kurs gegenüber wichtigen Referenzwährungen sinkt.

Von Redaktion

Der Euro ist in den letzten Wochen auf neue Tiefstände gefallen, die seit Anfang Oktober nicht mehr zu beobachten waren. Dieser Einbruch ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, die darauf hindeuten, dass der Euro eine schwierige Zukunft haben wird und den Dollar als Reservewährung wahrscheinlich nicht verdrängen wird.

Obwohl der gegenwärtige Rückgang nicht so stark ist wie der von 2015, als der Euro wegen fallender Ölpreise mit einer Minikrise konfrontiert war, ist der gegenwärtige Trend tiefer und fundamentaler, schreibt Izvestia.

Zu Beginn dieses Jahres war der Ausbruch des Coronavirus in China, von dem auch Europa betroffen war, der Hauptnachrichtengeber für die globalen Börsen. Neben Problemen bei der Versorgung durch die globale Lieferkette gibt es in China auch eine sinkende Nachfrage nach Dienstleistungen und Gütern aus der Europäischen Union, was sich negativ auf den Euro auswirkt.

Neben dem Coronavirus-Schrecken hat Europa noch einige andere Kopfschmerzen. Nach den am 12. Februar veröffentlichten Daten ging die Industrieproduktion in der Eurozone im Dezember um 2,1 Prozent zurück. Dies war der schlimmste Wert seit vier Jahren. Die wachsende politische Krise in Deutschland könnte auch weitere Turbulenzen auslösen. Ein weiterer Faktor, der die Stabilität des Euro bedroht, ist eine sich schwach entwickelnde High-Tech-Internetbranche in Europa, schreibt die Zeitung.

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Der Trump-Faktor sollte auch auf dem Radar stehen. Der US-Präsident könnte den Europäern vorwerfen, den Wechselkurs künstlich gesenkt zu haben, aber es gibt keine Anzeichen dafür, und der Euro sinkt nur aus natürlichen Gründen. Das Ergebnis dieses Konflikts könnte ein anderer Währungs- oder Handelskrieg sein, von dem niemand profitieren würde.

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Eine wichtige Schlussfolgerung, die aus der aktuellen Situation auf dem Devisenmarkt gezogen werden kann, ist, dass der Euro nicht in der Lage war, den Dollar als globale Reservewährung zu übertreffen. Er ist instabil und schwächt sich jedes Mal ab, wenn Anzeichen für eine Unsicherheit der Anleger in der europäischen Wirtschaft vorliegen, heißt es in dem Papier.

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3 Kommentare

  1. Diese lächerliche Totgeburt von Euro fliegt ohnehin bald auseinander. Denn für die Mittelmeeranrainerstaaten ist er zu hart, und für D/A zu weich. Schreibt Markus Krall in dem Buch „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“.

  2. Professor Wilhelm Hankel war, vor der Einführung des Euros und nach der Einführung, wohl der profundeste Kritiker dieser Währung. Er kam schließlich aus dem Metier.

    Er kritisierte nicht nur, er gab auch Hinweise, wie man einem Verfall des Euros entgegenwirken kann. Jedoch hatte er bereits schon damals Bedenken, dass diese umgesetzt werden. Je mehr sein detailliert vorgezeichnetes Szenario eintrat, desto mehr wurde er von den Politikern und MSM als „Spinner“ und „Verschwörungstheoretiker“ verunglimpft.

    Nun ist sogar alles noch viel schlimmer gekommen und das „Aus“ für den Euro, in der jetzigen Form, ist nur noch eine Frage der Zeit. Wichtig für den „Otto Normalverbraucher“ ist nur noch, wie dieses „Aus“ stattfinden wird, ob chaotisch oder halbwegs geordnet.

    Es sind Schulden angehäuft worden, deren Tilgung etwa dem Versailler Zwangsdiktat entsprechen und die Zustände sind bereits offen mit Weimar vergleichbar. Geschichte wiederholt sich und die Verursacher sind dieselben.

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