Während die westlichen und arabischen Massenmedien einen „ernsthaften Konflikt“ zwischen Russland und der Türkei wegen des Todes türkischer Soldaten in einer syrischen Offensive in Idlib behaupteten, ist dies bei weitem nicht der Fall. Es ist nicht zu übersehen, dass die Interessen Russlands und Syriens nicht immer vollständig übereinstimmen und dass es einige umstrittene Bereiche gibt, aber dies gilt ebenso für die Beziehungen der Türkei zu den USA und der NATO. Es ist daher nicht nur ein äußerst unwahrscheinliches Ereignis, zu erwarten, dass die Türkei infolge des so genannten „schweren Risses“ mit Moskau/Damaskus eine vollständige Kehrtwende in die USA/NATO vollziehen wird.

Dies ist auch eine geopolitische Annahme, die nicht realistisch ist, denn die große Meinungsverschiedenheit, wie es ist, besteht nicht per se zwischen Russland und der Türkei, wenn überhaupt, dann zwischen einer zunehmend durchsetzungsfähigen syrischen Armee, die ehrgeizig voranschreitet, die Kontrolle über ihr Land wiederzugewinnen, und einer türkischen Entschlossenheit, das Entstehen eines „Kurdistans“ entlang seiner Grenze zu Syrien zu verhindern.

Während sowohl Syrien als auch die Türkei wie auch Russland die Errichtung von „Kurdistan“ an der syrisch-türkischen Grenze verhindern wollen, bleibt die Meinungsverschiedenheit darüber, wer dies verhindern wird. Das heißt, ob die Türkei dies durch eine direkte militärische Präsenz oder die syrische Armee durch eine direkte Kontrolle über die Gebiete übernimmt.

Es war diese politische Meinungsverschiedenheit, welche das Herz von Putins Besuch Ende Januar 2020 in Damaskus und Istanbul darstellte. Wie aus den Berichten hervorgeht, hatten die Russen der syrischen Armee nachdrücklich geraten, ihre Offensive einzustellen und der Türkei zu erlauben, ihre Truppen umzusiedeln. Assad war zwar einverstanden, die Offensive zu stoppen, wollte aber den Schwung der Siege auf dem Schlachtfeld nicht brechen. Gleichzeitig glaubt Moskau nicht, dass es für sie funktionieren wird, wenn Al-Qaida-Mitgliedsgruppen weiterhin von Idlib aus operieren und syrische und russische Interessen angreifen. Daher reagierte der Kreml-Sprecher Dmitry Peskov kalkuliert auf die Spannungen, die sich aus den Zusammenstößen zwischen der Türkei und Syrien ergeben.

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