Adenauer wollte die deutsche Atombombe

Nicht nur heute gibt es Überlegungen dazu, Deutschland zu einer Atommacht zu machen. Auch Konrad Adenauer wollte die deutsche Atombombe.

Von Marco Maier

In den letzten Monaten gab es immer wieder Überlegungen dazu, dass Deutschland in den Kreis der Atommächte aufsteigen sollte. Neben vielen ablehnenden Stimmen gibt es auch viele Befürworter, die sich so eine unabhängigere Außenpolitik erhoffen. Zudem sehen manche Zeitgenossen die Stationierung der US-amerikanischen Nuklearwaffen in Deutschland kritisch und würden lieber eigene besitzen, um so nicht mehr auf den „US-Schutzschirm“ angewiesen zu sein.

Dabei wird zwar oberflächlich auf die außenpolitische Unzuverlässigkeit Donald Trumps verwiesen, doch das ist eine Augenauswischerei. Präsidenten in den USA kommen und gehen, doch der Deep State und der Militärisch-industrielle Komplex wird bleiben. Genauso wie eine Ablöse der Oligarchie dort in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.

Doch nicht nur heute ist dem so, bereits während des Zweiten Weltkriegs haben deutsche Wissenschaftler an der Atombombe geforscht (und manche sagen, sie hätten sie bereits entwickelt gehabt) und auch danach hätte die Bundesregierung unter Konrad Adenauer versucht, die Bundesrepublik zu einer Atommacht zu machen.

So berichtet der „Focus“ unter Berufung auf bisher unbekannte Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR, dass die Adenauer-Regierung offensichtlich bis in die frühen sechziger Jahre hinein in Zusammenarbeit mit den Franzosen versucht hatte, eine eigene Atombombe bauen zu lassen. Im Gegenzug hätten die Deutschen den Franzosen „finanzielle und wissenschaftliche Hilfe“ dabei geleistet, Frankreich zu einer Atommacht zu machen. Die Franzosen hätten deutsche Plutoniumsprengsätze auf dem eigenen Kernwaffenversuchsgelände getestet.

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Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte den Stasi-Bericht gegenüber dem „Focus“. Nach Angaben eines Sprechers hätten die Verteidigungsminister von Frankreich, Italien und Deutschland am 28. November 1957 eine enge Zusammenarbeit auf den Gebieten der militärischen Zielsetzung und Bewaffnung geschlossen. „Unter anderem war hiervon auch die militärische Anwendung der Kernenergie betroffen“, hieß es. Das heißt schlussendlich nichts anderes, als dass Westdeutschland, Frankreich und Italien Atommächte hätten werden wollen.

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Warum es schlussendlich nicht so weit kam? Man kann davon ausgehen, dass vor allem Amerikaner und Briten sich gegen eine nukleare Bewaffnung Deutschlands (und Italiens) sträubten. Auch wenn die beiden Staaten schlussendlich in die NATO aufgenommen wurden, fürchteten sich Washington und London offenbar davor, den zweimaligen Weltkriegsgegner mit solchen Waffen zu wissen.

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3 Kommentare

  1. Wir befinden uns in Europa in einer besonderen Lage und weil wir von atomaren Freunden umzingelt sind ist das auf der einen Seite Schutz, aber gleichzeitig auch Verderben, denn in einem Ost-West-Konflikt geraten wir alle in die Ziellinie und da spielt es dann keine Rolle mehr, wer was besitzt, das würde für uns das Ende bedeuten und hat sich noch niemand gefragt, warum wir Ende des 2. Weltkrieges nicht das gleiche Schicksal erleiden mußten wie die Japaner und das hing vermutlich mit der geostrategischen Lage zusammen, denn ein Atomangriff auf Deutschland wäre den Anrainerstaaten und dem eigenen Kapital nicht gut bekommen und deshalb hat man es unterlassen, während Japan als Inselstaat isoliert war und man sich dort austoben, bzw. ausprobieren konnte, ansonsten hätte sie nicht noch weitere Tote aus den eigenen Reihen geopfert, die atomare Möglichkeit hätte alles sehr schnell beendet.

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