Quim Torra, Präsident von Katalonien - Bild: Generalitat de Catalunya

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra hat neue Versuche der Region zur Trennung von Spanien angekündigt. Man wolle das Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 irgendwann wiederholen, sagte Torra am Donnerstag im Parlament Kataloniens in Barcelona.

Der seit Mai vorigen Jahres amtierende Separatist erklärte dies nur einen Tag nach dem letzten Verhandlungstag des historischen Prozesses gegen zwölf Separatistenführer vor dem Obersten Gericht in Madrid, berichtet Sputnik.

Die spanische Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Zuge verfassungswidrigen Referendums vom 1. Oktober 2017 und eines anschließenden Unabhängigkeitsbeschlusses des Parlaments in Barcelona Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vor. Für den Hauptangeklagten, den früheren stellvertretenden Regionalpräsidenten Oriol Junqueras, wird eine Haftstrafe von 25 Jahren gefordert.

Die Urteile werden nicht vor Ende Juli erwartet. Die meisten Beobachter gehen aber eher davon aus, dass diese erst im September oder Oktober veröffentlicht werden. Insgesamt wurden im viermonatigen Mammutprozess fast 600 Zeugen gehört. Der abgesetzte Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont, der nach Belgien geflohen war, war vom Verfahren nicht betroffen.

„Wir werden es wieder tun, natürlich werden wir es wieder tun, weil Katalonien weiß, was es will: die Unabhängigkeit“

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„Wir werden es wieder tun, natürlich werden wir es wieder tun, weil Katalonien weiß, was es will: die Unabhängigkeit“, sagte Torra in Bezug auf das Referendum. Der liberale Politiker, der den Prozess am Vorabend schon als „Farce“ und als „Verletzung des internationalen Rechts“ bezeichnet hatte, versicherte, man werde „das Unmögliche möglich machen“.

Der Regionalpräsident bot dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez aber auch erneut einen Dialog an. Für einen Dialog hatten sich bei ihren Schlussplädoyers am Mittwoch vor dem Obersten Gericht in Madrid auch Junqueras und fast alle anderen Angeklagten ausgesprochen. Der Konflikt in der Region im Nordosten Spaniens könne nicht durch Unterdrückung gelöst werden. Eine politische Lösung sei nötig.

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3 KOMMENTARE

  1. Katalonien war nach meinem Kenntnisstand bie ins 17. Jahrhundert eigenständig und wurde dann zwangsrequiriert und in dieser Richtung gibt es noch genug Teilgebiete in Europa, die den gleichen Anspruch der Eigenständigkeit hätten und der Hinweis auf die spanische Verfassung ist nicht zulässig, denn hier wurden ebenso einseitig Tatsachen festgelegt die im Widerspruch zum Freiheitsdrang eines Volkes stehen und interessant ist auch, wie sich die Vereinten Nationen dazu stellen, denn sie mischen sich doch überall ein, wenn es um Menschenrechte geht und haben sehr oft dabei versagt und der letzte Krieg dieserhalb fand in Jugoslawien statt und merkwürdigerweise hat man dort separatistische Gedanken akzeptiert, den Katalonen und anderen verweigert man dieses Ansinnen, irgendwie paßt da alles nicht zusammen und auch hier entsteht der Eindruck der Flickschusterei nach Gemengenlage und das hat nichts mehr mit Recht und Gesetz zu tun, es ist Willkür, mit dem wir wohl auch in Zukunft leben müssen.

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