Blick vom Braemer Hill zum Victoria Hafen, Hongkong - Bild: Flickr.com/Brian H.Y CC BY-NC 2.0

In Hongkong ist es seit einem weiteren Tag zu Streitigkeiten zwischen Polizei und Demonstranten gekommen, da die Unruhen wegen eines Auslieferungsgesetzes andauern.

Von Redaktion

Die Proteste fanden am Donnerstag statt. Nur einen Tag nachdem die Polizei mit Pfefferspray und Wasserwerfern die Demonstranten in der Nähe des Eingangs des Legislativrates zurückgedrängt hatte, wo der Gesetzesentwurf ursprünglich diskutiert werden sollte.

Der Zusammenstoß am Mittwoch war einer der schlimmsten Fälle von Gewalt in Hongkong, seit Großbritannien die vormalige Kronkolonie 1997 an die chinesische Regierung zurückübergab. Laut Angaben der Hong Kong Hospital Authority wurden 72 Personen ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Sicherheitsvorkehrungen blieben bis in den Donnerstag hinein scharf. Zahlreiche uniformierte Polizisten mit Helmen und Schilden blockierten die Gehwege, während eine Reihe von Polizeivans in der Nähe stationiert war. Zivilpolizisten überprüften die Ausweise der Pendler.

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„Wir sind bereit für einen langwierigen Krieg mit der Regierung“, sagte ein Demonstrant. Tausende von ihnen wollen die Realität nicht wahrhaben, dass Hongkong nun Teil der Volksrepublik ist. Auch wenn das Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“ vorherrscht.

Der Stadtstaat befindet sich im Ausnahmezustand

Die Behörden schlossen für den Rest der Woche Regierungsbüros im Finanzviertel. Der Legislativrat blieb ebenfalls geschlossen. Am Mittwoch musste eine Sitzung verschoben werden, in der das Auslieferungsgesetz diskutiert werden sollte, da die Demonstranten die zum Gebäude führenden Straßen blockierten.

Das Auslieferungsgesetz würde es Hongkong erlauben, Verdächtige in andere Gerichtsbarkeiten auf der ganzen Welt zu schicken, einschließlich nach China und Taiwan. Die Demonstranten, die sich geschworen haben, die Veränderungen zu blockieren, betrachten den Schritt als Bedrohung für die Autonomie der Stadt.

Hongkong, das ein vom chinesischen Festland getrenntes Rechtssystem hat, genießt nach einem 50-jährigen Abkommen zwischen China und Großbritannien, dem ehemaligen Kolonialherrscher von Hongkong, einen gewissen Grad an Autonomie.

Die Änderungen, die laut Regierung nur für Flüchtlinge gelten würden, die wegen schwerer Verbrechen angeklagt sind, werden von den lokalen Organisationen unterstützt. Hongkongs Führerin Carrie Lam lehnte bisher Aufrufe ab, den Plan zurückzuziehen. Eine endgültige Abstimmung wird am 20. Juni erwartet.

China verurteilt die Gewalt von Demonstranten

Später am Donnerstag verurteilte China das gewaltsame Verhalten der Demonstranten in Hongkong aufs Schärfste und brachte seine Unterstützung für die dortige Regierung zum Ausdruck.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Zentralregierung in Peking diese Gewalt scharf verurteilt habe.

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