Rüstungslieferungen: Washingtons Milliarden-Dollar-Projekt für Syrien

Während man sich in Deutschland medial nur darüber echauffiert, dass die USA über Ramstein Waffen an syrische Milizen lieferten, gibt es noch deutlich mehr zu berichten. Denn über dubiose Waffenhändler gehen diese an die al-Kaida und andere Extremisten.

Von Marco Maier

Zwei internationale Beobachtungsgruppen für Waffen – Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) – stellten Dank umfangreicher Recherchen fest, dass die Vereinigten Staaten noch in den kommenden Jahren über ein Schattennetzwerk von privaten Händlern Waffen und Munition im Milliardenwert nach Syrien liefern wollen, die dann diversen Milizen (gerne als "moderate Rebellen" verniedlicht) zugute kommen sollen. Doch das interessiert die deutschen Mainstreammedien kaum.

So berichtet "Foreign Policy" über den Bericht: "Das Verteidigungsministerium hat für die Fiskaljahre 2017 und 2018 584 Millionen Dollar speziell für diese syrische Operation budgetiert, sowie weitere 900 Millionen Dollar für Munition sowjetischer Bauart zwischen jetzt und 2022 vorgemerkt." Insgesamt sollen demnach in den kommenden Jahren ganze 2,2 Milliarden Dollar an Waffen und Munition in das vom Krieg zerstörte Land geliefert werden.

"Dem Bericht zufolge, haben viele der Waffenlieferanten – vorwiegend in Osteuropa, aber auch in den früheren Sowjetrepubliken, inklusive Kasachstan, Georgien und der Ukraine – Verbindungen zum Organisierten Verbrechen und lückenhafte Geschäftsaufzeichnungen", so das Magazin unter Berufung auf den Report der Organisationen weiter.

Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass man in Washington (trotz der neuen Regierung) offenbar nicht von der alten Linie abweicht, die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad zu stürzen. Denn die von den Amerikanern hochgerüsteten Milizen werden ihren Kampf ganz gewiss nicht ausschließlich gegen den "Islamischen Staat" richten, sondern auch gegen die syrischen Regierungstruppen.

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Zudem wird auch deutlich, dass sich die US-Regierung nicht dafür zu schade ist, mit Verbrecherorganisationen zusammenzuarbeiten, um blutrünstige islamistische Milizen in Syrien mit Waffen zu beliefern, die auch keine Scheu davor haben, Frauen und Kinder zu köpfen. Denn die Lieferungen gehen – so die Recherchen – in jene Gebiete, in denen al-Kaida-Milizen den Ton angeben und auch ethnische Säuberungen mit den durch die USA gelieferten Waffen durchführen.

Aber all das spielt in den Medienberichten im deutschen Mainstream (wir berichteten über den SZ-Artikel) keine Rolle. Man beschränkt sich auf Beschwerden darüber, dass bei den bisherigen Waffenlieferungen über den US-Militärstützpunkt in Ramstein keine Genehmigung durch die Bundesregierung eingeholt wurde – obwohl man weiß, dass sich Washington ohnehin einen Dreck um Genehmigungen durch Vasallenstaaten schert.

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4 Kommentare

  1. Das war doch klar. "Die" wollen Syrien; mit allen Mitteln; und sie werden es auch bekommen.

    Dem IS wurde schon in 2015 eine Staatsgebiet in Syrien versprochen – sozusagen eine Heimstadt und Riesenlager für islamische Extremisten – jederzeit und überall einsetzbar. Hat ja auch nicht jeder !

    Außerdem brauchen "sie" Teile Syriens für ihr Großreich, welches dann auch verteidigt und erweitert werden muss, und wer könnte das besser als der IS !

    Dem muss man nur das richtige Feindbild vor die Nase basteln, – eine beliebte Spezialität unserer "besten Freunde".

  2. „Frau Merkel schenkt den Flüchtlingen ein Haus!“ – Wie Kanzlerin und „Deutsche Welle“ bis heute zur Umsiedlung anstiften" 

    "Wer versprach im Sommer 2015 Menschen in Syrien, in Deutschland warteten Häuser auf sie statt Flüchtlingsheime? Ein Journalist, der sich vor der Migrations-Megawelle von 2015 im Nahen Osten aufhielt, lüftet das Rätsel. Der Auslandsrundfunk der Bundesregierung, die „Deutsche Welle“ selbst, habe das Gerücht verbreitet! Noch immer wirbt der Kanal massiv mit deutscher Willkommenskultur … "

    https://www.compact-online.de/frau-merkel-schenkt-den-fluechtlingen-ein-haus-wie-kanzlerin-und-deutsche-welle-bis-heute-zur-umsiedlung-anstiften/

     

     

     

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